Leggings – Potential zum Trend?

Nachdem die 1980er Jahre einige ästhetisch fragwürdige Formen der Leggings hervorgebracht haben, galt das Tragen dieses bequemen Beinkleides lange als Modesünde. Was in den 1980ern noch ein modisches Muss war, wurde ein Jahrzehnt später nur noch vereinzelt, und meist auch in eher unvorteilhafter Form gesichtet.

Doch im Zuge des immer wieder aufflammenden Retro-Trends kamen auch Leggings wieder in Mode. Diesmal aufwendig in Szene gesetzt, zum Beispiel als Ledervariante oder durch aufgesetzte Nieten. Leggings sind einfach bequem und können zu nahezu allem kombiniert werden. Warum ist dieses Kleidungsstück bei all seinen Vorteilen dann nur der Frauenwelt vorbehalten?

Nichts für Männerbeine?

Das fragen sich auch die Designer immer wieder und zeigen ihre männlichen Models alle Jahre wieder vereinzelt auch in Leggings. Bisher hat sich diese Mode jedoch nie auf der Straße durchgesetzt. Wenn die Männerwelt auf Leggings oder Strumpfhosen zurückgreift, dann in der Regel nur in Form von langen Unterhosen und Funktionsunterwäsche oder eventuell beim Sport. Dann allerdings auch nur beim Fahrradfahren oder beim Ausdauersport.

Beinkleid mit Tradition

Dennoch haben die Strumpfhosen oder ihre an den Füßen offene Variante die Leggings eine lange Tradition. Zu Zeiten der Renaissance im 15. Jahrhundert, waren sie aus der Herrenmode nicht wegzudenken. Sie galten sogar als Symbol der Männlichkeit, da sie stramme Waden und andere pikante Details betonten. Einige Jahrhunderte später eroberten die bequemen Beinkleider erneut die Kleiderschränke der Herren. In den 1970er Jahren unter Glam-Rockern sehr beliebt, entdeckten sie ein Jahrzehnt später die Punks für sich.

Heutzutage tauchen die sogenannten Meggings, also Leggings für Männer, auch vereinzelt wieder auf den Laufstegen der Modeschöpfer auf. Durchgesetzt haben sich bis jetzt allerdings nur die Röhrenjeans, die sich in ihrer Form kaum von Leggings unterscheiden. Hedi Slimane, damaliger Chefdesigner bei Dior Homme hat das Trendteil zuerst gezeigt und eine weltweite Modewelle ausgelöst, die in einigen Zügen bis heute anhält. Schließlich verleiht eine Röhrenjeans dem Träger einen gewissen Rockstar-Charme und lässt den Träger, die passende Figur vorausgesetzt, sogar einige Jahre jünger erscheinen.

Ein kleiner Schritt zu Leggings?

Der offensichtliche Nachteil dieser Röhre ist allerdings ihr Tragekomfort. Das An- und Ausziehen ist mühsam und hat in einigen Fällen schon zu Unfällen geführt. Schließlich setzt das einbeinige Hüpfen, beim Versuch die engste Stelle der Jeans mit dem Fuß und der Wade zu passieren, einen guten Gleichgewichtssinn voraus. Und dass empfindliche Körperregionen nicht genügend Platz eingeräumt wird, muss wohl nicht erwähnt werden.

Warum also haben sich die bequemen Leggings aus Baumwolle oder Lycra bisher nur in der Frauenwelt durchgesetzt? Sind die Damen mutiger oder experimentierfreudiger? Einige Casual-Labels zeigten ihre Models auf den Modemessen ganz selbstverständlich in halblangen bis langen Baumwoll-Leggings. Da diese bequeme Variante jedoch mehr zeigt als verbirgt, sollte sie mit weiten, meist gekrempelten Shorts und derben Boots kombiniert werden.

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Leserbriefe

3 Kommentare

Thorsten Neumann #

2. August 2011 // 23:27

Jeder kann Leggings tragen. Da gibt es keine Einschränkung! Mode ist für alle da! Ich will mich kleiden, wie ich das will. Frauen tun das ja schliesslich auch.

Tragt was ihr wollt. Durchbrecht die Einfallslosigkeit in der Herrenmode.

Einfach tragen und raus mit den Outfits auf die Strasse!

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Jürgen64 #

25. Mai 2012 // 13:21

Wenn denn die Bequemlichkeit so wichtig ist, vor allem für die empfindsame Region, warum sollte ich als Mann dann doch wieder eine Hose drüber ziehen? Der Sinn erschließt sich mir nicht. Da macht ein Longshirt oder ein Rock doch weit mehr Sinn.

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Bernd357 #

13. Juni 2013 // 15:29

Persönlich finde ich Strumpfhosen besser als Leggings, besonders wenn man sie offen trägt. Ich tue das seit ca. 15 Jahren beim Sport mit einer Kurztight darüber. Es sieht nicht nur gut aus, sondern hat auch eine Menge praktischer Vorteile: Farblich und in der Dicke stark kombinierbar, Schutz vor Zecken und Sonne, Strumpfhosen sind auch billiger als Longtights zum Laufen.
Ich begrüße es auch in der „normalen“ Öffentlichkeit Strumpfhosen mit Shorts oder Longshirts zu tragen. Als Homedress praktiziere ich das seit mindestens zehn Jahren. In diesem Outfit kennen mich meine Freunde und Nachbarn schon sehr lange.

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