Der Pirelli Kalender – Eine Legende in Bildern

Kalender mit Fotos leicht bekleideter Schönheiten genießen in der Regel einen eher anrüchigen Ruf und sind auch meist nur an den Wänden von Hinterhof-Garagen oder in Studentenwohnheimen zu finden. Nicht so der legendäre Kalender des italienischen Reifenfabrikanten Pirelli.

Topmodels und Berühmtheiten aus der Filmwelt reißen sich darum einen Kalendermonat zu repräsentieren und sind dafür sogar bereit blank zu ziehen. Dies hängt meist auch mit den Fotografen zusammen, denn auch hinter der Kamera steht nur wer Rang und Namen hat. Jährlich wechselnde Künstler und Fotografen wie zum Beispiel Sarah Moon, Richard Avedon oder jüngst Karl Lagerfeld interpretieren ihr Bild von Schönheit, Natur und Weiblichkeit in zwölf atemberaubenden Bildern.

Auch die Kulissen der Fotoproduktionen können sich sehen lassen. Plätze und Länder wie die Seychellen, die Bahamas oder belebte Stadtkulissen machen die Kalenderbilder so außergewöhnlich.

Die drei Epochen des Pirelli-Kalenders

Die Geschichte des berühmten Pirelli-Kalenders kann ich drei Epochen unterteilt werden, wobei die erste das Jahrzehnt zwischen 1964 und 1974 wiederspiegelt. Nach diesem Jahrzehnt wurde die Produktion aufgrund der Rezession durch den Jom-Kippur-Krieg und die weltweite Ölkrise für neun Jahre eingestellt.

Zwischen 1984 und 1994 erlebt der Kalender eine Wiedergeburt und beginnt an die alten Erfolge des ersten Jahrzehnts anzuknüpfen, um dann ab 1994 zum absoluten Kultkalender aufzusteigen.

Schon bei den ersten Ausgaben zeigt sich, dass hinter den Aufnahmen auch ein kultureller Zweck steht. So ließ sich beispielsweise Harry Peccinotti im Jahr 1968 von den Gedichten von Elizabeth Barrett Browning, Allen Ginsberg und Ronsard inspirieren. Vier Jahre später wird mit Sarah Moon die erste Fotografin engagiert, die einige Tabus ihrer Zeit brach.

1987 erschuf Terence Donovan einen Kalender, der komplett dem Inbild einer farbigen Venus gewidmet war. Zu seinen Hauptdarstellerinnen gehörte unter anderem Naomi Campbell, die damals erst 16 Jahre alt war.

Der teuerste Kalender der Welt

„The Cal“ wie der Kalender auch genannt wird, wird von Pirelli als spezielles Kommunikationsinstrument genutzt. Kein anderer Kalender erregt weltweit so viel Aufmerksamkeit, wie der limitierte und unverkäufliche Pirelli-Kalender.

Hochkarätige Art Directors und Fotografen arbeiten Hand in Hand, um das Thema Schönheit Jahr für Jahr aufs Neue glamourös und gleichzeitig modern darzustellen. Das Pirelli-Produkt, nämlich die Reifen stehen dabei im Hintergrund oder werden gar nicht berücksichtigt.

Die Ausnahme gab es nur im Jahr 1984, als Martyn Walsh auf den Bahamas eine Reifenspur des damals neuen P6 in den Sand ziehen ließ.

Pirelli verschenkt den Kalender jedes Jahr an ausgewählte Geschäftskunden und Freunde des Hauses. Dieses Konzept macht den Kalender bei seinen Fans jedoch umso begehrter und somit zum teuersten Kalender der Welt. Im letzten Jahr wurde die Kalenderausgabe von 2003, fotografiert von Bruce Weber, bei einer Auktion für 13.000 Euro versteigert. Der Erlös wurde von Pirelli in den Bau einer Schule in Sierra Leone investiert.

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