Geselliges Schwitzen in der Sauna

Erholung, physische und psychische Entspannung, Hautpflege und nicht zuletzt das Gemeinschaftserlebnis und die Geselligkeit – das Saunieren hat viele Vorzüge. Das Prinzip der Gesundheit durch Körperreinigung und die daraus resultierende Stärkung der Abwehrkräfte und des Wohlbefindens, hat nicht ohne Grund eine Jahrtausende lange Tradition.

Das Wort Sauna stammt aus dem Finnischen und bedeutet übersetzt so viel wie Erdgrube. Diese Erdgruben dienten damals, wie heute die Holzsauna, dem Reinigen des Körpers durch Schwitzen. Erfunden haben die Finnen das Saunieren allerdings nicht. Diese uralte Tradition stammt aus Asien, wo schon die Steinzeitmenschen die heilende Wirkung des Schwitzens erkannt haben.

Saunageschichte

Die europäische Saunakultur ist auf die sogenannten germanischen Bäder zurückzuführen, die sich etwa um 700 n.Chr. etablierten. Durch die mittelalterlichen Stadtgründungen entstanden zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert zahlreiche öffentliche Bäder, die jedoch im Gegensatz zu den aufwendigen Thermen der Römer nur aus kellerartigen Gruben mit einem Holzdach bestanden.

Die ursprünglichen Saunen boten neben der Entspannung und heilenden Wirkung auch die einfachste Möglichkeit zur gründlichen Reinigung, denn es war ein enormer Energieaufwand und wesentlich mehr Wasser nötig, um sich ein reinigendes Bad zu gönnen.

Schon die Griechen schätzten die heiße, trockene Luft und die anschließende Abkühlung mit kaltem Wasser. Doch erst die Römer machten die Saunakultur durch ihre pompösen Thermen legendär. Ausstattung, Größe und Luxus dieser Anlagen wurden bis heute kaum übertroffen. Diese Einrichtungen legten außerdem den Grundstein für heutige Saunabäder, denn schon damals gab es Gastronomie- und Verkaufsräume.

Artenvielfalt

Neben der finnischen Holzsauna und ihren heißen Steinen gibt es noch das Dampfbad, in dem statt 70-100°C nur um die 45°C herrschen. Dafür wird dort jedoch die Luftfeuchtigkeit enorm erhöht, was zu einer zusätzlichen Anregung des Schwitzreizes führt. Daneben werden auch Infrarotbehandlungen in eigens dafür vorgesehenen Kabinen angeboten, aber hier kann nicht wirklich vom Saunieren gesprochen werden.

In Europa ist es allgemein üblich oder gar Pflicht die Sauna nackt zu betreten. Einziges textiles Muss ist ein Handtuch in ausreichender Größe, um sich darauf zu setzen oder zu legen und zu vermeiden, dass der eigene Schweiß die Saunaeinrichtung durchweicht. In Asien und den USA ist es hingegen üblich, sogenannte Textilsaunen zu besuchen in denen Badehosen getragen werden.

Das richtige Saunieren

Vor einem Saunagang sollten Sie nur leichte Kost zu sich nehmen und reichlich Wasser trinken. Auf Kaffee, Alkohol oder ausgiebigen Knoblauchverzehr sollten sie wenn möglich verzichten, denn der übliche Knoblauchgeruch breitet sich durch das Schwitzen sehr intensiv aus. Außerdem sollten sie vor dem Saunieren ausgiebig duschen. Das dient nicht nur der Hygiene, sondern befreit die Haut außerdem von Cremeresten und öffnet die Poren. Danach trocknen Sie sich gut ab, denn eine saubere und trockene Haut schwitzt leichter.

Vor dem Gang in die Saunakabine sollten Schmuck und Uhr abgelegt werden, da sich Metall sehr schnell erhitzt und im schlimmsten Fall zu Verbrennungen auf der Haut führen kann.

Ein durchschnittlicher Saunagang dauert zwischen 8 und 15 Minuten, hängt aber von Ihrem persönlichen Wohlbefinden ab. Dabei erhöht sich die Körpertemperatur auf ca. 40°C, also auf Fiebertemperatur und baut auf diese Weise Schadstoffe im Körper ab und bekämpft Viren und Bakterien. Pro Besuch sind etwa 2 bis 3 Durchgänge völlig ausreichend.

Laut des deutschen Saunabundes sollten Sie nach jedem Saunadurchgang Ihren Körper wenn möglich an der frischen Luft abkühlen und Ihre Lungen mit frischem Sauerstoff auftanken. Erst dann sollten Sie ihn nach Kneipp-Regeln, also immer zum Herzen hin, mit kaltem Wasser abduschen. Hartgesottene Saunaprofis wagen nun sogar einen Tauchgang im Abkühlbecken, wobei Sie hier jedoch aus Hygienegründen vorher duschen sollten. Wer sich vor dem kalten Guss drückt oder nur lauwarm duscht bringt sich um den eigentlichen Saunaeffekt des Schwitzens mit anschließendem Cool Down. Also Augen zu und durch!

Anschließend gönnen Sie sich gut abgetrocknet und warm eingepackt eine 15 bis 30 minütige Ruhephase, bei der sie die Beine hochlegen und entspannen können. Zum entspannen der Gefäße, die sich durch den Kälteschock verengt haben, stehen sogenannte Fußbäder zur Verfügung. Das ca. 40°C warme Wasser hat zusätzlichen einen wärmenden Effekt nach der kalten Dusche.

Für etwas Abwechslung

Aufgüsse mit verschiedenen ätherischen Ölen können das gesundheitliche Wohlbefinden zusätzlich steigern und außerdem den Schwitzreiz erhöhen. Besondere Zusatzhighlights, wie das Einreiben mit Honig oder ein Salzpeeling machen nicht nur Spaß, sondern außerdem eine samtweiche Haut. Es muss wohl nicht erwähnt werden, dass empfindliche Körperregionen bei einem Salzpeeling besser ausgelassen werden sollten.

In Skandinavien und auch immer häufiger in Deutschland ist es üblich den Saunagang mit frischen oder eingeweichten Birkenzweigen zu unterstützen. Dabei werden die Zweige auf die Haut geschlagen, um die Durchblutung zu steigern und alte Hautschüppchen zu entfernen. In Russland wird dem Aufgusswasser auch gern mal Bier oder Wodka beigemischt und somit die Stimmung im wahrsten Sinne des Wortes erst richtig angeheizt.

Regelmäßiges Saunieren stärkt das Immunsystem, fördert die Durchblutung und verbessert die Blutdruckregulation. Zudem sind Saunabesuche auch für Sportler interessant, da das Schwitzen die Muskelregenration unterstützt und sich die Atemkapazität erhöht. Auch Schlackenstoffe werden leichter abgebaut, was Ihrer Figur zu Gute kommt und den Gedanken an eine Fettabsaugung überflüssig werden lässt. Gerade bei den derzeitigen Temperaturen ist die Sauna eine wahre Wohltat für Körper und Seele. Und Erkältung ist für passionierte Saunagänger nur ein Fremdwort.

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