Sonne tanken – aber bitte richtig geschützt

Gegen einen ebenmäßig braunen Teint im Sommer ist nichts einzuwenden – und das weiße Hemd sieht doch mit sanft gebräunten Armen gleich doppelt so sexy aus. Leider vergessen gerade Männer häufig die Bedeutung von Sonnenschutzmitteln. Genauer gesagt greifen nur 60% der deutschen Männer (über 14 Jahre) zumindest gelegentlich zu einem Sonnenschutzmittel, bei den Frauen sind es 80%.

Die unmittelbaren Folgen vernachlässigten Sonnenschutzes reichen von gereizter und geröteter Haut bis hin zu Juckreiz und Blasenbildung. Auch langfristig gesehen ist mit dem Thema Sonnenschäden nicht zu spaßen: Vorzeitige Hautalterung, verstärkte Faltenbildung und ein erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken sind Spätfolgen vernachlässigten Sonnenschutzes.

Hautsache

Sonnenschutzmittel stellen aus medizinischer Sicht eine sinnvolle Ergänzung des Sonnenschutzes dar, können aber den grundlegenden Schutz, den natürlicher Schatten, Bekleidung, Kopfbedeckungen und Sonnenbrille vor ultravioletter Strahlung bieten, nicht ersetzen. Sonnenschutzmittel wie Sonnencreme, Sonnenspray, Sonnenöl oder Sonnenlotion reduzieren die UV-Strahlung, die in die Haut eindringt, sie versorgen die Haut mit Feuchtigkeit und sie unterstützen deren Eigenschutz vor schädlicher Sonnenstrahlung. Selbst für unseren Breitengrad gilt grundsätzlich: Bei den ersten ausgiebigen Sonnenbädern sollte ein hoher Lichtschutzfaktor verwendet werden, etwa LSF 30. So kann die Haut die nötige Pigmentierung schonend aufbauen.

Woran erkennt man hochwertige Sonnenschutzmittel?

Ein guter Sonnenschutz bietet einen sogenannten Breitspektrumschutz, das heißt er muss sowohl im UVA- als auch im UVB-Bereich ausreichend Schutz bieten. Lange Zeit dachte man, dass ein Schutz vor der Entstehung eines Sonnenbrands ausreichend sei. Heute weiß man jedoch, dass nicht nur die sonnenbrandauslösende UVB-Strahlung, sondern auch die UVA-Strahlung für die Entwicklung von UV-verursachten Hautschäden verantwortlich ist. Ihr Sonnenschutzmittel sollte außerdem photostabil sein. Das bedeutet, dass das Sonnenschutzmittel sich unter UV-Bestrahlung nicht zersetzt. Daneben sollte ein gutes Sonnenschutzmittel sich durch Haltbarkeit, Reinheit, Wärmestabilität und giftfreie Inhaltsstoffe auszeichnen.

Der Lichtschutzfaktor

Der Sonnen- oder Lichtschutzfaktor, SPF oder LSF abgekürzt, ist das Maß für die Schutzwirkung eines Sonnenschutzmittels gegen Sonnenbrand. Da Sonnenbrand in erster Linie von der UVB-Strahlung hervorgerufen wird, beschreibt der Schutzfaktor im Wesentlichen den Schutz vor der UVB-Strahlung. Der Faktor gibt Auskunft darüber, um das Wievielfache sich die Zeit mit Schutzmittel im Gegensatz zur Zeit ohne Schutz verlängert, die sich eine Person in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Grundlage ist die individuelle Eigenschutzzeit, die abhängig vom Hauttyp ist. Beträgt die Zeit, die eine Person ohne Hautschädigungen in der Sonne bleiben kann, etwa 10 Minuten, dann würde sich die Zeit mit einem Sonnenschutzmittel LSF 20 auf 200 Minuten erhöhen. Natürlich ist der LSF nur ein Richtwert und regelmäßiges Nachcremen und Vorsicht beim Aufenthalt in der Sonne bleiben Pflicht.

Richtig angewendet

Sonnenschutzmittel sollten unbedingt VOR dem entspannten Bad in der Sonne aufgetragen werden, damit die schützende Schicht Zeit hat, in die Haut einzuziehen. Viele Sonnenanbeter tragen die Sonnenschutzmittel viel zu dünn auf die Haut auf, womit die Schutzwirkung auf ein Minimum reduziert wird. Achten Sie darauf, bestimmte Hautareale nicht zu vernachlässigen: Auch Ohren, Nase, Lippen und unbehaarte Kopfhaut sollten sorgfältig eingerieben werden. Cremen Sie sich regelmäßig ein – auch der beste Sonnenschutz bringt nichts, wenn er nicht regelmäßig erneuert wird. Alle zwei Stunden sollte der Schutz komplett erneuert werden und nach dem Planschen im Pool oder im Meer sowieso, auch wenn der Sonnenschutz als „wasserfest“ deklariert ist. Sicher ist sicher!

Creme, Spray, Milch oder Öl?

Ob es eine Sonnenmilch, ein Spray oder doch lieber ein Öl werden soll, hängt vor allem vom Hauttyp ab – und vom erforderlichen LSF. Sonnenmilch ist für fast alle Hauttypen geeignet, weil sie wenig Fett und viel Wasser enthält. Sie lässt sich außerdem gut auf der Haut verteilen. Sonnencremes haften gut. Wegen ihrer festen Konsistenz ist es oft mühsam, sie auf größeren Hautflächen zu verteilen. Sie eignen sich deshalb gut für kleinere Flächen wie Gesicht, Dekolleté oder Arme. Sonnensprays sind für normale und fettige Haut geeignet. Da es nicht zur Verklebung von Haaren führt, ist es für behaarte Männer besonders gut geeignet. Sonnenspray hat jedoch den Nachteil, dass es auf der Haut nicht so lange hält wie andere Schutzmittel. Es muss deshalb häufiger erneuert werden. Sonnenöle haben meist nur einen geringen LSF. Ansonsten sind sie für bereits vorgebräunte Männer mit unempfindlicher Haut geeignet. Sonnengels werden ohne fettige Bestandteile hergestellt. Wenn Sie unter einer Sonnenallergie oder unter Mallorca-Akne leiden, sind solche Hydrogels besonders für Sie geeignet, jedoch müssen sie auch häufiger erneuert werden.

Also dann: Wir wünschen Ihnen ein genüssliches Sonnenbaden – richtig geschützt, versteht sich!

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Leserbriefe

4 Kommentare

Michel #

16. Juni 2011 // 12:02

Komisch, Textpassagen hab ich schon in der Mens Health August 2010 gelesen… 😉

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    Helke #

    17. Juni 2011 // 16:28

    Lieber Michel! Ganz offenbar nutzen auch andere Medien die gleichen Quellen für ihre Themenrecherche wie das Herrenblatt, vor allem, wenn es um wissenschaftlich bewiesene Fakten geht, das ist ja ganz normal.

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[…] allem nach ausgiebigen Sonnenbädern – auf eine reichhaltige Pflege achten. Über den richtigen Sonnenschutz berichtete das Herrenblatt bereits in einem Artikel. Doch auch nach dem Sonnenbad sollte Ihre Haut […]

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[…] und erhöhen keineswegs die Sonnenunempfindlichkeit der Haut. Doch nicht nur der vermeintliche Sonnenschutz, der den Lotionen angedichtet wird, birgt ein Gesundheitsrisiko. Die meisten Selbstbräuner […]

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