Farbvielfalt

Auch wenn viele Herren es nicht glauben mögen: Es gibt mehr als eine Hand voll Farben – vor allem  in der Modewelt. Neben den Grundfarben Rot, Blau und Gelb gibt es nämlich noch zahlreiche Mischtöne, die für Vielfalt in der Garderobe sorgen. Auch Sie selbst können einem bestimmten Farbtyp zugeordnet werden, was sehr hilfreich beim nächsten Einkaufsbummel sein kann.

Exkurs in die Farbenlehre

Die klassische Farbenlehre nutzt Kenntnisse aus Physik und Psychologie und beschäftigt sich mit der Entstehung, Ordnung und Wirkung von Farben. Ihre Ansätze gehen bis in die Antike zurück, doch die bedeutendste Farbenlehre wurde von Sir Isaac Newton entwickelt, der die Spektralnatur des Lichts erkannte. Weißes Licht wird demzufolge in Spektralfarben gebrochen, die von dunklem Violett bis zu hellem Gelb reichen – genau wie bei einem Regenbogen. Nach der Farbenlehre können alle Farben in einem Farbkreis gegenüber gestellt werden wobei die gegenüberliegenden Farben als Komplementärfarben bezeichnet werden. Auch die Farbenlehre von Johann Wolfgang von Goethe ist noch heute bekannt. Er ging jedoch von der Unteilbarkeit des Lichts aus und definierte die Farben als Leiden des Lichts. Seine Theorien wurden jedoch widerlegt.

Farbberatung und Ihr persönlicher Farbtyp

In der Farbtypberatung wird klassisch in vier Farbtypen unterteilt, die den vier Jahreszeiten zugeordnet werden. Der Frühlingstyp zeichnet sich demnach durch helle blaue, blaugrüne oder goldbraune Augen und helle Haut sowie hellblonde Haare aus. Die geeigneten Farben des Frühlingstyps sind zart und warm, wie Apricot, Kamelbraun, Graublau, Lachsrosa oder Zartblau. Der Sommertyp hat eher aschblonde oder mittel- bis dunkelbraune Haare, graublaue, hellblaue oder blaugrüne Augen und eine helle Haut mit bläulichem Unterton. Während die Haut des Frühlingstyps eher zart und transparent wirkt, ist die des Sommertyps gut durchblutet und rosig. Die geeigneten Farben für den Sommertyp sind zart und kühl, wie Dunkelblau, Fliederrosa, Altrosa, Silbergrau und alle blaustichigen Rottöne bis Lila. Ähnlich wie in der Jahreszeit auch passen zum Herbsttyp rötliche und warme Brauntöne wie Rostbraun oder Kupfer. Aber auch Jadegrün, Bronze, Khaki, Petrol oder Knallrot stehen ihm. Der Herbsttyp hat hellblaue, stahlblaue, grüne oder olivefarbene Augen und rotes bis kastanienbraunes Haar. Auch der Hautton ist warm und durch einen goldgelblichen Farbton charakterisiert. Dem Wintertyp stehen am besten kräftige und kühle Farben wie Schwarz, Nachtblau, Kirschrot oder Blauschwarz, denn seine Haare sind dunkel bis Schwarzbraun. Die Hautfarbe ist nahezu porzellanartig und blaustichig, die Augen intensiv gefärbt und kontrastreich. Typische Augenfarben des Wintertyps sind Tief- bis Veilchenblau oder Dunkel- bis Schwarzbraun.

Natürlich ist jeder Mensch individuell und kann nicht pauschal in eine Kategorie eingeordnet werden, daher sind viele Typen auch Mischtypen, die dann sogar aus zwei Typformen die passenden Farben wählen können. Allerdings sei dazu gesagt, dass eine solche Farbberatung nur unterstützend angedacht ist und keineswegs Ihre Garderobe bestimmen möchte. Eine Typberatung zielt lediglich darauf ab, Ihnen neue Farbkombinationen zu zeigen und Sie zu ermutigen auch mal zu anderen Farben zu greifen. Schließlich ändern sich mit der Mode auch die Trendfarben in jeder Saison.

Kleines Farblexikon

Neben den Grundfarben Rot, Blau und Gelb ist das menschliche Auge in der Lage etwa 160 Farbtöne zu unterscheiden. Das Problem vieler Männer ist nur, diesen Farbtönen einen Namen zu geben. Damit Sie sich beim nächsten Einkaufsbummel oder bei der Farbberatung nicht in fremdklingenden Farbbezeichnungen verlieren, möchten wir Ihnen hier einige Farbtöne vorstellen, die Ihnen in der Modewelt häufiger begegnen werden:

Amber – ist die englische Bezeichnung für Bernstein und beschreibt auch dessen Farbvielfalt. Wenn Ihnen also die Farbe Amber begegnet ist ein warmes Goldbraun gemeint, das in verschiedenen Gelb-, Gold- oder Orangetönen daher kommen kann.

