Wasabi – macht die Nebenhöhlen frei

Inzwischen kann man in so ziemlich jedem Asia-Laden die grüne Paste aus der Tube oder das grüne Pulver zum anrühren kaufen. Sonst bekommt man es standardmäßig gemeinsam mit Sojasoße und eingelegtem Ingwer zum Sushi. Klar, die Rede ist von Wasabi oder dem, was wir für Wasabi halten.

Was uns fälschlicherweise meistens als Wasabi verkauft wird, ist eigentlich ein Imitat, welches aus dem wesentlich billigeren weißen Meerrettich und Senf oder Senfkonzentrat besteht. Die typische grüne Färbung bekommt die Mischung dann durch diverse Farbstoffe.

Das Original

Auch wenn bei Wasabi häufig von japanischem Meerrettich, grünem Meerrettich oder Wassermeerrettich die Rede ist, hat diese japanische Pflanze rein botanisch gesehen nichts mit Meerrettich zu tun. Er gehört zwar zu den Kreuzblütlern, genauso wie Meerrettich und Senf, wächst aber eigentlich wie Kohl. Der echte Wasabi ist ein beblätterter Wurzelstock, von dem die Blätter entfernt werden und der ursprünglich aus Japan kommt. Der dort beheimatete wilde Wasabi wächst am Ufer von fließenden seichten Gewässern wie zum Beispiel Bergbächen. Zudem braucht die Pflanze noch ein ganz bestimmtes Klima zwischen 8°C und 20°C sowie Schatten. Dadurch sind die Anbaugebiete natürlich limitiert, was einer der Gründe ist, warum der Wasabi so kostspielig und rar ist.

Doch inzwischen lässt Wasabi sich auch verhältnismäßig gut kultivieren und wird außerhalb von Japan in der VR China, Neuseeland und dem Nordwesten der Vereinigten Staaten angebaut. Da die Japaner inzwischen ihren eigenen Wasabi Bedarf nicht mehr decken können, importieren sie große Mengen aus Amerika und der VR China, während wir wiederum gefälschten Wasabi importieren, der inzwischen auch scherzhaft West-Wasabi genannt wird.

Schärfe und Geschmack

Die chemische Zusammensetzung von Wasabi ähnelt zwar der von Meerrettich und Senf, ist aber ureigen und somit verantwortlich für einen ganz speziellen Geschmack. Echter Wasabi hat eine leicht süßliche Note und ein ganz typisches Aroma. Hinzu kommt die typische Schärfe durch die sich verflüchtigen Senföle. Daher brennt Wasabi, Senf und Meerrettich nicht wie Chilischoten auf der Zunge, sondern hinten im Rachen und in den Nasennebenhöhlen.

Frisch gerieben auf Haifischhaut

In Japan wird Wasabi auch heute noch traditionell auf einem Holzbrett, welches mit rauer Haifisch-Haut bespannt ist, portionsweise frisch gerieben. Wenn er nicht frisch zubereitet wird, gibt es natürlich auch pulverisierten Wasabi, der dann mit Wasser angerührt wird. Hierbei sollte beachtet werden, dass Wasabi genauso wie Wein nach dem Anrühren etwas Zeit braucht um sein Aroma zu entfalten. Optimaler Weise sollte man die Paste 10 Minuten vor dem Essen zubereiten, da nach ungefähr 20 bis 30 Minuten das volle Aroma und die volle Schärfe erreicht ist und sich die zuvor freigesetzten Aromen sonst wieder verflüchtigen.

Wer echtes Wasabipulver sucht, sollte immer einen gründlichen Blick auf die Zutatenliste der Verpackung werfen, denn normalerweise sollte dieses zu 100% aus Wasabi bestehen. Wer in seiner näheren Umgebung nicht fündig werden sollte, hat unter anderem die Möglichkeit echten gemahlenen Wasabi bei Pepperworld im Internet zu bestellen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Leserbriefe

Keine Kommentare

Noch keine Kommentare oder Backlinks.

RSS-Feed zu diesem Beitrag