Big Mamas Haus: Die doppelte Portion

Kaum jemand kennt sie nicht: Big Mama, der als Frau verkleidete, undercover ermittelnde FBI-Cop Malcolm Turner, der mit der obligatorischen Arschbombe, seiner Riesenklappe und Körbchengröße Doppel-DD bisher jeden Fall gelöst hat. Im dritten Teil von John Whitesell hat die Mammut-Matriarchin Ihre „Großnichte“ Charmaine dabei, die eigentlich sein pubertierender Stiefsohn Trent ist. Doch auch Charmaine schafft es im dritten Teil kaum, aus dem ohnehin schon abgedroschenen Dummgeschwätz von Big Mama einen halbwegs unterhaltsamen Kinofilm zu machen.

Dumm gelaufen

FBI-Agent Malcolm Turner (Martin Lawrence) alias Undercover-Alter-Ego Big Mama hat ziemlich viele Probleme an der Backe: Bei einem misslungenen FBI-Einsatz wird sein Stiefsohn Trent (Brandon T. Jackson) zufällig Zeuge, wie ein getarnter Mittelsmann von Gangstern ermordet wird, die beim FBI schon lange auf der schwarzen Liste stehen. Die letzte Botschaft des Sterbenden an Trent lautet: „Du findest es in der Musik“. Während Trent, der zum Leidwesen seiner Eltern viel lieber eine Laufbahn als Rapper einschlagen will anstatt an der Universität zu studieren, an eine Prophezeiung glaubt, weiß Turner sofort Bescheid: Die Worte sind ein Hinweis auf das Versteck geheimer Daten, welche die Täter zweifelsfrei überführen würden. Was Turner außerdem weiß: Der Datenstick befindet sich irgendwo im GGSA, einer Kunsthochschule nur für Studentinnen.

Wie der Vater, so die Großnichte

Turner und seinem Sohn gelingt im letzten Moment die Flucht. Turner weiß, dass Trent als Mordzeuge nun in Lebensgefahr schwebt und was tut ein Malcolm Turner, wenn sein FBI-Aufzug mal wieder zu viel Aufsehen bei geheimen Ermittlungen erregen würde? Er bindet sich zwei Riesenbrüste um, polstert alle weiblichen Problemzonen, steigt in ein geblümtes Kleid in Kreischrot, setzt sich die Lockenperücke auf und steigt als Big Mama aus der Zauberkugel. An der Hand hat Big Mama diesmal ihre Großnichte Charmaine alias Trent dabei, die nicht weniger füllig und Oma-gestylt daherkommt als sie. Die Mission der beiden: Den Datenstick finden und die Gangster dem FBI ausliefern.

Gender Studies

Im GGSA bewirbt sich um die Stelle als Herbergsmutter und wird prompt eingestellt. Für die neue „Angestellte“ und ihre bizarre Großnichte heißt es nun an der Kunsthochschule: Mit abgespreiztem kleinen Finger Tee trinken, Ballet tanzen und Cosmopolitan lesen – keine einfache Aufgabe für zwei, die eher auf ihre Rollen als Vater und Sohn eingespielt sind…
Es kommt wie es kommen muss: Charmaine verliebt sich in die schöne Kunststudentin Haley (Jessica Lucas) und arrangiert ein Treffen mit seinem Alter Ego Trent. Die Gangster, die auf Trents Spur sind, folgen beiden bis zur Hochschule, wo Trents Tarnung auffliegt und plötzlich nicht mehr nur Turner und Trent in Lebensgefahr sind….

Das Leben ist zu kurz für schlechte Filme

Ein Blick aufs Kinoplakat verrät eigentlich schon alles:„Big Mamas Haus – Die doppelte Portion“ ist perfekt geeignet für verregnete Sonntage, bei denen man sich nichts sehnlicher wünscht als das Niveau an der Kasse abzugeben, sich eine Riesenladung Popcorn zu holen und sich von einem vorhersehbaren Plot und plumpen Lachern berieseln zu lassen. Flach, flacher, Big Mama – daran kann auch die Pseudo-Moral nichts ändern, die versucht, Klischees und Diskriminierungen durch konstruierte Moralpredigten zu unterlaufen, denn letztendlich lebt der Film von Geschlechterklischees und abgeschmackten Schenkelklopfern, die von peinlichen Musical-Szenen begleitet sind, bei denen im Kino einfach niemand Pipi in den Augen hat. Es sei denn, weil die Erkenntnis, dass man die Geldbörse hätte schonen und sich die Zeit auch hätte schöner vertreiben können, mit voller Wucht eingeschlagen hat.

„Big Mamas Haus – Die doppelte Portion“ kommt in Deutschland am 3. März 2011 in die Kinos.

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Leserbriefe

Ein Kommentar

Maik #

2. März 2011 // 17:00

Eine wirklich treffende Rezension. Der Film war leider teilweise relativ platt und leicht vorhersehbar. Einige stupide Lacher hellten diese monotone Grundstimmung etwas auf, vermochten das Niveau allerdings nicht zu steigern.

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