Soap Opera in der Badewanne

Nehmen Sie ihr kühles Bier gern mit unter die Dusche? Oder Ihren Brandy mit zum Planschen in die Badewanne? Wohl eher nicht. Mit selbstgemachten Seifen, die Ihre individuellen Duftwünsche berücksichtigen, können solche Träume fürs Badezimmer jedoch bald wahr werden.

Wie geschmiert seit Jahrhunderten

Seifen sind die ältesten waschaktiven Substanzen, die vom Menschen zur Reinigung verwendet werden. Bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. verwendeten die alten Sumerer Seife. Im 9. Jahrhundert war die französische Hafenstadt Marseille eine Hochburg der Seifenproduktion und seit dem 19. Jahrhundert wird Seife industriell hergestellt. Als reines Waschmittel wurde die Seife mittlerweile fast vollständig von synthetischen Stoffen verdrängt. Heute dient sie als Waschstück in erster Linie der Reinigung von Körper und Händen.

Bei der industriellen Herstellung werden der Seife diverse Zusatzstoffe beigemengt, die Hautreizungen und Allergien verursachen können. Wenn Sie Ihre Seife einmal selbst herstellen wollen, können Sie durch das Hinzufügen von Kräutern und Blüten und anderen Zusätzen aufregende Seifenkompositionen kreieren und die Inhaltsstoffe einfach selbst bestimmen. Für Anfänger eignen sich sogenannte Gieß- oder Glycerinseifen, da sie einfach und gefahrlos herzustellen sind. Bei der Glycerinseife ist die Waschwirkung auf künstliche Tenside zurückzuführen, „richtige“ Seife hingegen entsteht aus der Verarbeitung von Fetten und Ölen durch Lauge. Den Umgang mit ätzenden Chemikalien bei der Herstellung echter Seife, deren Verletzungen an Haut und Augen nur mit dem Feuerlöscher zu bekämpfen sind, überlassen Sie als Do-it-yourself-Zauberlehrling lieber der Oberhexe.

Kleine Chemiestunde

Für die Herstellung Ihrer individuellen, aufregenden Seifenkreation benötigen Sie ein Stück der sehr hautverträglichen Glycerinseife. Diese ist sogar in Bio-Qualität in diversen Internet-Shops erhältlich, z.B. hier. Schneiden Sie die benötige Seifenmenge vom Glycerinblock ab und teilen Sie das Stück in kleine Brocken. Erhitzen Sie diese entweder im Wasserbad oder in der Mikrowelle langsam bei mittlerer Hitze. Wenn Sie sich als Ergebnis eine undurchsichtige Seife wünschen, können Sie dem flüssigen Glycerin nach Belieben einige weiße Kernseifestückchen beimengen.

Jetzt sind Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt: Dem flüssigen Glycerin können Sie nach Lust und Laune Lavendelblüten, Ringelblumenblüten, Kräuter, hochwertige Öle aus Sonnenblumenkernen oder Oliven, Duftöle und andere Zusätze zufügen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer leckeren Vanille-Seife, der Sie etwas Bockbier beimengen? Bier eignet sich besonders gut zum Beseitigen von Gerüchen wie Knoblauch, Zwiebeln oder Fisch. Wenn Sie die Seife gern zur Arien-Begleitung mit unter die Dusche nehmen, dann sollten sie es mit einigen Tapiokaperlen versuchen, die sie in die Seife geben. Das ergibt einen wohltuenden Massageeffekt für den ganzen Körper.

Schwarzseher können Ihrem Alltag mit einigen Tropfen Lebensmittelfarbe in der Seife einen bunten Anstrich geben. Die noch flüssige Seifenmasse füllen Sie nun in eine bereit gestellte Form. Gut geeignet sind hitzeunempfindliche Metalldöschen, in der die flüssige Seife erkalten kann. Nach etwa einem Tag ist die Masse komplett ausgehärtet. Sie können sie jetzt vorsichtig aus der Form lösen. Sollte sich die Seife weigern, ihre Form zu verlassen, können Sie nachhelfen, indem Sie sie einfach 30 Minuten lang ins Gefrierfach legen.

Obst und Gemüse zum Einseifen

Wenn Sie sich lieber inspirieren lassen und handgemachte Seifen bereits fertig kaufen wollen, dann sollten sie sich einmal bei Lush verzaubern lassen. Hier können Sie aus einem reichhaltigen Sortiment handgemachter Seifen aus frischem Obst, Gemüse und ätherischen Ölen auswählen und sich von Highlights wie Karamellseife mit Honig, Apfel-Minze-Seife oder der Porride-Seife mit peelendem Hafer und fruchtigem Orangenduft verwöhnen lassen. Achtung: Bitte nicht abbeißen!

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