Restaurant-Knigge: Benehmen beim Geschäftsessen

Schon seit jeher werden die Sitten bei Tisch als Maßstab für gute Manieren angesehen. Egal ob Sie als Gastgeber oder als Gast teilnehmen, ob Sie im Restaurant sind oder in einem Privathaushalt – Ihr Verhalten am Tisch und Ihre Sicherheit beim Umgang mit großem Gedeck und Spezialbestecken gibt Aufschluss über Ihre Umgangsformen.

Früher oder später kommt wohl jeder Mann einmal in die Situation, an einem wichtigen Geschäftsessen teilnehmen zu müssen, ohne selbst Gastgeber zu sein. Der berufliche Besuch im Restaurant ist stets mit Interessen verbunden: Es sollen Kontakte geknüpft und Netzwerke ausgebaut werden. Der Geschäftspartner soll zu Abschlüssen motiviert oder gelungene Transaktionen sollen gefeiert werden. Wer hier wenig Erfahrung hat, braucht keine Angst zu haben – man muss nur ein paar Grundregeln beherrschen, um nicht unangenehm aufzufallen. Der Rest ergibt sich meist von selbst.

Mit Geschäftspartnern im Restaurant

Das Verhalten im Restaurant hängt auch ab von der Exklusivität des Etablissements. In einem kleineren, gemütlichen Lokal müssen Sie nicht die gleiche Etikette beachten wie in einem großen, teuren Restaurant. Geben Sie in jedem Ihre Garderobe ab, bevor Sie zum Tisch gehen. Sollte die Tischordnung – wenn es denn eine gibt – vorsehen, dass sie neben einer Frau sitzen, dann sollten Sie ihr unaufgefordert den Stuhl zurechtrücken. Damen nehmen am Tisch grundsätzlich vor den Herren Platz, wobei jüngere Damen hier den älteren den Vorzug lassen sollten. Der höchstrangige Herr setzt sich ebenfalls zuerst.

Hofieren erlaubt?

Einige Umgangsformen in feinen Restaurants haben sich im Laufe der Zeit durchaus gewandelt und manches Verhalten, das früher zum guten Ton gehörte, gilt heute als überholt. So auch das Rollenbild zwischen Mann und Frau: Nicht jede Frau ist heutzutage noch bereit, sich hofieren zu lassen. Eine Ablehnung sollten Sie akzeptieren. Sind sie unsicher, so gilt: Seien Sie ganz Gentleman. Gehen Sie vor ihr die Treppe hinunter und hinter ihr hinauf. Helfen Sie ihrer weiblichen Begleitung in den Mantel und aus dem Mantel. Halten Sie den Stuhl, wenn die Dame sich setzt.

Vorbereitungen am Tisch

Bei einer Einladung durch den Gastgeber sollte sich Ihre Auswahl auf der Karte nach der finanziellen Lage des Gastgebers richten. Wenn dieser ein Menü oder verschiedene Speisen auf der Karte vorschlägt, wissen Sie, in welcher Preisklasse Sie sich bewegen sollten. Sollte der Gastgeber als Weinkenner bekannt sein, sollten Sie seinen Rat einholen. Wenn das Essen serviert ist, sollten Sie warten, bis alle Gäste Ihr Essen haben, erst dann greifen Sie zum Besteck. Die Serviette liegt zu diesem Zeitpunkt schon auf Ihrem Schoß – man positioniert sie, bevor man die Speisekarte in die Hand nimmt, außer bei einem vorbestellten Menü – hier wird die Serviette erst in den Schoß gelegt, wenn der erste Gang serviert wird.

Brotkorb zum Essen

Im gehobenen Restaurant wird zum Essen häufig ein Brotkorb serviert. Brot und Butter sind Vorspeisen. Wenn Sie Wein bestellt haben, können Sie diesen ruhig probieren, nachdem Sie vom Brot gegessen haben. Mit dem Brot sollten Sie sich in jedem Fall zurückhalten, auch wenn der Hunger groß ist. Brechen Sie das Brot stets, es wird unter keinen Umständen geschnitten! Ein mundgerecht gebrochenes Stück Brot können Sie mit Butter bestreichen und mit der linken Hand (!) verspeisen. Das Buttermesser bleibt auf dem Brotteller. „Guten Appetit“ ist heutzutage fehl am Platz. Der Gastgeber kann den Beginn des Essens höchstens mit einem dezenten Kopfnicken andeuten.

Beim Essen

Wenn Sie zur Vorspeise eine Suppe haben, dann dürfen Sie eine Suppentasse ankippen, um die Restsuppe auszulöffeln, Suppenteller werden nicht angekippt. Schlürfen Sie keinesfalls und pusten Sie nicht, wenn die Suppe noch heiß ist – hier lieber vom Rand nehmen. Auch Brot in die Suppe tunken ist ein Fauxpas.

Würzen Sie Ihre Speisen nicht, bevor Sie diese probiert haben. Kosten Sie erst und würzen Sie eventuell nach. Eine uralte Weisheit – mit vollem Mund spricht man nicht. Warten Sie auch, bis Ihr Tischnachbar nichts mehr im Mund hat, bevor Sie ihn ansprechen. Der diskrete Verzehr aller Speisen gilt als selbstverständlich. Es ist auch keine Schande, wenn Sie etwas auf dem Teller liegen lassen. Sie können dem Kellner sagen, dass es einfach zu viel war. Kritik am Essen dürfen Sie jedoch durchaus loswerden – höflich, versteht sich.

In Deutschland gibt es mittlerweile mehr Handys als Einwohner. Sicher werden auch Sie und Ihre Kollegen eines in der Tasche haben. Beim Business-Essen gehören die Geräte abgeschaltet, zumindest aber auf Vibrationsalarm eingestellt. Ein grober Fauxpas ist es, das Handy beim Geschäftsessen neben den Teller zu legen. Dies signalisiert dem Gegenüber, dass Anrufe wichtiger sind als die Konversation bei Tisch und gehört einfach nicht zur feinen Art.

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