Die Walpurgisnacht – Feuer, Tänze und ein grünes Gebräu

Berlin wacht auf – endlich blühende Bäume, Fahrradfahrer überall und das Gefühl, dass endlich die gute Zeit des Jahres anbricht. Der Frühling ist da – und das muss gefeiert werden! Am 30. April ist es auch in Berlin wieder soweit: In der Walpurgisnacht tanzt Berlin in den Mai. Die recht große Entfernung zum eigentlichen Ort des Spektakels, dem Blocksberg – auch als Brocken bekannt – , lässt die Hauptstädter kalt und so werden Feuer angezündet, Maibowlen geteilt und anschließend geht es zu einer der zahlreichen Tanz-in-den-Mai-Partys in einem Berliner Club.

Tanz mit Tradition

Die Walpurgisnacht ist ein traditionelles europäisches Fest, das jedes Jahr in der Nacht vom 30. April auf den ersten Mai stattfindet. Die Walpurgisnacht verdankt ihren Namen der heiligen Walburga, einer englischen Äbtissin aus dem 8. Jahrhundert, deren Gedenktag bis ins Mittelalter hinein am 1.Mai, dem Tag ihrer Heiligsprechung, gefeiert wurde. Im Laufe der Zeit hat sich der „Tanz in den Mai“ in der letzten Aprilnacht als Gelegenheit zu Tanz und Geselligkeit auch in der Stadt etabliert und ist Teil vieler privater und kommerzieller Feste und Partys.

Viele ursprüngliche Walpurgis-Riten leben in den bäuerlichen Maibräuchen fort. Im Volksglauben sollten nächtliche Peitschenknalle, ausgelegte Besen und Maibüsche das Gehöft schützen. Der Maibaum, ein geschmückter Baum oder Baumstamm gilt als Symbol für Fruchtbarkeit und steht außerdem für den Weltenbaum, um den die traditionellen Tänze in der Dorfmitte stattfanden. Das sogenannte Hexen- oder Maifeuer, das böse Geister vertreiben soll, wird noch heute in der Nacht vom 30. April zum 1.Mai deutschlandweit angezündet.

Berlin hat seine eigenen Blocksberge

Auch in der Hauptstadt ist die Walpurgisnacht Jahr für Jahr ein urbanes Ereignis mit vielen Events. Wer die Vorfreude auf die kommende Jahreszeit in einem der zahlreichen Berliner Clubs feiern will, der sollte sich am Abend einer der Partys anschließen, die zum Beispiel im Watergate, im Berghain, im Weekend, in der Maria am Ostbahnhof, der Kulturbrauerei oder dem Admiralspalast stattfinden. Wer vorher in einem der Berliner Parks grillen oder ums Feuer tanzen möchte, sollte sich informieren, ob eventuell ein Verbot für offene Feuer oder Grillen herrscht, wie zum Beispiel im Mauerpark. Gegen ein Schlückchen erfrischende Maibowle an einem lauen Frühlingsabend ist jedoch sicher nichts einzuwenden. Das Getränk ist leicht selbst herzustellen und wir zeigen Ihnen auch wie:

Maibowle-Rezept

Beim nächsten Spaziergang im lichten Laubwald einfach mal Ausschau nach Waldmeister halten! Man erkennt die krautige Pflanze an vielen kleinen, propellerartig stehenden Blättern und weißen Blüten, die die Pflanze von Anfang April bis Anfang Mai bedecken sowie am auffallend intensiven, künstlich-süßlichen Duft. Dieser kommt vom Inhaltsstoff Cumarin, der in geringen Dosen leicht euphorisierend wirkt und bei Migräne helfen kann.

Für einen Liter der erfrischenden Bowle benötigt man ein Bund Waldmeister (am besten eignet sich Waldmeister, der einen Tag welken konnte), ein paar frische Pfefferminzblätter, ½ Liter Mineralwasser mit Kohlensäure, ½ Liter trockenen Weißwein, ½ Bio-Zitrone, 1 Zimtstange und 1 Pkg. Vanillezucker. Den Wein in einen großen Krug gießen. Den Waldmeister mit einer Schnur zusammenbinden und kopfüber in den Wein hängen. Darauf achten, dass die Stiele wegen der Bitterstoffe nicht mit dem Wein in Kontakt kommen. Alternativ kann man auch nur die Blätter des Waldmeisters nehmen und diese in einem Teesieb aus Papier in den Wein hängen. Zimtstange in den Wein legen und alles 30 Minuten ziehen lassen, Waldmeister und Zimtstange entfernen. Mit Mineralwasser auffüllen. Pfefferminzblätter und Vanillezucker dazugeben, die Bowle leicht umrühren und anschließend mit Eiswürfeln servieren. Lasst die Hexen tanzen!

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