Auf brennender Erde

Mitten in der Wüste steht ein Trailer lichterloh in Flammen. Die Überreste zweier Liebender werden in den verkohlten Überresten des Wohnwagens gefunden. Das Schicksal von zwei Familien wird durch diese Katastrophe für immer fest miteinander verknüpft. Über ein Jahrzehnt später wird die attraktive Restaurantbesitzerin Sylvia (Charlize Theron) Stück für Stück von ihrer Vergangenheit, die sie die letzten Jahre erfolglos versucht hat zu verdrängen, eingeholt.

Geister der Vergangenheit

Guillermo Arriaga führt uns in seinem Regiedebüt „Auf brennender Erde“ in eine schicksalhafte und düstere Vergangenheit. Nachdem ihm seine Drehbücher von „Amores Perros“, „21 Gramm“ und
„Babel“ zu Anerkennung und großem Bekanntheitsgrad verhalfen, erwartet uns hier seine erste Regiearbeit. Für die Hauptrollen konnte Arriaga Charlize Theron und Kim Basinger gewinnen. Zusätzlich besetzte er Jennifer Lawrence, die als der neue Stern am Hollywoodhimmel gilt und uns gerade mit ihrer herausragenden Leistung in „Winter’s Bone“ überzeugen konnte.

Der sogenannte „Meister des Verschachtelten Erzählens“ verknüpft auch hier wieder geschickt vier Handlungsstränge, die zu unterschiedlichen Zeiten spielen.
Während die Haupthandlung in Seattle spielt, springen die Rückblenden zwischen der Wüste und dem trostlosen Grenzland zwischen Mexiko und den Staaten hin und her. Die gekonnt gestreuten Rückblenden bieten dem Zuschauer den Schlüssel zu den erahnenden Geschehnissen.

Reise in die Vergangenheit bringt Licht ins Dunkel

Die scheinbar zusammenhanglosen Handlungen in der Vergangenheit lösen sich im Laufe des Films relativ einfach auf, teilweise kann man die Zusammenhänge schon nach den ersten 30 Minuten erahnen, und obwohl dem Zuschauer schnell bewusst wird auf welche Wahrheit der Film zusteuert, schafft es Arriaga die Spannung durch atmosphärische Tiefe, welche durch das hervorragende Spiel der Charakterdarsteller unterstrichen wird, aufrecht zu halten.
Man wartet die ganze Zeit nur gespannt darauf, dass die eigenen Vermutungen endlich Wahrheit werden. Zusätzlich unterstützt durch die von Hans Zimmer komponierte dichte und atmosphärische Musik entsteht ein einfühlsames und ruhiges Drama.

Wer jetzt eine hochtrabende Story und ein spektakuläres Ende erwartet ist hier an der falschen Adresse. Wer allerdings auf schicksalsbehaftetes Gefühlskino mit Tiefgang und Atmosphäre steht, dem sei dieser Film, der am 26. Mai 2011 in den deutschen Kinos startet, ohne Bedenken ans Herz gelegt.

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