Into the wild – Überleben in der Wildnis

Manchmal geht es eben schneller als man denkt und schon hat man sich auf der geplanten Tagestour im Gebirge verirrt oder im Abenteuer-Urlaub den Anschluss an die Gruppe verloren. Oft ist der Ausgang des Irrgartens schnell gefunden, doch im Ernstfall muss man sich etwas länger in der Wildnis aufhalten und dann gilt es, die Grundbedürfnisse nach Wasser und Nahrung mit einfachen, aber wirkungsvollen Mitteln zu stillen. Wir verraten Ihnen, wie.

Wichtig: Trinken

Wasser spielt für das Überleben in der freien Wildnis eine wichtige Rolle: Ohne Nahrung kann der Körper einige Tage und sogar Wochen auskommen aber ohne Wasser wird es, besonders in warmen Regionen schnell heikel. Grundsätzlich gilt: Hat man mehrere Wasserquellen zur Auswahl, dann ist stets Wasser aus einer Quelle zu bevorzugen, die von siedelnden Menschen und Tieren möglichst weit entfernt sein sollte, so ist die Gefahr einer Verschmutzung geringer. Warmes Wasser ist der ideale Nährboden für Bakterien und Viren, trinken Sie also möglichst kaltes Wasser, das außerdem klar und geruchlos sein sollte. Wasser mit einer hohen Fließgeschwindigkeit ist außerdem immer die erste Wahl im Gegensatz zu einem stehenden Gewässer.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, verunreinigtes Wasser zu säubern: Man kann das Wasser durch eine mit Sand gefüllte Socke filtern, was natürlich Viren und Bakterien nicht entfernt. Ein selbst gebauter Wasserfilter aus Stoff, Kohle, Sand, Kies und Moos (in dieser Reihenfolge) filtert mehr Stoffe aus dem Wasser, die Kohle wirkt zudem noch antibakteriell und filtert feinste Schwebstoffe. Dazu eignen sich eigens dafür hergestellte Tabletten, die im Fachhandel erhältlich sind. Achtung bei Wasser, das durch Destillation gewonnen wurde: Das Wasser enthält kein Salz und sollte durch solches oder andere Mineralien „gepimpt“ werden.

Nahrung finden

Beim Thema Nahrung geht es in der Wildnis weniger delikat zu als am Buffet: Vom Jagen wilder Tiere sollten Outdoor-Amateure die Finger lassen, denn um größere Tiere zu fangen, bedarf es einiger Planung und Fingerfertigkeit, außerdem besteht die Gefahr, sich durch rohes Fleisch mit gefährlichen Parasiten zu infizieren. Einfacher zu beschaffen ist vegetarische Kost: Pflanzen mit hohem Nährwert sind Pastinaken, Vogelmiere, Himbeeren, Eicheln, Schilf, Rohrkolben, Haselnüsse, Hagebutten, Wiesenbocksbart oder Teichlinsen. Pflanzen werden am besten in Wasser gekocht oder gedünstet. Dafür eignet sich Alufolie ganz besonders, da sie nicht verbrennt und sich wunderbar zu einem Topf formen lässt. Alufolie ist übrigens auch bestens als Unterlage fürs Nachtlager geeignet, da sie wasserabweisend und isolierend ist. Frühstück mit Ekelfaktor sind natürlich Insekten, die aber sehr eiweißhaltig sind: Knabbern Sie am besten Maikäfer, Heuschrecken, Ameisen und Larven.

Wo bin ich?

Um die Himmelsrichtung ohne einen Kompass zu bestimmen, gibt es Mittel und Wege: Einfach ist es mit einer analogen Armbanduhr. Richten Sie den Stundenzeiger auf die Sonne. Halbieren Sie nun den Winkel, der sich zwischen dem Stundenzeiger und der Ziffer 12 auf der Uhr ergibt: In dieser Richtung liegt Süden. Innerhalb der Sommerzeit muss man eine Stunde abziehen, also den Winkel zwischen der Ziffer eins und dem Zeiger halbieren. Diese Methode funktioniert hervorragend in Europa, je näher Sie sich jedoch am Äquator befinden, umso ungenauer wird die Methode.

Wenn eine solche Methode nicht in Frage kommt, kann auch ein Blick auf die Rinde von Bäumen helfen: Bäume haben auf der Nordseite weniger Äste und sind feuchter, was das Wachstum von Moosen auf der Nordseite begünstigt. Wenn Sie eine Nadel zur Hand haben, können Sie Ihren Kompass auch selbst bauen: Magnetisieren Sie dazu eine Nadel, indem Sie sie an Ihren Haaren oder einem Wollpullover reiben. Legen Sie die Nadel vorsichtig auf eine Pfütze oder in ein mit Wasser gefülltes Gefäß, nachdem Sie sie mit etwas Fett eingerieben haben (in der Not tut es auch Ohrenschmalz!). Die Nadel wird sich nach einiger Zeit in nördliche und südliche Richtung ausrichten. Bei Nacht kann der Polarstern, der erste Stern an der Weichsel des kleinen Wagens helfen: Er befindet sich ziemlich genau über dem geografischen Nordpol.

Ein Feuer machen

Keine einfache Aufgabe, vor allem nicht im feuchten Wald: ein Feuer machen. Für das Brennmaterial gilt: Je härter das Holz, umso größer ist die Hitze des Feuers. Weiches Holz hingegen brennt schneller ab und hält Insekten fern. Ein perfekter Brennstoff: getrockneter Dung. Ansonsten tut es auch Torf, also abgestorbene Teile von Pflanzen, die sich im Moor nicht vollständig zersetzen. Wenn Feuerzeug und Streichhölzer zum Entzünden der Flamme fehlen, kann ein an einem Feuerstein geriebenes Messer den gewünschten Erfolg bringen. Wenn das Feuer einmal brennt, kann man nasses Holz dicht ums Feuer platzieren, damit es trocknet. Natürlich kann auch die richtige Kleidung dazu beitragen, dass man nicht friert: Da Luft ein guter Isolator ist, empfiehlt es sich, mehrere Schichten übereinander anzuziehen, wobei die äußere Schicht wind- und wasserabweisend sein sollte.

Packen Sie in jedem Fall eine vom Rucksack unabhängige Tasche ein, in welcher Sie ein Taschenmesser, ein Feuerzeug, Streichhölzer und einen Kompass aufbewahren, dann sind Sie beim Verlust Ihres Rucksacks mit einem Survival-Kit ausgerüstet!

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Leserbriefe

Ein Kommentar

Wolfgang #

7. Dezember 2011 // 23:44

Hi,
den Tipp mit dem Kompass vielleicht mal ausprobieren. Ein Reiben an Haaren, Seide, Wolle, … führt zu elektrostatischer Aufladung aber zu keiner Magnetisierung. Ein elektrostatisches Feld kann man aber leider nicht zur Orientierung verwenden :(
(nicht mal zum Aufladen vom Akku des GPS :) )
Ein Reiben an einem Dauermagneten bewirkt dagegen eine Magnetisierung der Nadel und man hat einen provisorischen Kompass.

Viele Grüße
Wolfgang

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