Portugal. The Man

Vorgestern Alaska, Gestern Oregon, Heute und in Zukunft die ganze Welt

Die erste Frage die einem zu „Portugal. The Man“ völlig klischeehaft einfällt: Was ist das für ein komischer Bandname? Dabei kommen die 4 sympathischen Jungs aus Alaska, waren nach eigenen Aussagen noch nie in Portugal und ihre Alben gibt es dort auch nicht käuflich zu erwerben. Allein der schöne Klang Portugals sei ausschlaggebend gewesen und der Zusatz „The man“ steht für die Personifizierung und somit für das Alter Ego der Band.

Nachdem ¾ der Band nahe des Polarkreises im nördlichsten Bundesstaat Alaska aufgewachsen sind, beschließen die 2004 gegründeten „Portugal. The Man“ Richtung Westküste aufzubrechen und sich in Portland, Oregon niederzulassen.

Von Alaska aus in die Welt und von der Hand in den Mund

Doch hier treten dann die ersten Probleme auf. Ohne das nötige Geld fürs Tonstudio hat man in den ersten anderthalb Jahren gerade genug zum Leben. Trotzdem schreiben sie nebenbei Songs und schaffen es dann 2006 endlich ihr erstes Album „Waiter: ‚You Vultures!'“ einzuspielen.

Wenn man nun versuchen würde den Sound und den Musikstil zu beschreiben, würde dabei vermutlich so etwas wie Posthardcore-Soul-Funk-Progressive-Emo-Pop-Punk-Rock mit elektronischen Einflüssen entstehen, stattdessen kann man sich das in diesem Fall sparen und gelangt zu der Erkenntnis, dass dieser eigenwillige Musikmix von verschiedensten Einflüssen lebt, sich aber eben nicht klar einordnen, geschweige denn in eine Schublade stecken lässt.

Kein 08/15 Indie-Rock

Im positiven Sinne: Schlagen Sie im Musiklexikon unter „eigenwillig“ nach und Sie werden einen Artikel zu dem Sound von „Portugal. The Man“ finden.

An dieser Feststellung ändern auch die folgenden drei Alben nichts. Während das zweite Album uns mit einem an den 60er Jahre Rock erinnernden Sound überrascht, waren Album drei und vier wesentlich poppiger ohne langweiliger oder klarer definierbar zu sein. Gerade hat man sich dem kongenialen Schmelztiegel von „The Satanic Satanist“ genähert, da überrascht uns „Portugal. The Man“ mit ihrem neuen Album „American Ghetto“. Bei diesem Album liegt das Augenmerk eher auf den Strophen und nicht auf dem Refrain. Dadurch ist das Album zwar nicht so einfach zugänglich wie die zwei vorherigen, aber nach mehrmaligem Hören möchte man es gar nicht mehr weglegen.

Timo Richard von Motor.de fasst es im letzten Satz seiner Rezension sehr treffend zusammen: „Musikalisch gerät „American Ghetto“ so zu einer typischen Portugal. The Man-Veröffentlichung, zur Quersumme der bisherigen Alben: irgendwie flirrend vor Ideen, gleichzeitig bodenständig wie ein Lastwagen voll Holzfäller, rund und kantig zugleich und schräg genug, um nicht in pathetischen Kitsch abzudriften.“

Nebenbei sind „Portugal. The Man“ kontinuierlich mit ihren großartigen Liveshows auf Welt-Tournee und spielen unter anderem am Montag dem 18.04.2011 im Fritz Club in Berlin. Vielleicht präsentieren sie ja auch ein paar neue Lieder von dem neuen Album, dessen Release leider auf August verschoben wurde. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, womit sie uns dieses Mal überraschen werden.

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