Midlife Crisis – Mythos
oder unvermeidlicher Lebensabschnitt?

Zunächst ist zu sagen, dass die sogenannte Midlife Crisis rein wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist und auch nicht als psychische Erkrankung klassifiziert wird. Doch was genau ist eigentlich diese Lebenskrise, die vorzugsweise Männer mittleren Alters trifft? Wir haben das Thema einmal näher beleuchtet und haben Anregungen zusammen getragen, wie Sie der Krise entgehen können.

Wo ist die Zeit geblieben?

Sie sind im besten Alter, haben beruflich und privat alles erreicht und eigentlich fehlt es Ihnen an nichts? Aber dennoch fühlen Sie sich unwohl in Ihrer derzeitigen Lebenssituation und verspüren den unbändigen Drang nach Abenteuern. So geht es vielen Männern zwischen 40 und 50 Jahren, die plötzlich an einem Punkt in ihrem Leben stehen, an dem sie sich existenzielle Fragen wie „Soll es das gewesen sein?“ oder „Habe ich etwas verpasst?“ stellen.

Doch kein Grund zur Sorge, denn dieser Zustand muss nicht zwangsläufig zu einer Identitätskrise führen, sondern kann auch zu neuen Denkanstößen anregen. Es ist festzuhalten, dass diese Art Sinnfragen nicht unbedingt zu psychischen Störungen wie einer Depression führen und auch nicht jeder Mann ab 40 im Begriff ist alles hinzuschmeißen und sein Leben auf den Kopf zu stellen. Zwar gibt es sicherlich einige Extremauswirkungen, die über die Selbstreflexion hinaus gehen und zu, zum Teil fragwürdigen, Aktionen wie kosmetischen Eingriffen, einer Haar- oder Wimperntransplantation, einem superschnellen Sportwagen oder einer superjungen Begleiterin führen. Doch in den meisten Fällen verläuft die Midlife Crisis ohne größere Ausschweifungen und kann wie gesagt auch zu neuen Interessen oder Denkanstößen führen.

Die Ursache

Anders als bei der weiblichen Menopause läuft der hormonelle Abbau von Testosteron beim Mann sukzessive und in kleinen Schritten ab. Die sogenannte Krise hat also keine hormonellen Hintergründe, sondern ausschließlich soziale. Viele Forscher und Psychologen haben sich mit diesem Thema, das fast wie eine Modeerscheinung der heutigen Gesellschaft anmutet, beschäftigt und festgestellt, dass die Frage nach dem Sinn des Lebens zwar häufig und vor allem bei Männern zu beobachten ist, es sich allerdings auch um ein Luxusproblem handelt, das abhängig vom eigenen Selbstwertgefühl und einem vorherrschenden Jugendwahn ist.

Denn paradoxerweise tauscht die Frage nach der Lebenserfüllung in den meisten Fällen bei Männern auf, die scheinbar alles erreicht haben. Meist ist in diesen Fällen ein Punkt erreicht, der kaum steigerungsfähig ist und somit auf Stagnation hinweist. Die Frage ob es das schon gewesen sei kommt auf und führt zu entwicklungspsychologischen Krisen.

Die Krise nutzen

Sollte Ihnen das oben aufgeführte bekannt vorkommen oder stehen Ihnen die besten Jahre noch bevor, können Sie sich wappnen. Sie müssen nicht gleich Ihr altes Leben aufgeben, kündigen und die Beziehung auflösen, um sich und anderen zu beweisen, dass Sie noch nicht zum alten Eisen gehören. Reflektieren Sie stattdessen Ihr bisheriges Leben, was Sie erreicht haben und was Sie zukünftig gewillt sind zu erreichen oder zu erleben. Probieren Sie beispielsweise neue Hobbys und Freizeitaktivitäten aus oder suchen Sie in Ihrem Beruf nach neuen Aufgabenfeldern und Herausforderungen. Sie werden sehen, schon kleine Veränderungen können Ihr Leben auf erfüllende Weise bereichern und Sie entspannt und ohne Leistungsdruck in die Zukunft blicken lassen.

Und mal ganz ehrlich, eine entspannte Einstellung zum Leben und eine gesunde Portion Erlebnisdrang lässt Sie mit Sicherheit jünger und überzeugender wirken, als plötzlich in der Disko die Nächte durchzumachen und dabei Klamotten aus dem Kleiderschrank des Sohnes zu tragen.

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