Die Klassiker der Schuhmode

Ein Leben ohne Schuhe? Unvorstellbar! Und damit sind nicht nur diejenigen mit ausgesprochenem Schuhtick angesprochen. Schon seit der Steinzeit erfüllten schuhähnliche Fell- und Ledergebilde jene Schutzfunktionen, die auch der heutige Schuh erfüllt.

Doch anders als noch vor 100.000 Jahren erfüllte das Schuhwerk bald mehr Zwecke als den reinen Schutz vor Witterung und Verletzungen. Wie auch die übrige Kleidung übernahmen Schuhe schmückende und die Standeszugehörigkeit ausdrückende Eigenschaften. Heute haben Damenschuhe wohl eine größere Bedeutung als Schuhe für Herren, dennoch gibt es auch für Männer mittlerweile eine riesige Auswahl. Gut zu wissen, was die Klassiker sind, denn mit ihnen können Sie nie etwas falsch machen.

Eine klare Aussage

Bereits im alten Ägypten durften Sandalen nur von hohen Beamten oder Priestern getragen werden. Sandalen aus Edelmetallen wie Gold oder Silber ausschließlich von den Pharaonen. Auch die Griechen und Römer hatten eine Verordnung, die den Einsatz von edlen Verzierungen an Schuhen regelte. Dies zog sich hin über das Mittelalter und seine Schnabelschuhe, das Barockzeitalter und rote Absätze, bis ins 20. Jahrhundert, in dem Sneaker nur zum Sport getragen wurden und derbe Boots nur im passenden Berufsumfeld.

Heutzutage ist eigentlich alles erlaubt und es wird auch alles getragen. Dennoch haben einige Klassiker, gerade bei den Herrenschuhen, ihre Wirkung und ihre Aussage bis heute beibehalten und bescheinigen dem Träger noch immer Stil und eine zeitlose Gentleman-Attitüde.

Modell: Klassiker

Zur Bestimmung eines klassischen Herrenschuh-Modells spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Dabei werden der Schaftschnitt, der Verschluss sowie die Verzierung berücksichtigt. Vereinfacht dargestellt, lässt sich der Schuh in Schlüpfschuh und Schnürschuh unterteilen, wobei zur ersten Kategorie Mokassin und Loafer zählen und zur Schnürschuh-Variante, die sich wiederum in verschiedene Verschlüsse unterteilt, unter anderem der Monkstrap, Oxford, Budapester und Derby.

Diese Grundformen der Herrenschuhe wurden etwa im 19. Jahrhundert entworfen und haben sich bis heute in der eleganten Schuhmode bewährt. Formen der Verzierung, wie das elegante Lochmuster (Brogue) oder eine quergezogene Naht über der Vorderkappe des Schuhs (Captoe) haben sich ebenso lange gehalten und finden sich noch heute an zahlreichen Modellen.

Erhältlich sind diese Herrenschuh-Klassiker in jeder erdenklichen Qualität, doch die perfekte Passform und ein angenehmes Tragegefühl bieten nur maßangefertigte Schuhe oder rahmengenähte Schuhe aus hochwertigen Materialien. Im Gegensatz zum Konfektionsschuh wird der Maßschuh individuell für seinen Träger angefertigt. Dies beginnt mit der Herstellung des Leistens, der die Fußform des späteren Trägers wiedergibt und endet bei der aufwendigen Handarbeit und vielen Arbeitsstunden, die in solch einem Paar stecken. Dass Maßschuhe dadurch sehr preisintensiv sind muss wohl nicht weiter erläutert werden. Preisgünstiger und dennoch von sehr hoher Qualität und Passform sind Maßkonfektionsschuhe oder Konfektionsschuhe, die anstatt verklebt rahmengenäht sind. Als Maßkonfektion bezeichnet man die Herstellung von Schuhen nach den individuellen Wünschen der Kunden, ohne jedes Mal einen neuen Leisten zu produzieren. Der Schuhmacher verwendet dafür vorhandene Leisten, die dem Fuß des Kunden sehr ähnlich sind.

Pflege ist das A und O

Wenn Sie lange Freude an Ihren hochwertigen Schuhen haben möchten, sollten Sie einige wichtige Pflegeregeln beachten, die die Haltbarkeit und perfekte Passform Ihrer Herrenschuhe deutlich erhöhen. Der richtige Umgang mit hochwertigen Lederschuhen beginnt bereits mit der Anschaffung eines zweiten Paares. Sie fragen sich warum? Nun ja, ob nun aus Naturmaterialien wie Leder oder aus Kunststoff – Sie sollten Ihren Schuhen Tragepausen gönnen. Denn beim Tragen an zwei aufeinander folgenden Tagen kann der Schuh nicht richtig auslüften.

Auch Schuhspanner sollten zu Ihrer Grundausstattung gehören. Sie sorgen genau wie Schuhlöffel für den Erhalt der Form des Schuhs und unterstützen, wenn sie aus Naturmaterial wie Holz sind, außerdem die Trocknung und Belüftung des Schuhs. Duftende Holzarten wie Zedernholz verleihen dem Schuh zusätzlich einen angenehmen Geruch.

Interessant

Die heute übliche spiegelsymmetrische Form der Schuhe eines Paares war lange Zeit gar nicht so üblich. Zwar wurde bereits in der Antike auf dieses fußschonende und die Bequemlichkeit fördernde Detail geachtet, doch im 17. Jahrhundert ging diese ergonomisch sinnvolle Form verloren und wich einfachen Schuhmodellen, die nicht als linke oder rechte Schuhform auszumachen waren.

Erst zum Ende des 17. Jahrhunderts machte der holländische Arzt Peter Camper auf die verbreiteten Fußschäden der Bevölkerung aufmerksam. Doch die Durchsetzung der Unterscheidung eines rechten und eines linken Schuhs im Schuhhandwerk erfolgte erst 60 Jahre später durch den deutschen Medizinprofessor Hermann von Meyer.

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Ein Kommentar

Anonymous #

30. Mai 2011 // 16:51

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