Bud Spencer –
Carlo Pedersoli

Zwei verschiedene Erscheinungen, die eine 19 Jahre jung, breites Kreuz schmale Hüfte und Profischwimmer, die andere schon Ende 30, breites Kreuz, aber auch genauso breiten Bauch und Vollbartträger, der gern mal bei Essen und bei Schlägereien zulangt. Den meisten dürfte zumindest spätestens jetzt klar sein, dass es sich hier um ein und dieselbe berühmte Person handelt.

Für alle anderen: Uns Deutschen hauptsächlich durch verschiedene Klamaukfilme als Bud Spencer bekannt, heißt er eigentlich Carlos Pedersoli und ist Italiener. Er wurde 1929 in Neapel als Sohn eines Industriellen geboren und begann schon im Alter von acht Jahren mit dem Schwimmsport. Nach dem Besuch des Gymnasiums zog er im Alter von 17 Jahren mit seiner Familie nach Südamerika, wo er zwei Jahre lang diverse Jobs vom Fließbandarbeiter bis zum Sekretär der italienischen Botschaft in Uruguay ausübte.

Schwimmkarriere und der Ausstieg

Mit 19 Jahren kehrte Carlo Pedersoli nach Italien zurück und begann mit einem Studium der Rechtswissenschaft. Sein eigentliches Hauptaugenmerk lag aber weiterhin auf dem Schwimmen. Insgesamt wurde er sieben Mal italienischer Meister im Brustschwimmen und über 100-Meter-Freistil, schwamm als erster Italiener die 100 Meter unter einer Minute, war zwei Mal bei den olympischen Spielen und nebenbei noch mit der Wasserball-Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft.

Mit 27 Jahren beendete er 1957 seine Schwimmkarriere und ging zurück nach Südamerika. Laut eigenen Aussagen forcierte er das abrupte Ende um zu verhindern, dass ihm der Ruhm zu Kopf stieg. Stattdessen arbeitete er für mehrere Monate als Bauarbeiter an der Panamericana mit und später noch einige Zeit in einer Automobilfabrik in Venezuela. Als er 1960 nach Rom zurückkehrte, ehelichte er seine sechs Jahre jüngere Frau, die er schon 15 Jahre kannte und mit der er bis heute verheiratet ist.

Die Geburtsstunde von Bud Spencer

Nachdem er früher schon zwei drei kleinere Rollen in Filmen hatte, diese aber nie großes Interesse in ihm geweckt hatten, machte ihm der Regisseur Guiseppe Colizzi, ein Bekannter seiner Frau, im Jahr 1967 ein Filmangebot. Eigentlich kam das Ganze nur zustande, da der für die Rolle vorgesehene Schauspieler sich am Abend vor den Dreharbeiten den Fuß brach. Dies war der glückliche Zufall, der dafür sorgte, dass das ungleiche Komikerduo „Bud Spencer“ und „Terence Hill“ zu ihrem ersten großen Filmauftritt in dem Western „Gott vergibt… Django nie!“ kam. Auch wenn dieser Film ein eher ernster Western war, der erst später durch seine Synchronisation zur Westernkomödie „Zwei vom Affen gebissen“ wurde, sollten Carlos Pedersoli und Mario Girotti in den nächsten zehn Jahren zu einem der Traumpaare und zu dem erfolgreichstem Team in der europäischen Filmgeschichte avancieren.

Aus Prestigegründen und um den eigenen Namen nicht unnötig ins Lächerliche zu ziehen legten sich beide einen Künstlernamen zu, unter dem sie ab sofort in der Öffentlichkeit stehen sollten. Während Mario Girotti seinen Namen einfach von einer Liste wählte, saß Carlos Pedersoli vor einem „Budweiser Bier“ und dachte an seinen Lieblingsschauspieler „Spencer Tracy“.

Die linke Hand des erfolgreichstes Duos der Filmgeschichte

Alleine in den 70ern drehte das schlagkräftige Duo acht gemeinsame Filme und Bud Spencer war noch in 13 anderen Filmen zu sehen. Gerade mit den beiden Filmen „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ und mit der Fortsetzung „Vier Fäuste für ein Halleluja“ war das neue Genre der Hau-Drauf-Komödie geboren und das Duo wurde weltbekannt. Bud Spencer ist heute noch für seine „Doppelbackpfeife“ und dem „senkrechten Faustschlag auf den Kopf“ berühmt.

Nachdem es in den 80ern ruhiger um Bud Spencer und seinem Kompagnon wurde, spielten die beiden in den 90ern noch einmal gemeinsam im Film „Die Troublemaker“ und Bud Spencer konnte man noch in einigen wenigen TV-Produktionen sehen.

Rückblickend

Vielleicht hat Carlo Pedersoli ja Glück und wird den Menschen irgendwann eben nicht nur als Bud Spencer in Erinnerung bleiben und von diversen T-Shirts entgegen blicken, sondern auch als ein Mann mit einem bewegten Leben. Vor zwei Monaten veröffentlichte er übrigens seine Autobiographie Bud Spencer. Mein Leben, meine Filme, das zwar unter Bud Spencer veröffentlicht wurde, uns aber mit Sicherheit auch vieles über die eigentliche Person Carlo Pedersoli und sein Leben abseits vom Filmgeschäft zu berichten weiß.

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Leserbriefe

2 Kommentare

Kevin #

5. Juli 2011 // 16:05

Hey, ich bin mal so frech und poste mal was auf der Seite. Sieht schnieke aus! Ich beschaeftige mich auch seit kurzem mit WordPress verstehe aber noch nicht alles. Dein Blog ist mir da immer eine willkommene Inspiration. Weiter so!

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Nicolas vom Gentleman-Blog #

17. November 2011 // 17:46

Nicht zu vergessen das Freibad in Schwäbisch Gmünd das am 2. Dezember 2011 von Carlo Pedersoli in „Bud-Spencer-Freibad“ umbenannt wird!

Liebe Grüsse,
Nicolas vom Gentleman-Blog

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