What a man

Alex ist 30, Lehrer, und, wie ihm seine beste Freundin und überzeugte Öko-Aktivistin Nele vorwirft, ständig in Beziehungen mit irgendeiner Zimtzicke, die ihn unterbuttert. Alex‘ aktuelle Zimtzicke heißt Carolin (Mavie Hörbinger) und buttert ihn auch unter, und zwar ordentlich. Selbst als Caro eines Tages mit Jens (Thomas Kretschmann) aus dem zweiten Stock durchbrennt und Alex aus der gemeinsamen Wohnung wirft, muss Nele ihm erst kräftig den Kopf waschen, damit er nicht in Selbstmitleid und Liebeskummer zerfließt.

Macho-Kurse und beste Freude

Alex kommt vorerst bei Nele, deren Beziehungswelt genauso chaotisch ist wie sie selbst, unter und diagnostiziert fehlende Männlichkeit als Hauptursache seiner Probleme. Okke (Elyas M’Barek), Alex‘ bester Freund, gibt Alex Kurse im Möchtegern-Macho sein, die sich jedoch als recht schwieriges Unterfangen erweisen: Die Ausflüge der beiden ins Reich des Testosteron scheitern kläglich und zwischen wilden Brownie-Schlagsahne-Orgien mit Partybekanntschaft Laura, Boxen, Gewichtheben , Eminem-Showeinlagen im Club und Waldbewohner Volker, der Lektionen im Bäume fällen und Bäume pflanzen gibt, findet sich Alex plötzlich nackt im Bett wieder – mit Nele. Am nächsten Morgen versichert man sich gegenseitig hektisch der unbeeinträchtigten Freundschaft und damit fangen die Probleme natürlich erst an.

Flacher Humor und Berge von Klischees

Kaum zu glauben, dass der deutsche Film nach „Keinohrhasen“ plus Fortsetzung, „Kokowääh“ und „Stadtgespräch“ noch flachere und vorhersehbarere Storys ohne Tiefgang zu bieten hat – „What a man“ liefert jedoch den Beweis. Auf Matthias Schweighöfers Dackelblick kann man sich wie immer verlassen – ob die ewig gleiche Rolle als winselnder, milchreiskochender Bubi seiner Karriere jedoch zuträglich ist, sei dahingestellt. „What a man“ ist Schweighöfers Regiedebut, was den Flachwitz, der den gesamten Film durchzieht wie eine Leier, nicht besser macht.

„What a man“ wird beherrscht von plumpen Klischees und selbst der Versuch mit Neles Liebschaft Etienne, dem baguettefutternden und weintrinkenden Franzosen, das Klischee auf die Schippe zu nehmen, entlockt einem nur ein müdes Lächeln. Die deutsche Komödie scheint für jegliche Form tiefsinnigeren Humors einfach nicht empfänglich zu sein. Auch Sibel Kekilli, bekannt durch ihre ergreifende Leistung aus Fatih Akins Film „Gegen die Wand“ steht sich in ihrer Rolle im längst bekannten Szenario aus den heimlich verliebten besten Freunden nur selbst im Weg. Der deutsche Film kann mehr, auch wenn dies in Anbetracht der Fülle deutscher Kitsch-Romanzen mit Langweiler-Garantie oft in Vergessenheit gerät.

„What a man“ kommt am 25. August in die deutschen Kinos.

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