Wasser für die Elefanten

1931, die Vereinigten Staaten bekommen die Weltwirtschaftskrise und die Prohibition deutlich zu spüren. Jacob Jankowski (Robert Pattinson), der Sohn polnischer Einwanderer bricht in den düsteren Tagen der großen Depression nach dem tragischen Unfalltod seiner Eltern sein Studium der Veterinärmedizin kurz vor dem Examen ab und verlässt das gemeinsame Haus mittellos, um in einer der größeren amerikanischen Städte ein neues Leben anzufangen.

Bizarre Zirkuswelt

Er springt auf einen vorbei fahrenden Zug auf und befindet sich damit ausgerechnet auf dem fahrbaren Untersatz für den finanziell strauchelnden Wanderzirkus der legendären „Benzini Brothers“, der von August Rosenbluth (Christoph Waltz) und seiner Frau Marlene (Reese Witherspoon) mehr schlecht als recht durch die wirtschaftlich schwierigen Zeiten gebracht wird. Jacob wird als Tierarzt und Tierpfleger in den Dienst des Zirkus gestellt. Ein erster Blick hinter die Kulissen zeigt August Rosenbluth als einen despotischen und cholerischen Zirkusdirektor, der vor Tierquälerei genauso wenig zurückschreckt wie vor der tyrannischen Herrschaft über seine Mitarbeiter, die er aus dem Zug werfen lässt, wenn gerade kein Geld für die anstehenden Löhne in der Kasse ist.

Tyrannenherrschaft

Seine Frau Marlene, die in den Vorführungen Kunststücke aufführt, liebt August innig und mit der Dominanz eines tyrannischen Patriarchen. Als Marlenes Pferd wegen einer Krankheit von Jacob erschossen werden muss, ist eine wichtige Geldquelle des Zirkus‘ ruiniert. Verzweifelt kauft August die Elefantendame Rosie in der Hoffnung auf einen neuen Publikumsmagneten. Die Dressur des störrischen Dickhäuters erweist sich jedoch als äußerst schwierig. Bei den Erziehungsversuchen des Elefanten kommen sich Marlene und Jacob, der seit seiner ersten Begegnung mit der zarten Frau des Zirkusdirektors fasziniert von ihr ist, erstmals näher – eine Entwicklung, die den wachsamen Augen des jähzornigen August nicht lange verborgen bleibt.

Unharmonisches Trio

Der Film macht einem das Urteil nicht leicht. In der Manege des Hollywoodstreifens von Francis Lawrence, der den Bestseller von Sara Gruen frei verfilmt, versammelt sich ein durchaus namhaftes Darstellertrio: Da ist dieser wieder einmal potentiell großartige Christoph Waltz als cholerisch-diabolischer Tyrann in Frack und Zylinder, der aber an kaum einer Stelle des Films zu seiner ganzen Größe heranwachsen kann, denn da fehlt die hochwertige Kulisse, die klischeefreie Background-Story, mit deren Qualität Waltz verschmelzen kann. Neben ihm tänzelt eine wenig überzeugende und anstrengend püppchenhafte Reese Witherspoon durchs Bild und mittendrin übt Twilight-Star Robert Pattinson abwechselnd die Wundversorgung von Elefantendame Rosie (natürlich charmant: Elefantenkuh Tai, bekannt aus „Die dicke Vera“ mit Bill Murray von 1996), die ihr August in einem seiner Wutanfälle zugefügt hat und sein bubenhaftes Lächeln. Alle drei passen irgendwie nicht so recht zusammen und so wird der Film eher zu einer anstrengen Kombination aus vorhersehbarem Plot und nervtötendem Hollywood-Soundtrack.

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