Black Lips – dreckige Lippen

Dreckig sind die Lippen nicht. Aber die Musik und die Show sind es allemal. Die Band aus Atlanta, Georgia scheut nicht vor rüden Texten und rotzigem, dreckigem Sound und wenn man Pech hat kommt man auch mal in den unangenehmen Kontakt diverser Körperflüssigkeiten.

Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass das Quartett um den Sänger und Gitarristen Cole Alexander noch immer in der Pubertät steckt. Vermutlich wurden Alexander und der Bassist Swilley nicht ohne Grund als „subculture danger“ bezeichnet und der Schule verwiesen. Die Konzertexzesse und Eskapaden der Jungs ziehen sich zumindest wie ein roter Faden durch ihre Bandbiographie und erreichten ihren vorübergehenden Höhepunkt mit dem Konzert- und Tourabbruch Anfang 2009 in Indien. Nachdem der Sänger sich nackt auszog und ins Publikum sprang, musste die Band anschließend die Flucht aus Indien antreten.

Garage Punk’n Roll

Neben dieser eher zwiespältigen Berühmtheit machten die Black Lips allerdings auch positiv auf sich aufmerksam. Ihr dreckiger und roher Sound, von ihnen selbst als „Flower-Punk“ bezeichnet, überzeugt vor allem durch 60er Jahre Beat und Garage Sound sowie Rhythmen und Melodien, die sofort in Beine und Gehörgänge gehen. Wer hierzu nicht tanzt ist selber schuld. Nachdem die Band mit ihrem 2007 erschienenen Album „Good Bad Not Evil“ und der Hymne „Bad Kids“ einen wahren Hittransporter aus ihrer Garage auf die Welt losließ, erschien 2009 das nicht minder zu überzeugen wissende Album „200 Million Thousand“.

Reifeprüfung?

Wenn man der offiziellen Bandmitteilung Glauben schenken darf, dann werden die Black Lips mit ihrem neuen Album „Arabia Mountain“, welches am 7. Juni veröffentlicht wird, wiedermal ein Feuerwerk an Hits starten ohne ihre Wurzeln zu vergessen. Schließlich sei man dieses Mal wieder tief zum eigenen Ursprung zurückgekehrt, habe sich aber gleichzeitig in überraschende neue Richtungen weiterentwickelt. Dies bedeutet keinesfalls die Abkehr vom Punk und Garage Rock, sondern vielmehr eine Offenheit für neue Einflüsse und vielleicht ja auch eine etwas größere Ernsthaftigkeit. Wer sich vorab schon mal eine Hörprobe des neuen Albums zu Gemüte führen möchte, hat die Möglichkeit sich die neue Single „modern art“ hier kostenlos runterzuladen.

Zufällig kommen die Black Lips diese Woche für drei Konzerte nach Deutschland und spielen unter anderem am 13.05.2011 im Festsaal Kreuzberg in Berlin. Also nichts wie los, noch schnell Karten besorgt und gespannt sein womit die chaotische Truppe uns dieses Mal überrascht. Und falls es wieder zu diversen Ausschweifungen kommen sollte, kann man sich immer noch gentlemanlike vor seine Freundin werfen.

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