Parkour –
die Bewegung ist das Ziel

Vielleicht erinnern Sie sich ja noch an die Verfolgungsjagd relativ zu Beginn in „James Bond – Casino Royale“. Der Auftragsmörder Mollaka flieht vor James Bond durch ein Elendsviertel und über eine Baustelle zur Botschaft. Hindernisse werden kurzer Hand auf elegante Art und Weise übersprungen und der Rohbau dient als Hindernislauf und als Kulisse. Schließlich wird der Flüchtende von Bond erschossen.

Gespielt wird Mollaka von dem Extremsportler Sébastien Foucan. Der Franzose mit guadeloupianischer Abstammung gilt als einer der Mitbegründer von „L’art du deplacment“ aus denen sich Parkour und Freerunning entwickelten. Äußerlich erscheinen beide Sportarten recht ähnlich, sie unterscheiden sich allerdings in der Idee, die hinter der Fortbewegung steckt. Während es beim Freerunning, durch mehr akrobatische Elemente, eher um die Bewegungen geht, zielt Parkour auf Effizienz und Schnelligkeit ab.

Entstehungsgeschichte

Parkour wurde in den frühen 1980er Jahren von dem Franzosen David Belle begründet. Sein Vater, ein ehemaliger Vietnamsoldat, unterrichtete ihn in den Wäldern Nordfrankreichs in der „Méthode naturelle“ von Georges Hébert, in der es darum geht physisch und mental im Einklang mit der Natur zu sein. Als er nach Lisses, einem Vorort von Paris zog, versuchte er das Gelernte auf die urbanen Landschaften aus Stahl und Beton zu übertragen. Aus dem für ihn und den anderen Kindern spielerischem Überwinden von Hindernissen entwickelte sich nach und nach eine Art Sport. Im Laufe der Zeit erhöhte sich der Schwierigkeitsgrad und immer mehr urbane Hindernisse wie Mauern, Baugerüste und später ganze Fassaden wurden dem kreativen Spielplatz hinzugefügt.

Parkour scheint für die leidenschaftlichen Traceurs, so werden die Teilnehmer genannt, nicht einfach ein Sport zu sein, sondern vielmehr eine Philosophie. Es geht bei Parkour nicht um Showeffekte oder Mutproben. Auch die vielen akrobatischen Einlagen wie Saltos gehören nicht zu Parkour. Solche Bewegungen werden nur eingesetzt, wenn sie der effizienten Überwindung von Hindernissen dienen. Die Bewegung selbst ist die Motivation und nicht ein Wettkampf.

Eine effiziente Fortbewegung ohne Hilfsmittel

Bei Parkour geht es um die Verbindung von Ästhetik, Balance, Dynamik, Effizienz und Präzision. Effizienz ist im Sinne von Flucht gemeint. Hierbei geht es darum möglichst schnell, kraftsparend und sicher einen Weg durch den urbanen Dschungel zu finden. Um die geeigneten Voraussetzungen für diese Flucht zu entwickeln, bedarf es neben Konditionstraining und Krafttraining einer gewissen Schnelligkeit, Präzision und Balance. Zudem wird der Geist kreativ gefordert, da es immer gilt den effektivsten Weg durch seine Umgebung zu finden und bestimmte Bewegungsabläufe zu trainieren um dem imaginärem Verfolger zu entkommen. Dadurch dass man sich von seinen Gewohnheiten, durch Tore und vorbei an Mauern, löst, ergeben sich je nach Kreativität völlig neue Bilder der Umgebung.

Durch Parkour werden ureigene Fähigkeiten der Menschen wiederbelebt. Flüchten mussten Menschen schon seit Anbeginn unserer Zeit, sei es vor wilden Tieren oder Naturkatastrophen. In unserer heutigen hochentwickelten Zivilisation ist dies größtenteils nicht mehr zwingend nötig, da wir verschiedene Hilfsmittel zur Fortbewegung verwenden und uns auf dafür extra vorgesehene Wege begeben. Dies führt zwangsläufig dazu, dass wir bestimmte Fähigkeiten verlernen.

Wer sich näher über Parkour, die Philosophie und über verschiedene Moves informieren möchte, kann ja mal www.myparkour.com besuchen. Abschließend sei vielleicht noch gesagt: hohe Sprünge und waghalsige Manöver gehören nicht zu den Grundelementen von Parkour, stattdessen sollte man sich sein eigenes Können und seine Fähigkeiten bewusst machen und hiernach den Schwierigkeitsgrad wählen.

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Leserbriefe

Ein Kommentar

grenzreiter #

10. August 2011 // 13:00

Wer es geschickt macht, kanns sogar mit Behinderung durchführen

http://www.youtube.com/watch?v=asTWtw-yIk0&feature=player_embedded

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