Sandalen –
geliebt und gefürchtet

Eigentlich sind die luftigen Treter im Sommer unverzichtbar, doch Vorsicht! Herren und Sandalen sind ein heikles Thema. Zum einen haben ihr tausende deutscher Pauschaltouristen und ältere Herren, die die Sandale konsequent mit weißen Socken und ebenso weißen Beinen kombinieren, zu einem äußerst schlechten Ruf verholfen und zum anderen stellt sich die Frage zu welchem Outfit Mann offene Schuhe kombinieren kann.

Da es mittlerweile sehr stylische Sandalenmodelle gibt und auch die altbewährten Flip Flops noch immer Kult sind, wird es Zeit dem Mythos Herrensandale auf den Grund zu gehen. Schließlich handelt es sich bei der sommerlichen Fußbekleidung um die älteste Schuhform der Menschheit.

Es war einmal

Bereits vor 5000 Jahren begannen Menschen ihre Füße durch einfaches Schuhwerk vor unwegsamem Untergrund zu schützen und erfanden die Grundform der Sandale. Wo genau die erste Sandale entstand ist nicht eindeutig geklärt, doch der heutige mittlere Osten sowie der Mittelmeerraum werden als Geburtsstätte vermutet. Der Begriff Sandale stammt aber definitiv aus Griechenland und ist eine Abwandlung vom griechischen sandálion, dem Riemenschuh.

Heute können verschiedene Schaft- oder Riemenvarianten verschiedenen Kulturen und gar Religionen zugeordnet werden. Und obwohl sich Sandalen auf den ersten Blick kaum unterscheiden, gibt es gravierende Unterschiede. Riemensandalen haben ihren Ursprung eher in Afrika und Indien, während Ägypten und Japan die Sohlen durch Zehenringe oder Stege am Fuß hielten und somit die Vorläufer der heutigen Flip Flops bildeten. Die europäische Ursandale war eher verschlossen und nur mit kleinen Luftschlitzen versehen – vielleicht ein Indiz auf die etwas angenehmeren klimatischen Bedingungen in Europa.

Kult und Klassik

Aus heutiger Sicht betrachtet, hat sich die Grundform der Sandale seit mehr als 5000 Jahren kaum verändert, wenn auch einige modische Raffinessen hinzu gekommen sind. Die schlichten Ledersandalen, die gern auch als Jesuslatschen bezeichnet werden, feiern in Form von Römersandalen nicht erst in diesem Sommer ein Comeback. Aber nicht nur römische Schuhe wurden in die heutige Mode übernommen, sondern auch die Zehensteg-Sandalen des alten Ägypten oder Japans. Als Plastikversion traten die praktischen Flip Flops oder Havaianas, wie sie ursprünglich heißen, ihren Siegeszug um die Welt an. In den 60er Jahren als günstige und haltbare Schuhvariante entworfen, hielten die schlichten Schläppchen fast 30 Jahre lang recht wenig in Sachen Farbvielfalt oder Design bereit. Erst ein Imagewandel des Havaiana-Unternehmens und die Einführung kräftiger Farben, die für die Lebensfreude Brasiliens stehen, katapultierten die heutigen Flip Flops vom Schuh für Arme zum modischen Kultobjekt, von dem es jetzt unzählige Variationen gibt.

In den 80er Jahren wurde auch eine funktionale Sandale für Sportbegeisterte entworfen, die sich vor allem durch Wasserunempfindlichkeit, ein Riemensystem mit Klettverschlüssen und eine stützende Formsohle auszeichnet. Heute auch als Trekkingsandale bekannt, ist sie leider nicht mehr nur bei Berg- und Talwanderungen zu beobachten, sondern mittlerweile auch im Alltag. Ohne dieser Sandalenform die Bequemlichkeit und Funktionalität absprechen zu wollen, muss man leider gestehen, dass sie recht wenig mit stilvoller Fußmode zu tun hat.

Do´s and Don´ts

Sollten Sie sich trotz aller Zweifel für Sandalen entscheiden sollten Sie einige wichtige Grundregeln beachten. Regel Nummer Eins bis Drei: keine Socken! Keine weißen, bunten oder schlimmer noch hautfarbenen Socken! Niemals. Sandalen werden grundsätzlich – auch wenn es einige Designer immer wieder auf ihren Laufstegen versuchen zu ändern – ohne Socken getragen. Das führt zur nächsten Regel: gepflegte Füße. Genau wie Ihre Hände sollten auch Ihre Füße ansprechend aussehen. Das heißt sie müssen sauber und die Nägel gepflegt sein. Kombinieren Sie Sandalen ausschließlich zur Freizeitkleidung. Mit einem Anzug oder selbst mit einem legeren Business-Outfit werden Sandalen eher dazu führen, dass man Sie nicht ernst nimmt. Zu lässigen Jeans, gekrempelten Chinos oder trendigen Shorts in Ihrer Freizeit können Flip Flop und Co. jedoch in jedem Fall zum stylischen Blickfang werden. Nach dem Büro steht Ihnen und der frischen Brise um Ihre Zehen also nichts mehr im Wege.

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Leserbriefe

Ein Kommentar

Jens #

26. Juni 2011 // 14:41

Hallo Jasmin !

Dein Bericht ist wirklich interessant.
Ich selbst habe mir für den Sommer solche Trekkingsandalen gekauft
(da ich gerne lässige Kleidung bevorzuge).

Du schreibst, eine der Grundregeln sei es, bei Sandalen auf Socken zu verzichten. Klingt erstmal logisch. Ich habe stets sehr gepflegte Füße, aber recht lange Zehen (da Schuhgröße 47).

Darum würde ich mich genieren, meine Sandalen barfuß zu tragen, weil dann ja fremde Girls und Frauen meine Füße sehen und ggf. komisch schauen oder grinsen könnten. Darum bin ich diesbzgl. noch etwas verunsichert.

Wie sollte ich mich nur verhalten ?

liebe Grüße

Jens

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