Restaurant-Knigge: Alkoholika im feinen Restaurant

Wenn der Kellner sich Ihrem Platz von rechter Seite aus nähert, bedeutet das für Sie: Sie werden bedient. Da sollten Ihnen die Gläser, die sich neben Ihrem Teller aneinanderreihen, schon halbwegs geläufig sein. In einem gehobenen Restaurant gehören hochwertige Weine zum guten Ton. Sie müssen keineswegs ein Weinkenner sein – die Kenntnis einiger grundlegender Dinge in Sachen Wein kann jedoch nicht schaden.

Gläser von links nach rechts

Ihre Gläser finden Sie auf der rechten Seite vom Teller oberhalb des Bestecks. Man benutzt die Gläser in der Reihenfolge von rechts nach links. Das Wasserglas steht ganz rechts, auch andere alkoholfreie Getränke wie Säfte oder Limonaden können hieraus getrunken werden. Links davon stehen das oder die Gläser für Getränke, die zu den Vorspeisen gereicht werden, es folgen das oder die Gläser zum Hauptgang und schließlich zum Dessert.

Die richtige Haltung des Glases

Gläser mit langem Stiel werden immer direkt am Stiel angefasst. Bekommen Sie beispielsweise einen Wein serviert, dann sollte dieser die optimale Temperatur haben, die durch Ihre Hand sonst schnell verloren geht. Außerdem ergibt das Anstoßen mit Stielgläsern keinen angenehmen Klang, wenn man diese zu weit oben festhält. Fingerabdrücke, die sich im Laufe eines Abends auf einem Glas ansammeln, sehen außerdem wenig ästhetisch aus.

Kleine Wein- und Getränkekunde

Die Auswahl eines passenden Weins zum Essen hat sich zu einer Wissenschaft entwickelt. Mittlerweile gibt es den Beruf des sogenannten Sommeliers, der die Gäste in Spitzenrestaurants in Weinfragen berät und Empfehlungen gibt. Wenn Sie sich bei der Wahl des Weins nicht sicher sind, können Sie die Dienste des Sommeliers oder eines fachkundigen Kellners in Anspruch nehmen.

Nur eine langjährige Beschäftigung mit Weinen in Theorie und Praxis macht Sie zu einem perfekten Kenner. Wenn Sie eine solche Erfahrung noch nicht haben, ist dies völlig in Ordnung. Einige Regeln können bei der Wahl des richtigen Getränks helfen:

Ein Aperitif sollte den Gaumen öffnen und den Geschmackssinn optimal auf das Kommende vorbereiten. Dafür kommen alle Getränke infrage, die leicht, säuerlich, bitter oder prickelnd sind: Bier, trockener Weißwein, Sherry, oxidativer Wein und Champagner. Süße Getränke mit hohem Zuckeranteil sowie Hochprozentiges eignen sich nicht als Aperitif. Achten Sie darauf, dass der Alkoholgehalt 20% vol. nicht übersteigt.

Man trinkt erst die leichten Weine, dann die schweren, trockene Weine vor süßen. Weine, die wenig aromatisch und körper- und säurearm sind, werden vor qualitativ höherwertigen, säurereichen, aromatischen Weinen getrunken. Weißweine, bis auf Beerenauslesen, Eisweine und Trockenbeerenauslesen, werden vor Rosé- und Rotweinen getrunken. Empfehlungen für die Kombination von roten und weißen Weinen mit Essen können Sie in unseren Artikeln zu den einzelnen Weinen lesen.

Wenn ein Menü eine Suppe beinhaltet, dann wird zu dieser normalerweise kein Wein gereicht, es sei denn, es handelt sich um eine kräftige, gebundene Suppe. Wenn eine solche mit Madeira, Sherry oder Wein gewürzt wurde, sollten Sie das gleiche Getränk auch zur Suppe trinken.

Wenn Sie in einem Menü nur einen Wein trinken wollen, dann sollten Sie sich für einen besonders leichten und unkomplizierten Tropfen entscheiden, der die Speisen nicht durch ein penetrantes Aroma beeinflusst. Hier sind leichte Rot- und Weißweine eine gute Wahl.

Wenn Sie regionale Spezialitäten essen, dann gibt es nichts Besseres als die Weine aus der entsprechenden Region mit dem Essen zu kombinieren.

Zu süßen Speisen und Desserts trinkt man halbsüße Schaumweine, Prädikatsweine oder aber eine der diversen Auslesen: Spätlese, Beerenauslese oder Trockenbeerenauslese. Auch Dessert- und Süßweine wie Portwein, Sherry, Samos, Madeiras, Tokaier oder Malagaweine harmonieren perfekt mit dem süßen Abschluss im Restaurant.

Richtig Zutrinken

Es ist üblich, dass der Gastgeber sein Glas als Erster erhebt und seinen Gästen zutrinkt. Das Glas auf Kinnhöhe, äußert er möglicherweise einige Worte der Freude über die Anwesenheit der Gäste. Nun sollten die anwesenden Gäste ihr Glas erheben und einander zunicken, ein kurzes „Zum Wohl“ oder „Prost“ in die Runde ist angebracht, muss aber keinesfalls sein. Wichtig ist, dass Sie auch beim Trinken sitzen bleiben.

Wenn Sie keinen Alkohol trinken, können Sie Ihr Glas auch mit einem alkoholfreien Getränk problemlos erheben. Wichtig ist, dass Sie an einer feinen Tafel niemals mit Getränken anstoßen. Dies verbietet oft schon allein die hohe Anzahl der anwesenden Gäste, außerdem ist ein Chaos am Tisch vorprogrammiert. Einzige gültige Ausnahme bei formellen Einladungen sind besondere Anlässe wie Geburtstagsfeiern oder Jubiläen, also Anlässe, bei denen es wirklich etwas zu feiern gibt. Das Anstoßen sollte sich hier auf eine Runde beziehen und man darf dabei auch aufstehen, man stößt jedoch nie mit dem nachgeschenkten Glas an. Mit Bier wird bei formellen Anlässen im Allgemeinen nicht zugetrunken.

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