Der Anzug neu interpretiert

Gerade für jüngere Männer ist der Anzug immer noch ein Teil der Garderobe, der nur zu wenigen speziellen Anlässen getragen wird und in dem sich Männer mit einer Vorliebe für sportliche Outfits selten besonders wohl fühlen. Mag daran liegen, dass Anzüge meist sehr konservativ und für viele Anlässe zu overdressed  daher kommen. Doch mit den Anzügen der aktuellen und kommenden Saison könnte sich das angestaubte Anzugimage schnell ändern.

Retro-Charme

Kilian Kerner zeigte in der letzten Woche auf der Berliner Fashion Week Anzug-Rolli-Kombinationen, die unweigerlich an die 60er Jahre erinnerten, Armani setzt hingegen auf den Style der 80er Jahre. Breite Schultern, karottenförmige Bundfaltenhosen sowie Weiß als bevorzugte Farbe für die Sakkos im Miami Vice-Stil sind hier Programm. Der angesagte Retro-Look vergangener Dekaden ist nun auch in der Anzugmode angekommen. Natürlich müssen die Hosenbeine bei einem 80ties Outfit wie diesem auch spätestens am Knöchel enden, damit entweder nackte Haut oder stilecht die weißen Strümpfe zum Slipper zum Vorschein kommen. Strellson setzt in seiner neuen Frühjahr-/ Sommerkollektion zwar auch auf weiße Sakkos, bleibt aber seiner klassischen Linie treu. Die Anzüge und Jacketts sind schmal geschnitten und versprühen eine Extraportion Stil. Durch die richtige Kombination mit Accessoires und Basics werden die Anzüge nun also zu stylischen Trend-Outfits.

Die 80er Jahre waren jedoch nicht nur bekannt für breite Schultern, aufgekrempelte Ärmel oder Hosen mit bauschigen Beinen. Auch wenn Armani auf die Kombi Schwarz und Weiß setzt, so waren die Eighties doch berühmt für ihre wilden Farb- und Mustermixturen. Und wer jetzt nicht auf einen gut gefüllten Vintage-Kleiderschrank zurückgreifen kann, sollte einen genauen Blick auf das fröhlich bunte Label Moods of Norway werfen. Hier wird der Anzug alles andere als ernst genommen und präsentiert sich als quietschbunte, wild gemusterte Alternative zum steifen Businessanzug. Selbst kurze Hosenbeine sind bei Moods of Norway erlaubt und werden ganz selbstverständlich mit auffälligen Farben und Dessins kombiniert. Eigentlich schade, dass so ein farbenfroher Anzug wohl niemals den Sprung in die konservative Anzugmode, beispielsweise die einer Bank, schaffen wird.

Der Anzug und die Basics

Wer nun den Anzuglook liebt, aber weder in einem Job mit Anzugpflicht arbeitet und sonst auch nicht zu seriös gekleidet wirken möchte, sollte noch einmal einen Blick auf die klassischen Linien von Strellson werfen. Denn so klassisch sind die neuen Kollektionen gar nicht. Lässige Stoffe in Jeansoptik, cooles Blau und schmale Anzüge in Kombination mit Casualbasics, wie geknöpften Longsleeves, sehen nämlich alles andere als konservativ oder overdressed aus. Im Gegenteil, ein freizeitlich gestylter Anzug zeugt von Stil, ohne wie für den Opernbesuch gekleidet zu wirken. Ein schmales Revers sowie sehr schmale Hosenbeine sind modern und nehmen dem Anzug sein angestaubtes Image. Also liebe Herren, trauen Sie sich an den Anzug heran und versuchen Sie zum Einstieg den trendigen Lässiglook, wie ihn Strellson beispielsweise vormacht.

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