Camp Armadillo

Sechs Monate lang hat der Dokumentarfilmer Janus Metz eine Gruppe dänischer Rekruten bei ihrem Einsatz in Afghanistan begleitet. Das Ergebnis ist eine erschütternde und authentische Dokumentation des Kriegsalltags, der blutigen Kampfhandlungen mit den Taliban und den unermesslichen Leiden der Zivilbevölkerung.

Mads sitzt mit seiner Familie am Tisch. Er muss sich den besorgten Fragen seiner Eltern stellen, die die Entscheidung ihres Sohnes nicht begreifen können: Nur wenige Tage später beginnt Mads sechsmonatiger Auslandseinsatz in Afghanistan. Seine Aufgabe ist es, gemeinsam mit der Kampftruppe die Zivilbevölkerung zu schützen und den Frieden in der Region langfristig zu sichern.

Bedrückende Nähe

Die Kamera immer im Anschlag, ohne jedoch wertend zu sein oder jemals in das Geschehen einzugreifen zeigt Metz eindrucksvoll, dass im afghanischen Hinterland alles andere als Frieden herrscht. Der uneingeschränkte Zutritt, den Metz und die Filmcrew zum Aufenthaltsort der dänischen Kampfeinheit in Afghanistan erhielten, ermöglicht dem Kamerateam eine bedrückende Nähe zum Geschehen, wie sie bei den Truppen anderer Länder kaum möglich gewesen wäre. Der Preis für die Ehrlichkeit ist sowohl für das Filmteam als auch für den Zuschauer die beklemmende Einsicht in den Alltag aus Tod, Angst, Gewalt, Machtlosigkeit und die Konfrontation mit der Sinnfrage eines nie enden wollenden Krieges.

Ferner Frieden

Der Auslandseinsatz lässt körperlich und seelisch verwundete Soldaten zurück, deren anfängliche Abenteuerlust und Offenherzigkeit im Kriegsalltag des afghanischen Hinterlands schnell gegen zynischen Realismus und psychische Angeschlagenheit ausgetauscht wird. Die unmittelbare Teilnahme am Kriegsgeschehen durch die Nähe der Kamera und die gespannte Lage in der Krisenregion, die die Soldaten immer tiefer in die blutigen Auseinandersetzungen mit den Taliban geraten lässt, lassen den Frieden in Afghanistan als Utopie in weite Ferne rücken.

Kritischer Nachwuchsregisseur

Camp Armadillo gewann bei den Internationalen Fimfestspielen von Cannes 2010 in der Sparte „Semaine de la Critique“, die besonders innovative und zukunftsweisende Produktionen auszeichnet. Mit „Camp Armadillo“ wurde dabei der erste dänische Film in dieser Kategorie prämiert. Der Film gewann außerdem die „Camera d’or“ in der Sparte „Debütfilm“ in Cannes. Regisseur Janus Metz gelang der Durchbruch bereits mit den Produktionen „Love On Delivery“ und „Ticket To Paradise“, in denen er Zwangsheirat, Prostitution und Globalisierung thematisierte. Für seine engagierte Arbeit wurde Metz bereits mehrfach ausgezeichnet. „Camp Armadillo“ ist die erste Langfilm-Dokumentation des 34jährigen Filmemachers.

„Camp Armadillo“ ist ab dem 10.Mai 2011 auf DVD oder als Blu-ray Disc erhältlich.

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