Woran Sie ein gutes Hemd erkennen

Aus einem Hemd eine Wissenschaft zu machen, ist kein großes Problem. Angefangen bei den verschiedenen Kragenformen, über die ohne Weiteres Romane geschrieben werden könnten, über den Schnitt bis hin zum Stoff. Es gibt kaum ein Detail am Hemd, über welches man sich nicht streiten könnte. In diesem Artikel zeigen wir, worauf es bei einem wirklich guten Hemd ankommt.

Der Hemdkragen sowie Sinn und Unsinn der Rückenpasse

Wenn es die Kragenform zulässt, wird bei einem hochwertigen Hemd der Kragen durch Kragenstäbchen, die sogenannten „collar bones“ verstärkt. Dies ist beim Cutaway Collar oder beim Umlegekragen der Fall. Die Kragenstäbchen sind meist aus Kunststoff, es gibt jedoch auch besonders edle Ausführungen aus Horn, Perlmutt, Holz, Sterling-Silber oder Mammut-Elfenbein. Die Stäbchen geben dem Kragen die perfekte Wölbung und verhindern, dass die Kragenenden unschön abstehen, z.B. wenn das Hemd mit einer Krawatte getragen wird.

Ein weiterer wichtiger Hinweis dafür, dass man es mit einem hochwertigen Hemd zu tun hat, ist die geteilte Rückenpasse. Da fast niemand exakt gleich hohe Schultern hat, hilft die geteilte Rückenpasse das Hemd an die Statur des Trägers anzupassen. Bei Konfektionshemden soll eine geteilte Passe Qualität suggerieren, die genaue Passform eines Maßhemdes wird dadurch allerdings nicht erreicht.

passgenaue Nähte

Besonders genau hinschauen sollte man bei den Nähten eines Hemdes: Je mehr Stiche für eine Hemdnaht verwendet wurden, desto haltbarer ist diese später. Bei einem guten Hemd kommen acht Stiche auf einen Zentimeter. Auch bei parallel verlaufenden Doppelnähten wird nur mit einer einzigen Nadel genäht. Dies hat den Vorteil, dass die Nähte sehr präzise verlaufen und der Stoff sich nach dem Waschgang nicht wellt. Auch am Stoff selbst wird bei guten Hemden nicht gespart. Insbesondere das Rückenteil ist länger, damit das Hemd beim Sitzen oder Vorbeugen nicht aus der Anzughose rutschen kann und immer korrekt sitzt.

Von Knöpfen, Falten und Winkeln

Knöpfe aus Perlmutt sind obligatorisch für ein sehr gutes Hemd. Die Knöpfe sind selbst für Nähmaschinennadeln zu hart, weshalb man die Knopfleiste früher extra angefertigt und aufgesetzt hat. Heutzutage wird der Stoff an der Knopfleiste meist gefaltet.

Wirft man bei einem guten Hemd einen Blick auf den Winkel, der zwischen Vorder- und Rückenteil ganz unten gebildet wird, dann sollte man dort ein Stück Stoff finden, welches als Verstärkung eingenäht wird und meist weiß ist.

Zum Schluss lohnt noch ein Blick auf den Übergang zwischen Ärmel und Manschette: Dieser sollte in viele kleine Fältchen gelegt sein. Oft ist die Manschette oben mit einem kleinen Knopf besetzt, damit das Hemd nicht vom Arm abstehen kann. In der oberen Liga der Herrenhemden ist das Knopfloch waagerecht ausgerichtet und – das versteht sich von selbst – handgenäht.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Leserbriefe

3 Kommentare

[…] Doch es sind Details, die den Unterschied machen. Daher lassen sich beispielsweise bei einem Hemd auch Stoff, Hemdkragen und vieles mehr ganz individuell zusammenstellen. Dem Kunden steht es frei […]

Antworten

[…] Hemden auf den Laufsteg geschickt. Selbst im klassischen Businessbereich verleiht ein hochwertiges Hemd mit umgeschlagenen Ärmeln dem meist strengen Outfit einen modischen Touch. So kann das […]

Antworten

[…] werden heutzutage nicht mehr nur bei festlichen Anlässen getragen, sondern verschönern Hemd und Anzug auch im […]

Antworten

RSS-Feed zu diesem Beitrag