David Garrett: „Crossover als Klassik-Einstiegsdroge für junge Leute“

Sein Spiel auf der Geige klingt sauber, geschmeidig und voller Hingabe. Für David Garrett scheint es eine Passion zu sein. Und doch behaupten böse Zungen, die Qualitäten des Geigers David Garrett gehen über die einer talentierten Cover-Band nicht heraus. Zwar wurde der deutsch-US-amerikanische Künstler in seinen Kinder- und Jugendjahren als Genie gefeiert, die Pubertät brachte jedoch einen Bruch mit sich, die auch Garretts musikalische Darstellungen bis heute maßgeblich beeinflusst hat.

Vielversprechendes Jungtalent

Es klingt bereits, als hätte man es mit einem zukünftigen Mozart oder Beethoven zu tun: Bereits mit vier Jahren erhielt David Garrett Geigenunterricht von seinem Vater. Von 1990 bis 1991 erhält er  der 1980 in Aachen geborene Sohn eines  deutschen Juristen und einer US-amerikanischen Primaballerina Unterricht von Zakhar Brom, dem berühmten russischen Violinisten und Violinpädagogen.  Ab 1992 ist der mittlerweile 12jährige Garrett Schüler der britischen Violinistin Ida Haendel. Zubin Metha, der indische Dirigent präsentierte Garrett schließlich als Solisten bei den wichtigsten Orchestern, die Deutsche Grammophon, ein traditionsreiches Schallplattenlabel machte Aufnahmen. Noch heute zeigt das Youtube-Video den 14jährigen Garrett, wie er 1994 mit Hingabe Mozart spielt.

Studium an der Juilliard School of Music

Nach den von Erfolg gekrönten Jahren stößt sich Garrett mit Beginn seiner Pubertät an seinem Umfeld, sein Dasein als Künstler erlebt er ausschließlich als fremdbestimmt. Seine Flucht führt Garrett direkt nach New York. Ab 2001 besuchte er die Meisterklassen von Itzhak Perlmann und Isaac Stern an der Juilliard School of Music in New York City. Für Tänzer, Schauspieler und Musikstudenten, deren Bekanntschaft Garrett in New York machte, spielte er Musik aller Art und kehrte schließlich als Crossover- Musiker auf die Bühne zurück. Hierzulande war es ruhig geworden um den ehemals umjubelten Kinder- und Jugendstar. Zurück in Deutschland half ihm schließlich der Berliner Konzertveranstalter DEAG zum Durchbruch.

Heutzutage steht der Name David Garrett vor allem für eines: Rock, Pop, Filmmusik und Zugaben auf hohem Niveau. Kritiker werfen ihm vor, dass er dafür einen hohen Preis für seinen Ruhm zahlen musste, nämlich den Verlust seines ursprünglichen Gespürs für Aufbau und Spannungsbogen eines Satzes, für Gestaltungskraft und für Variabilität und Spontanität in der Ton- und Klangbildung. Das sind harte Worte für einen Künstler, der sich durch seine Geigenklänge immer wieder ins Ohr von tausenden von gebannten Zuhörern spielt, ein Künstler, der Klassik und Unterhaltungsanspruch gleichermaßen bedient. Garrett fühlt sich trotz allem mehr der Klassik zugehörig, sie sei ein Grundgerüst für ihn, sagt er.

Rekord-Geiger

Auf einen solchen Eintrag im Guiness-Buch der Rekorde können sicher nur wenige zurückblicken: Von Mai 2008 bis April 2010 war David Garrett als schnellster Geiger der Welt eingetragen. In der britischen TV-Show „Blue Peter“ spielte Garrett den berühmten Hummelflug von Rimski-Korsakow fehlerfrei in nur 66,56 Sekunden; in der „Guiness-World-Records-Show“ brachte er es nur wenige Monate später auf 65,26 Sekunden.

Im Oktober 2010 wurde David Garrett mit dem „Echo Klassik“, dem renommiertem Musikpreis der Deutschen  Phono-Akademie, für seine Spitzenstellung im Plattenverkauf ausgezeichnet. Im März 2011 folgt die Auszeichnung „Erfolgreichste Musik-DVD-Produktion“ (national) sowie eine Auszeichnung in der Kategorie „Künstler Rock/Pop“ (national).

Im Rahmen seiner Deutschlandtournee tritt David Garrett am 17.11.2012 in der O2-World-Berlin auf.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Leserbriefe

Keine Kommentare

Noch keine Kommentare oder Backlinks.

RSS-Feed zu diesem Beitrag