Es grünt im Kleiderschrank

Wenn Sie Öko und Mode hören denken Sie an einen Widerspruch? Diese Zeiten sind lange vorbei, denn die neue Öko-Mode oder Eco Fashion – denn in englischer Sprache klingt es gleich nochmal so hip – hat schon lange nichts mehr mit Kartoffelsack-ähnlichen, farb- und formlosen Kleidungsstücken zu tun. Eco Fashion ist längst auch in der Streetwear- und High Fashion-Welt angekommen.

In Zeiten des Klimawandels und der zunehmenden Belastung sämtlicher Ökosysteme wurde es auch langsam Zeit zurück zu den Wurzeln zu gehen und auch Kleidung und Accessoires wieder nach ursprünglicher Technik herzustellen. Doch nicht nur der Umweltschutz steht bei Eco Fashion im Vordergrund, sondern auch fairer Handel, Nachhaltigkeit und humane Arbeitsbedingungen werden großgeschrieben.

Ökologische und stylische Vielfalt

Der Markt der Modelabels, die sich auf ökologische Mode spezialisiert haben, wächst rasant. Allein in Deutschland gibt es mittlerweile knapp 250 Designer und Modelabels, die auf Nachhaltigkeit, Fairness und Bio setzen. Das junge Hamburger Modelabel Woodlike kämpft sogar zusammen mit seinen Kunden gegen den Klimawandel und pflanzt für jedes verkaufte Stück einen Baum, der auf einem sogenannten Tree-o-Meter auf ihrer Homepage dargestellt wird. Die Kollektionen orientieren sich an den Global Organic Textile Standards (GOTS) und garantieren somit, dass weder Menschen noch Umwelt ausgebeutet werden. Die Berliner Marke Slowmo lässt ausschließlich kontrolliert in Deutschland produzieren, Labels wie Kuyichi und armedangels sorgen mit ihren weltweiten Zusammenarbeiten mit zertifizierten Unternehmen für faire Arbeitsbedingungen in Entwicklungs- und Schwellenländern und das Label Luxusbaba fertigt seine Kollektionen beispielsweise aus recycelten Materialien.

Spezielle Online-Blogs und Infoseiten wie World of Eco Fashion.de oder Grüne Mode.com beschäftigen sich außerdem ausführlich mit dem Thema Eco-Fashion und bieten unter anderem umfangreiche Designer- und Shoplisten und Wissenswertes über Zertifikate, Organisationen oder Neuheiten auf dem ökologischen Modemarkt.

Auch die international angesehene Modemesse Thekey.to setzt auf nachhaltige Mode und Lifestyle und prüft mit dem Sustainability Check alle Marken im Vorfeld auf nachhaltige Materialien, Produktions- und Vertriebswege sowie soziale Standards. Im Zuge der Berliner Fashion Week im Januar 2011 gab es zudem einen Green Showroom, der den Luxusbegriff als eine Verbindung aus Zeitgeist und Design neu definierte und Nachhaltigkeit als zukunftsweisende Perspektive thematisierte.

Was steckt hinter Eco Fashion?

Der Begriff Eco Fashion oder Öko-Mode ist genau wie der Begriff Naturkosmetik nicht genau definiert oder rechtlich geschützt, doch üblicherweise sind damit Textilien gemeint, die nachhaltig, umweltfreundlich und sozialverträglich produziert, fair gehandelt und/ oder durch recycelte Materialien hergestellt werden.

Naturmaterialien wie Wolle, Leinen, Seide oder Baumwolle sagen allerdings noch nichts über ihre Herkunft oder Anbaumethode aus, deshalb sollte auf Prüfzeichen oder Bezeichnungen wie Organic Cotton oder beispielsweise Animal Free geachtet werden. Bei Organic Cotton handelt es sich um Baumwolle, die ohne den Einsatz von Pestiziden angebaut wird und bei Animal Free-Produkten wird auf tierische Rohstoffe verzichtet. Fair Trade steht hingegen für sozial gerechte Arbeitsbedingungen sowie Nachhaltigkeit in der Produktion und eben im Handel.

Eco Fashion bedeutet jedoch auch, Mode bewusster zu konsumieren. Laut Designerin Vivienne Westwood ist es sogar das Beste für Natur und Umwelt einfach gar nichts zu konsumieren. Doch so weit müssen Sie nicht gehen. Zahlreiche Shops und Labels mit geprüfter und anerkannter Öko-Mode machen es einem heutzutage sehr einfach, seine Kleidung bewusst auszuwählen, auf nachhaltige und sozialverträgliche Produktion zu achten und dabei trotzdem nicht auf ein stylisches Design und eine gute Passform verzichten zu müssen.

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