Der Sport der Gentlemen

Jagen, Reiten, Fischen – lange Zeit galt dieses Trio als sportliche Betätigung, die ausschließlich dem Gentleman vorbehalten war. Gerade die Briten zelebrierten diese Art, sich körperlich zu betätigen. Zwar war das Aufkommen des Sports eng mit dem Aufstieg der englischen Gentlemen zur herrschenden Klasse Englands verbunden, aber die sportliche Betätigung blieb nicht lange auf die oberen Gesellschaftsschichten beschränkt. Gerade Sportarten, bei denen keine aufwendige Ausrüstung erforderlich war, wurden auch von breiten Bevölkerungsschichten ausgeübt.

Inselsport

Die ursprünglichen Formen des Gentleman-Sports haben sich im Laufe der Zeit immer weiter entwickelt. Das Reiten, welches aufgrund der damit verbundenen Kosten stets den oberen gesellschaftlichen Schichten vorbehalten war, entwickelte sich zum Sport mit Wettkampfcharakter und erfreut sich bis heute in Form von Pferderennen großer Beliebtheit. Ein berühmtes Beispiel ist das traditionsreiche Royal Ascot Pferderennen. In der Grafschaft Berkshire, südlich von Windsor, versammeln sich alljährlich diejenigen, die in England Rang und Namen haben.

Auf den britischen Inseln entstanden auch neue Sportarten. So gilt Rugby, dessen Geschichte eng mit der des Fußballs verknüpft ist, bis heute als absoluter Gentleman-Sport. Ähnlich ist es mit Snooker, einer Variante des Billards. Für Snooker gibt es eine spezielle Kleiderordnung: Alle Spieler müssen in Anzug mit Fliege antreten und beim Spiel wird in besonderem Maße auf Contenance und gegenseitigen Respekt Wert gelegt.

Eine besonders in den Ländern des Commonwealth beliebte Sportart ist Cricket. Dieses, für Außenstehende, durch seine Gemächlichkeit wenig spannend anmutende Spiel basiert auf einem komplizierten Regelwerk und kann wahre Begeisterungsstürme im Zuschauerraum auslösen – auch, wenn ein Durchlauf von Zeit zu Zeit bis zu drei Tage andauern kann.

Gesunder Geist in gesundem Körper

Das Herrenblatt rät: Ein Gentleman sollte immer darauf achten, geistig und körperlich in Form zu bleiben. Das ist nicht nur gesellschaftlich förderlich, sondern dient auch der Steigerung des eigenen Wohlbefindens. Auch sogenannte Kampfsport-Arten können dem Gentleman dienlich sein, denn Kampfkunst à la Karate, Judo oder Taekwondo kann nicht nur bei der Selbstverteidigung helfen, sondern erfordert auch ein hohes Maß an Disziplin – was wiederum auch zu den Tugenden eines Gentleman zählen sollte.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Leserbriefe

Keine Kommentare

Noch keine Kommentare oder Backlinks.

RSS-Feed zu diesem Beitrag