Timbersports –
Wo gehobelt wird, da fallen Späne

Ein altes Sprichwort besagt, dass ein Mann in seinem Leben einen Baum pflanzen, ein Haus bauen und einen Sohn zeugen muss. Doch im Zuge einer weiteren Fun Sportart ignorieren immer mehr Söhne den Hausbau und messen sich im Gegenzug dazu darin, die von ihren Vätern aufwendig gepflanzten Bäume mit schwerem Gerät in ihre Einzelteile zu zerlegen.

Die Rede ist von Timbersports, das seit 1985 durch den Motorgeräte-Hersteller Stihl sogar zum offiziellen Holzfäller-Sport avanciert ist. Die sogenannten Stihl Timbersports Series haben sich aus Wettkämpfen zwischen Forstarbeitern in den USA und Kanada entwickelt und wurden von Stihl professionalisiert. Spezielle Trainingscamps für Anfänger und Fortgeschrittene sollen dabei die Wettkämpfer von morgen ausbilden.

Doch nicht nur in den reich bewaldeten USA oder im grünen Kanada hat diese Sportart eine große Fangemeinde. Auch Europa nimmt regelmäßig an den Meisterschaften teil. Im Jahr 2006 bekam Deutschland als erstes europäisches Land die Weltmeisterschaft der Stihl Timbersports Series zugesprochen.

In insgesamt sechs Disziplinen treten die Athleten der Stihl Timbersports Series gegeneinander an und beweisen ihr Können an Säge und Axt. Da es sich bei der Königsklasse des Holzfäller-Sports um einen Sport für echte Kerle handelt, muss nicht nur der perfekte Umgang mit dem technischen Gerät, sondern auch enorme Kraft und Ausdauer bewiesen werden.

Die Disziplinen

Damit für alle Bewerber gleiche Voraussetzungen gelten, wird vorab viel Wert auf die Auswahl des richtigen Holzes gelegt. Im Idealfall sollte es aus dem gleichen Waldstück kommen und muss bestimmte Kriterien erfüllen. In Deutschland wird weiches Pappelholz verwendet, das auch bei der Herstellung von Zündhölzern oder Zahnstochern zum Einsatz kommt.

Eine der schweißtreibenden Disziplinen des Sport-Holzfällens ist das sogenannte Standing Block Chop. Dabei wird an einem stehenden Holzblock mit 30 Zentimetern Durchmesser das Fällen eines Baumes mit einer Axt simuliert. Der Holzblock muss innerhalb kürzester Zeit von zwei Seiten durchgehackt werden.

Beim Underhand Chop steht der Athlet auf einem liegenden Holzstück von 32 Zentimetern Durchmesser und muss dieses ebenfalls von zwei Seiten durchhacken. Die Vorlage für diese Disziplin ist das sogenannte Ablängen eines bereits gefällten Baumes.

Die dritte Disziplin, das Springboard, entpuppt sich als etwas kniffligere Angelegenheit. Hier muss der Holzfäller Kerben in den Baum schlagen, um dort ein Brett als Standfläche befestigen zu können. Dieser Vorgang wird solange wiederholt bis die nötige Arbeitshöhe erreicht wird, was bei den Stihl Timbersports Series zwei Bretter auf verschiedenen Höhen bedeutet. Dort wird dann ein oben angebrachtes Holzstück mit einem Durchmesser von 27 Zentimetern von zwei Seiten durchgehackt.

Bei der Stihl Stock Saw kommen handelsübliche Motorsägen des Modells MS 660 von Stihl zum Einsatz, die von Technikern präpariert wurden. Damit müssen zwei Scheiben eines 40 Zentimeter dicken Stammstücks mittels einer Auf- und Abwärtsbewegung geschnitten werden. Dabei müssen die Scheiben innerhalb eines markierten Bereichs von 10 Zentimetern geschnitten werden und alle die gleiche Breite haben sowie gleichmäßig geschnitten sein.

Nachdem der Holzfäller sich nun mit der Motorsäge aufgewärmt hat, bekommt er beim Single Buck Hilfe von einem Assistenten, der eine etwa 2 Meter lange Hand-Säge zwischendurch ölen und einen Keil zwischen Block und Scheibe treiben muss. Der Athlet hingegen muss von einem massiven 46 Zentimeter dicken Holzblock mit reiner Muskelkraft eine gleichmäßige Scheibe absägen.

Die letzte Disziplin, die Hot Saw, lässt besonders die technikinteressierten Männerherzen höher schlagen. Hier wird mit Motorsägen Marke Eigenbau oder mit von Stihl gestellten Kraftpaketen gesägt. Diese Sägen haben ein Gewicht von ungefähr 27 Kilogramm und haben mitunter 60 bis 80 PS zu bieten. Mit diesem aufgemotzten Arbeitsgerät müssen die Sport-Holzfäller insgesamt drei Scheiben in kurzer Zeit und innerhalb eines Bereichs von 15 Zentimetern von einem liegenden Holzblock mit einem Durchmesser von 46 Zentimetern sägen. Die Herausforderung dabei ist das Beherrschen der kraftvollen Motorsäge mit einer Kettengeschwindigkeit von etwa 240 km/h.

Die Bestzeiten liegen bei den Axt-Disziplinen bei unter 20 Sekunden und bei den Disziplinen mit der Motorsäge bei unter zehn bzw. bei der Hot Saw sogar unter sieben Sekunden.

Die eigenen Kräfte messen

Wenn Sie auch schon immer einmal Ihre Grenzen an der Motorsäge austesten wollten, bietet Ihnen Stihl spezielle Trainingsprogramme für Einsteiger an. In Stockholm in der Rhön befindet sich ein Trainingsstützpunkt, der ganzjährig ein professionelles Timbersports-Training in drei der sechs offiziellen Stihl Timbersports Series Disziplinen ermöglicht.

Die nächsten Probetraining-Termine sind der 12. März und der 16. April 2011. In der Teilnahmegebühr inklusive sind Equipment, Holz, Sicherheitsausrüstung sowie die Verpflegung und natürlich die professionelle Betreuung durch geschulte Trainer.

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