Whisky, Scotch, Bourbon? Wann ist ein Whisky ein Whiskey?

Sie kennen das, Sie werden eingeladen und gefragt was Sie trinken möchten. Echte Männer antworten natürlich umgehend mit „Bier“, aber bei einer gediegenen Runde kann auch schon einmal ein edles Tröpfchen wie Whisky die passende Begleitung für den Abend sein. Doch wann ist ein Whisky eigentlich ein Whisky und wo liegen die Unterschiede zu Scotch, Bourbon und Co.?

Namensrechte

Zunächst einmal sind Scotch, Bourbon, Single Malt und Blend alles Whiskys, doch müssen sie strenge Kriterien erfüllen, um sich entsprechend nennen zu dürfen. Der ursprüngliche Whisky hat seine Wurzeln in Schottland, wo nach Jahrhunderte alten Rezepten destilliert und gebrannt wird. Bei irischen und amerikanischen Sorten hingegen ist die Schreibweise von Whiskey mit einem „e“ üblich. Somit können Sie bereits auf den ersten Blick unterscheiden, wo Ihr samtig goldenes Getränk seinen Ursprung hat.

Ein Blended Whisky wird im Gegensatz zum Single Malt aus verschiedenen Destillaten unterschiedlicher Brennereien gemischt. Dies können bis zu 50 andere Whiskys sein, die dem Blended Whisky durch verschiedene Aromen einen ganz persönlichen Charakter verleihen. Premium-Blends werden häufig auch aus älteren Whiskys gemischt, die dem Endprodukt einen gleich bleibenden Charakter verleihen sollen. Die Grundlage dabei ist ein milder Whisky aus verschiedenen Getreidesorten, der kontinuierlich destilliert wird. Nach dem Mischen lagert der Blend meist noch einige Zeit in Fässern, damit sich die Aromen bestens verbinden können.

Scotch darf sich ein Whisky nur nennen, wenn er mindestens drei Jahre in einem Fass in Schottland gereift ist und einen Mindestalkoholwert von 40% Vol. aufweist. Da die Schotten sehr stolz auf ihren Whisky sind, haben sie auch große Anforderungen an den Namen.

Ein Bourbon, unterscheidet sich vom Single Malt in der Verwendung der Zutaten. Beim zumeist irischen oder amerikanischen Bourbon wird hauptsächlich Mais und Roggen zur Herstellung verwendet, wo hingegen beim Single Malt ausschließlich Gerste zum Einsatz kommt.

Neue Rezeptur

Auch wenn die alten Rezepturen der größte Stolz der meisten Brennereien sind, so gibt es auch Mutige, die neue Wege eingeschlagen haben. Bill Samuels Senior vom amerikanischen Whisky-Label Maker´s Mark verbrannte 1953 kurzerhand das 170 Jahre alte Familienrezept und verwandte von nun an ausschließlich roten Winterweizen statt Roggen für seinen Whisky. Er erkannte, dass der Weizen den Whisky besonders mild machte und machte ihn zu einem der mildesten Bourbons weltweit.

Maker´s Mark wird zwar in Kentucky gebrannt, verwendet jedoch die schottische Schreibweise von Whisky ohne „e“. Die Erklärung Samuel Juniors ist einfach: Die Vorfahren der Samuels kamen aus Schottland und begannen in Kentucky Whisky zu brennen, warum sollten Sie dann also nicht das Recht besitzen auch die ursprüngliche Schreibweise zu verwenden? Als einzige Destillerie Kentuckys, die nur ein einziges Produkt produziert, wurde sie als erste Brennerei Amerikas zum national-historischen Wahrzeichen erklärt. Doch dies ist nicht alles, was Maker´s Mark auszeichnet. Aufwendige Handarbeit von der Produktion bis zur Flasche, lange Produktionszeiten durch langwierige Herstellungsprozesse und Besonderheiten wie die zweifache Destillation und die Fermentierung in über 100 Jahre alten Zypressenholzfässern, haben dem Whisky mit der charakteristischen roten Wachskappe seinen Ruhm beschert.

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Leserbriefe

Ein Kommentar

[…] Soda. Ich nippe etwas skeptisch. Der Einstieg verläuft entspannt, es schmeckt. Vom entscheidenden Whisky schmeckt man freilich noch nicht viel. Das soll sich aber schnell ändern. Der Laden füllt sich […]

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