Vespa, Schwalbe
und Co. – eine Liebe,
die ewig hält

Winzige Straßen, sengende Hitze und ein hektisches Treiben in der flirrenden Stadtluft. Ein ständiger Begleiter: Das Hupen der Motorroller, die sich durch die engen Gassen schlängeln. Obwohl die kleinen farbenfrohen Flitzer meist schnell unterwegs zu sein scheinen, werden die Zehen der Fußgänger irgendwie stets verschont. So kennen wir die Szene aus dem Italien- oder Spanienurlaub. Doch auch hierzulande haben Motorroller eine große Fangemeinde – dabei grenzt man sich als Besitzer einer seiner kultigen Vespa oder Simson Schwalbe Baujahr 1964 gern mal von den neumodischen Modellen südostasiatischer Hersteller ab.

Mein Baby gehört zu mir!

Er glänzt in einem kräftigen Beige, er ist laut, wunderschön und man würde ihn mit auf eine einsame Insel nehmen: der eigene Roller. Ob Vespa, Schwalbe oder Lambretta – kaum ein anderes Gefährt ist mehr Inbegriff von Sommer, Freiheit und Jugend. Echte Liebhaber rümpfen beim Gedanken an moderne High-Tech-Motorroller von Honda, Yamaha oder Suzuki allerdings die Nase angesichts solcher Geschmacksverirrungen. Alter ist Kult und je mehr Retro dem geliebten Schätzchen anzusehen ist, umso besser.

Italienisches Temperament

Erfolgreich machte die wendigen Flitzer natürlich niemand anderes als die Italiener. Seit 1946 stellte die italienische Firma Piaggio die Vespa her und Innocenti wurde mit der Lambretta bekannt. Früher waren Motorroller meist mit einem Zweitaktmotor ausgestattet, heute werden diese zunehmend durch Viertakter ersetzt. Außerdem sind die meisten Roller – zumindest in jüngeren Baujahren – mit Variomatikgetriebe, einem stufenlos verstellbaren Vollautomatikgetriebe, ausgestattet. Je nach Höchstgeschwindigkeit werden verschiedene Klassen unterschieden, wie etwa Mofa-Roller bis 25 km/h oder Mockicks bis 45km/h. Daneben gibt es noch 80er bzw. 125er, also Leichtkrafträder mit einer Leistung um 11/15 PS bis hin zu Großrollern mit einem Hubraum von 250 cm8 bis 850 cm8 und einer maximalen Leistung von 55 kW (75 PS). Das erste Motorrad deutscher Produktion wurde übrigens 1919 in Essen hergestellt. Es hatte eine Länge von nur 1,30 m und wurde damals „Motorläufer“ genannt. Schnuckelig.

Frühe Raritäten

Einer der ersten deutschen Roller, die nach dem Krieg hergestellt wurden, war die Walba, die später FAKA hieß und ab 1946 in Produktion ging. Der erste Rollerboom erfasste Deutschland in den Jahren des Wirtschaftswunders. Bekannte Typen von Motorrollern, um die sich Liebhaber heute reißen, waren das Maicomobil von Maico, der Heinkel Tourist der Ernst Heinkel Flugzeugwerke, die Zündapp Bella der Zündapp Werke GmbH, die Diana von Dürkopp und die Schwalbe von Simson. Die Produktion dieser Fahrzeugtypen wurde jedoch zwischen dem Ende der 50er und der Mitte der 60er Jahre eingestellt, die Schwalbe wurde in der DDR bis 1986 produziert.

Eine große Fangemeinde

Von der metallenen Leidenschaft Ergriffene gibt es viele – das Steckenpferd Motorroller findet seinen Niederschlag in regelmäßigen Treffen von Anhängern bestimmter Roller-Typen, zahlreichen Internet-Foren, in denen sich alles um das Wohlergehen der motorisierten Zweiräder dreht und diversen Ebay-Auktionen, bei denen die Preise für die blinkenden Zweiräder schnell mal im vierstelligen Bereich landen. Doch das Glücksgefühl, das sich einstellt, wenn man an einem warmen Sommertag mit der frisch polierten Prinzessin Vespa eine Landstraße entlang prescht, dürfte es allemal wert sein.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Leserbriefe

Ein Kommentar

David #

5. Juli 2011 // 19:23

Gefaellt mir gut der Blog. Tolle Themenwahl.

Antworten

RSS-Feed zu diesem Beitrag