Bordeaux – werden Sie von einem edlen Rotwein kennen und genau diese Farbe beschreibt die Bezeichnung auch. Hier handelt es sich um ein warmes Dunkelrot, das besonders bei Businesskrawatten sehr beliebt ist.

Chromoxidgrün – ist ein Grünton, der sehr kalt, kräftig und künstlich wirkt. Anders als das natürliche Tannengrün oder das warme Flaschengrün, wirkt dieser Ton eher hart und grell.

Cyan – beschreibt den Übergang von Blau zu Grün und wird oft mit Türkis verwechselt. Zwar handelt es sich um zwei sehr ähnliche Farbtöne, dennoch gibt es Unterschiede. Sollte Ihnen jedoch bei Cyan die Assoziation Türkis kommen, sind Sie definitiv auf dem richtigen Weg und können den Farbton ganz gut einschätzen.

Ecru – ist ein Weißton. Ja, es gibt unterschiedliche Nuancen von Weiß, die entweder warm oder kühl wirken können. Spätestens bei einer Hochzeit werden Sie mit zahlreichen Weißtönen konfrontiert werden. Ecru beschreibt hierbei ein Grau-Weiß, das eher kühl wirkt.

Indigo – ist ein Violettblau, das als Farbstoff eine lange Tradition hat. Gewonnen aus der Indigopflanze werden Jeans und andere Kleidungsstücke seit Anbeginn mit diesem Farbstoff gefärbt.

Khaki – ist persischen Ursprungs und bedeutet so viel wie staub- oder erdfarben. Manchmal hat Khaki einen leichten Grünstich und wird daher oft mit Olivegrün oder Militärgrün gleichgesetzt. Allerdings beschreibt Khaki eher einen hellen Braunton, der beispielsweise bei ursprünglichen Chinos zum Einsatz kam. Chino beschreibt dabei ebenfalls die Farbe der Hose, denn es bedeutet so viel wie leicht gebräunt und bezog sich auf die Träger der Hosen.

Magenta – ist als Konzernfarbe der deutschen Telekom bekannt und beschreibt einen Fuchsia-Ton. Dabei handelt es sich um ein blaustichiges Pink, welches von der Telekom sogar rechtlich geschützt wird. Fuchsia ist auch aus dem Garten bekannt, in denen die Pflanze in eben diesem Pinkton blüht.

Mauve – ist das französische Wort für Malve, was eine blasslilafarbene Pflanze beschreibt. Mauve ist eine pastellige Mischfarbe, die entweder einen stärkeren oder schwächeren Rosa- oder Lilaton aufweisen kann und einen eher gräulichen Unterton hat.

Offwhite – beschreibt wieder einen Weißton, der ähnlich wie Ecru einen gräulichen Unterton hat.

Pink – ist die englische Übersetzung für das deutsche Rosa und kann mehrere Farbabstufungen haben. In Deutschland beschreibt es einen grellen Farbton, dessen Grundfarbe leicht blaustichig ist und dem Farbton Magenta sehr nahe kommt.

Petrol – hat nichts mit Benzin zu tun, sondern beschreibt ein dunkles Blau-Grün, welches an die Farbe des Ozeans erinnert. Petrol kann ebenfalls mehrere Schattierungen aufweisen, kommt aber meist eher dunkel daher.

Purpur – war früher nur den Königen vorbehalten und wurde aufwendig aus Schalentieren gewonnen. Der Farbton beschreibt Nuancen zwischen Rot und Blau, die genau wie Violett oder Lila in verschiedenen Tönen daher kommen können.

Sienna – oder Terracotta beschreibt einen rötlichen Braunton, der an die gebrannten Tonziegel mediterraner Landschaften erinnert. Der Farbton Sienna erinnert außerdem an ein Rostrot oder Rostbraun.

Taupe – beschreibt einen schlammigen Mischton, dessen Grundfarbe ein warmes Grau ist. Die Nuancen können entweder ins Grau oder ins Beige tendieren, wirken aber immer warm.

Umbra – ist ebenfalls ein natürlicher Farbton und beschreibt ein sehr dunkles Schwarz-Braun.

Violett – ist auch als Lila bekannt und meint, ähnlich wie Purpur, die Nuancen zwischen Rot und Blau. Ein violetter Farbton kann dabei entweder rotstichiger oder blaustichiger ausfallen.

Wollweiß – ist genau wie Offwhite oder Ecru ein Weißton, beschreibt jedoch eine warme Nuance, die an die Farbe heller Schafswolle angelehnt ist.

Sollten Ihnen noch Farbtöne einfallen oder begegnen, mit denen Sie bislang nichts anzufangen wussten – schreiben Sie uns und wir werden versuchen, dem Farbton auf den Grund zu gehen!

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Ein Kommentar

[…] langweilig oder gar altbacken. Varianten in warmen Tönen wirken sogar sehr edel. Der natürliche Farbtyp des Trägers sollte bei der Auswahl des Farbtons jedoch berücksichtigt werden, denn während Frühlings- und […]

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