SNEAKERIZED: Interview mit Mischa Krewer

Glänzende Augen beim Anblick von Schuhen oder Schuhschränke, die größer als das heimische Wohnzimmer sind, werden in der Regel eher der Damenwelt zugesprochen. Doch auch Männer frönen dieser Leidenschaft nur allzu gern. Einer davon ist Mischa Krewer – er selbst bezeichnet sich als sneakerized und hat uns im Interview erzählt wie es dazu kam und welche Ausmaße sein „Schuhtick“ bereits angenommen hat.

Mischa, du bist einer der Gründer von sneakerized.com – Wann und wie ist die Idee dazu entstanden?

„Die Idee entstand 2003. Oliver „Olli“ Baumgart und ich waren schon immer begeisterte Sneakersammler. So sendeten wir uns jeden Tag die aktuellsten Modelle per E-Mail hin und her. Irgendwann, als die E-Mail-Postfächer überliefen, kam uns die Idee eines „sneakerblogs“, um die Schuhe mit Bildern und Kommentaren von uns online bereit zu stellen. 2009 erfolgte dann die Umbenennung von „sneakerblog.net“ zu SNEAKERIZED mit dem Launch von unserem Film „SNEAKERIZED – THE MOVIE“, in welchem wir beschreiben wie es ist, „sneakerized“ zu sein.“

Betreibst du die Seite hauptberuflich oder hast du einen Job, der sich mit den Objekten deiner Begierde – den Sneakers – auseinandersetzt? Zum Beispiel Schuhverkäufer etc.?

„Wir betreiben den Blog nicht hauptberuflich, obwohl es einen großen Teil unserer Zeit einnimmt. Olli ist zwar in einem Schuhladen groß geworden, wir beiden sitzen aber beruflich im Onlinemarketing fest im Sattel. Aber sag niemals nie. Derzeit wird nebenher an einem Projekt namens „FLAEK“ gearbeitet – ein Turnschuh 100% Handmade in Deutschland. Dieser wird Anfang 2011 herauskommen. Ende 2008 überlegte ich selbst eine Lehre als Schuhmacher zu machen, leider gab es hierzu aber kein Ausbildungsangebot abends.“

Wann hast du deine Leidenschaft für Sneakers entdeckt und kann man bereits von einem Schuhtick sprechen?

„Ja, durchaus. Ich hab zuhause ein eigenes Zimmer für meine Schuhe. Das war vor dem Zusammenziehen mit meiner Verlobten die Bedingung. Dennoch sehe ich das positiv. Der Begriff von einem Tick hat immer etwas „marottiges“. Ich sehe es eher als ein FLOW – das vollkommene Aufgehen in einer Tätigkeit bzw. einem Interessengebiet. Ich glaube zu den Zeiten meiner Großeltern nannte sich so etwas früher „Hobby“ – FLOW klingt aber besser.“

Apropos Schuhtick: Wie groß ist dein Schuhschrank bzw. wie viele Schuhe besitzt du?

„Ich müsste mal wieder zählen – allerdings reicht mir das Gefühl über ein Jahr lang jeden Tag ein anderes Paar anziehen zu können. Es ist inzwischen ein Schuhzimmer. Das Zimmer hat 9qm und ringsherum Regale.“

Hast du mehr Schuhe als deine Freundin?

„Ja – ich versuche Ihr auch immer wieder ein paar Modelle, die es nicht in Männergrößen gibt, schmackhaft zu machen. Sie steht jedoch mehr auf Pumps – was für eine richtige Lady auch okay ist.“

Gibt es Anlässe, bei denen du auf Sneakers verzichtest oder bist du in diesem Punkt konsequent?

„Ich habe neben meinem Abi bei MediaMarkt gejobbt. Dort war strenge Businessschuh-Pflicht. Wenn man jedoch funktionale Sneakers gewohnt ist und dann teilweise 10 Stunden klassische Lederschuhe trägt, haben die Sohlen geglüht. Ich hab mich dann damals über die Pflicht hinweg gesetzt und silberne Nike AirMax 97 mit einer Carhartt Jeans kombiniert. Als mein Chef mich sah fragte er nur: „So sehen also heute Turnschuhe aus? Wenn das so ist, geht das klar!“ Von da an waren dann auch Turnschuhe erlaubt.“

Wie viel hat dein teuerster Schuh gekostet?

„Ein Nike aus Italien – € 1.100,-.„

Wie groß ist das allgemeine Interesse an Sneakers? Gibt es viele Männer mit dieser Leidenschaft oder seid ihr eine Ausnahme?

„Vorrangig Männer – es liegt wahrscheinlich am Jäger, der in uns Männern steckt. Anpirschen, Beute erlegen und sich freuen. Jedoch gibt es auch einige sneakerverrückte Mädels in der Szene.“

Welche Projekte stehen in Zukunft für dich an?

„Derzeit wird am FLAEK Kaalen Hi getüftelt. Gerade ist unser Team bei sneakerfreaker Germany als Bloggerteam gestartet. Ansonsten kommt Olli Anfang des Jahres von seiner Weltreise zurück und wir planen das Jahr 2011. Darauf freue ich mich schon jetzt.“

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Leserbriefe

3 Kommentare

[…] ein paar Wochen schrieb uns das Herrenblatt Magazin aus Berlin für ein Interview an. Was dabei rausgekommen ist sehr iht hier. Viel Spaß beim […]

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[…] Vorurteil, dass nur Frauen der Leidenschaft nach Schuhen frönen haben wir ja bereits im Interview mit Mischa Krewer von Sneakerized wiederlegt. Doch woher genau kommt der Hype um die leisen Treter? Zeit für ein […]

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[…] Sammlerstücke können wir den Hype um ausgefallene Sneakers durchaus nachvollziehen. Der echte Sneaker-Sammler trägt die zusammengesuchten Werke sowieso nicht und den Wert einer Sammlung machen schließlich […]

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