Name: Wilko Bereit. Beruf: Braumeister.

Wilko Bereit (38) hat einen Beruf, von dem viele Männer sicher träumen: Er ist Bierbrauer in der Neuköllner „Privatbrauerei am Rollberg“. Der geborene Neuköllner hat seine komplette Ausbildung in Sachen Bier brauen in Berlin absolviert. Seit Dezember 2009 kann man in vielen Berliner Kneipen das in der Brauerei gebraute Bier „Rollberger“ trinken, das es in fünf verschiedenen Sorten gibt. Herr Bereit hat uns Rede und Antwort zu seinem Wunschberuf gestanden.

Herr Bereit, wie viel Bier brauen Sie am Tag?

Wir produzieren zweimal wöchentlich 1500 Liter Bier, kommen also jede Woche auf 3000 Liter.

Braumeister ist ja heutzutage schon fast ein exotischer Beruf. Wie kommt man denn darauf, Bier brauen zu wollen?

Das war bei mir einfach ein Zufall. Ich wusste nicht so richtig, was ich werden sollte und habe damals einen Brauer kennengelernt. Ich fand die Vorstellung des Brauens sofort interessant. So habe ich ein vierwöchiges Praktikum gemacht und war sofort angefixt. Also machte ich eine Ausbildung, die ich wegen meines Abiturs und guter Berufsschulzeugnisse auf zwei Jahre verkürzen konnte. Ich habe die Gesellenjahre angerissen und von 2001 bis 2002 meinen Meister gemacht….Seitdem möchte ich nichts anderes mehr machen!

Verraten Sie doch bitte mal einem Normalsterblichen, was man in so einer Ausbildung lernt.

Putzen, putzen, putzen….und kosten!

Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie in Ihrer Brauerei?

Mittlerweile sind der Geschäftsführer, eine Servicekraft, ein Praktikant und ich Full Time vor Ort. Zwei Tage die Woche erledigt eine Bürohilfe die anstehenden Aufgaben und Reinigungskräfte beschäftigen wir nach Bedarf.

Wie würden Sie den Geschmack von „Rollberger“ in drei Worten beschreiben?

Hat seinen eigenen!

Gibt es etwas, was die Privatbrauerei am Rollberg von anderen Brauereien unterscheidet?

Im Grunde mache ich nichts anderes als meine Braumeister-Kollegen: Ich nehme Wasser, Malz, Hopfen und die Hefe für die Vergärung. In meiner Brauerei wird jedoch viel Wert auf beste Qualität bei den Rohstoffen gelegt. Das Bier hat außerdem ausreichend Zeit für eine saubere Vergärung und Lagerung – so braucht man am nächsten Tag kein Aspirin! In meinem Bier stecken neben hochwertigen Rohstoffen übrigens ne Menge Liebe und Punk – das macht es so besonders.

Welche Biersorten werden in der Privatbrauerei am Rollberg gebraut?

Es gibt insgesamt fünf Sorten, zwei davon werden jedoch nur saisonal gebraut. Die Sorte „hell“ kommt einem Pils sehr nahe. Da ich aber an der Definition eines richtigen Pils „vorbeibraue“, darf es den Namen nicht tragen. „Rot“ ist ein Exportbier mit rötlicher Farbe. Es ist mild gehopft und hat einen malzigen Geschmack. „Weizen“ ist, wie der Name schon sagt, ein Weizenbier. Je nach Saison bieten wir auch die Sorten „Maibock“ und „Winterbock“ an; beides sind Starkbiere mit 7% vol.

Woher kommen die Rohstoffe für Ihr Bier?

Das Wasser kommt von Berliner Wasserbetrieben. Das Weyermann Malz bekommen wir aus Bamberg und der Hopfen kommt aus der Hallertau. Wir kaufen unsere Rohstoffe fast ausschließlich in Bio-Qualität ein – leider nur fast, denn eine Malzsorte ist nicht als Bio-Variante erhältlich. Ich stelle die einzelnen Bierrezepte aus acht verschiedenen Malzen her. Der Hopfen ist zu 100% Bio und wir verwenden ausschließlich drei verschiedene Sorten Bio-Aromahopfen.

Haben Sie einen Ausschankbetrieb oder wird Rollberger nur an die Gastronomie verkauft?

Das Konzept von Rollberger liegt bei der Auslieferung von Fässern in die Gastronomie. Wir haben hier aber auch einen Ausschank, der von Donnerstag bis Samstag von 17-01 Uhr geöffnet ist und sonntags von 14-22 Uhr. Essen verkaufen wir jedoch nicht, es ist aber kein Problem, wenn die Gäste ihr eigenes Grillzeug mitbringen und den Grill auf der Terrasse benutzen oder sich einfach eine Pizza bestellen. Es wäre jedoch schön, wenn die Getränke bei uns gekauft werden!

Können Sie den Herrenblatt-Lesern Ihre persönliche Bier-Philosophie mit auf den Weg geben?

Bier muss schmecken, mit Liebe und Punk gebraut werden und der nächste Tag sollte nicht mit einem Aspirin beginnen!

Die „Privatbrauerei am Rollberg“ befindet sich in Berlin-Neukölln in der Werbellinstraße 50, Postleitzahl 12053 Berlin. Sie sind neugierig geworden auf den Geschmack des mit viel Liebe und Punk gebrauten Biers? Neben dem Ausschank vor Ort haben Sie in einer der zahlreichen Kneipen in Kreuzberg, Friedrichshain, Mitte, Prenzlauer Berg, Schöneberg, Charlottenburg, Treptow und Neukölln die Möglichkeit, Rollberger zu probieren! Eine genaue Übersichtskarte mit allen Kneipen, die Rollberger ausschenken, finden Sie hier. Die Sorte „Maibock“ ist übrigens zurzeit erhältlich! Das Herrenblatt wünscht Ihnen ein prickelndes Erlebnis!

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Leserbriefe

Ein Kommentar

Jean #

7. August 2011 // 15:57

Interessanter Beitrag. Würde gern mehr Artikel zu dem Thema sehen. Ich freue mich schon auf die naechsten Posts.

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