Til Schweiger

Entweder man hasst ihn oder man liebt ihn. Böse Zungen behaupten, Til Schweigers Erfolg sei einzig und allein auf seinen knackigen Hintern zurückzuführen, mit Talent hätten seine zahlreichen Preise und Auszeichnungen wenig zu tun. Andere sprechen von ihm als einen der wenigen großen Stars in Deutschland, der „ersten Riege der nationalen Schauspielzunft“. Kritiker werfen Schweiger in seiner Rolle als Drehbuchautor und Schauspieler vor allem sinkendes Niveau und mangelnden Tiefgang vor. Mittlerweile wirkte Schweiger in mehr als 50 Spielfilmen und Serien als Schauspieler mit, außerdem als Drehbuchautor, Produzent und Regisseur. Nun ist der gebürtige Bade als Nachfolger des derzeitigen Hamburger Tatort-Kommissars Mehmet Kurtulus im Gespräch.

Durchbruch mit benzingetränkter Ruhrpottkomödie

Der 1963 in Freiburg im Breisgau geborene Schauspieler, Regisseur und Filmproduzent absolvierte ab 1986 eine Schauspielausbildung an der Schauspielschule des Kölner Theaters „Der Keller“. Anschließend erhielt er ein Engagement am Contra-Kreis-Theater in Bonn. Nachdem er Hercules in Disney’s „Hercules“ 1997 seine Stimme geliehen hatte, war Schweiger von 1990 bis 1992 als Jo Zenker in der ARD-Fernsehserie „Lindenstraße“ zu sehen. Seine erste Hauptrolle war die des Bertie in der Actionkomödie „Manta Manta“. Für die Darstellung eines Boxers in der Komödie „Ebbies Bluff“ erhält Til Schweiger 1993 den Max-Ophüls-Preis als bester Nachwuchsdarsteller.

Die großen Erfolge in den 90er Jahren

Ins Leinwand-Koryphäen-Gedächtnis der Deutschen katapultiert Schweiger sich spätestens 1994 mit seiner Rolle als Axel Feldheim in „Der bewegte Mann“, der mit über 6,5 Millionen Kinobesuchern einer der erfolgreichsten deutschen Filme überhaupt wurde. 1996 hatte Schweiger zusammen mit Thomas Zickler und André Hennicke die Produktionsfirma „Mr. Brown Entertainment“ gegründet und „Knockin‘ on Heaven’s Door“, ein deutsches Roadmovie aus dem Jahr 1997, bei dem Til Schweiger erstmals als Produzent in Erscheinung tritt und an der Seite von Jan Josef Liefers den todkranken Martin Brest darstellt, erhielt zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen.

Schweiger als Regisseur

Sein Regiedebüt feiert Til Schweiger mit „Der Eisbär“ wo er 1998 einen Profi-Killer verkörperte. Mehr als 730.000 Leute sahen den Film im Kino. Seine zweite Regiearbeit lieferte Schweiger mit dem Drama „Barfuss“ aus dem Jahr 2005, wo er als Hauptdarsteller Nick Keller an der Seite von Johanna Wokalek spielte und auch als Co-Autor und Produzent fungierte. „Barfuss“ erhielt einen Bambi als bester deutscher Film 2005.

Schweiger ist auch in mehreren internationalen Produktionen auf der Leinwand zu sehen: 2001 war Schweiger neben Neve Campbell und Nick Nolte in „Investigating Sex“ als Monty zu sehen, 2003 spielte er neben Angelina Jolie in „Lara Croft: Tomb Raider – Die Wiege des Lebens“ einen Auftragsmörder und 2004 Cynric, den Sohn des Sachsenkönigs Cerdric in „King Arthur“ neben Clive Owen und Keira Knightley. Seinen größten internationalen Erfolg landete Til Schweiger mit der Darstellung des Prostituierten Heinz Hummer in der US-Komödie „Deuce Bigalow: European Gigolo“.

Drehbuchautor und Produzent

Für den Leinwanderfolg „Keinohrhasen“, der 2007 in den deutschen Kinos erschien, stand Til Schweiger erstmals mit seinen vier Kindern und Nora Tschirner vor der Kamera. Bei der Komödie, die 2008 mehrere Preise erhielt, schrieb Schweiger auch das Drehbuch, führte Regie und war Filmproduzent. Großen Erfolg bei den Filmfestspielen 2009 in Cannes erlangte „Inglouroius Basterds“ von Quentin Tarantino, ein kontrafaktischer Kriegsfilm, in welchem Schweiger den Feldwebel Hugo Stiglitz spielt und der mit diversen Preisen in verschiedensten Kategorien ausgezeichnet wurde.

„Zweiohrküken“, die Fortsetzung von „Keinohrhasen“ erschien 2009 in den deutschen Kinos und lockte 4,2 Millionen Zuschauer in die Kinosääle. Die aktuellste Produktion von Til Schweiger, die Komödie „Kokowääh“, in der er an der Seite seiner jüngsten Tochter Emma Tiger Schweiger spielt und außerdem als Produzent und Regisseur tätig war, war ab Februar 2011 in den Kinos zu sehen und ist mittlerweile auf DVD erhältlich.

Jetzt Tatort-Kommissar?

Die Nachricht kam überraschend: Til Schweiger steht als neuer Tatort-Kommissar zur Diskussion. Womöglich soll Schweiger die Nachfolge von Mehmet Kurtulus übernehmen – der von Curtulus gespielte Ermittler Cenk Batu war zwar von der Kritik im Vorfeld hoch gelobt worden, die Einschaltquoten ließen jedoch auf sich warten. Wir sind gespannt, ob Schweiger mitunter recht hohen Ansprüchen des sonntäglichen Tatort-Publikums vor deutschen Fernsehgeräten gewachsen ist. Denn in Tatort-Ermittlerkreisen heißt es, dass weder Herzen brechen noch Machogehabe der Verbrechensbekämpfung zuträglich sind – vielleicht muss Schweiger seine Rolle doch noch einmal neu erfinden.

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Leserbriefe

2 Kommentare

Til Schweiger News #

19. Dezember 2011 // 18:30

Neues von Til Schweiger…

<b>Til Schweiger</b> « Herrenmode, Styles &amp; Trends – Herrenblatt – Das <b>…</b>…

Antworten

Jan #

20. Dezember 2011 // 11:31

Das mit der Tatort-Rolle ist mittlerweile definitiv

Antworten

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