Sweet dreams – ohne Karies und Kalorien

Dass industriell raffinierter Zucker in größeren Mengen alles andere als gesund ist, dürfte mittlerweile bekannt sein. Doch der Verzicht auf Zucker bzw. die Reduktion der Zuckeraufnahme muss nicht gleich das Ende vom Naschen schlechthin bedeuten. Es gibt viele Alternativen, die die gleiche Süßkraft wie Zucker besitzen und das Genießen süßer Speisen zu einem Erlebnis ohne Reue machen. Mit dem Bewusstsein gesunder Ernährung sollte man alle Zucker-Alternativen genau wie den Industriezucker jedoch in Maßen genießen.

Honig

Honig ist das älteste natürliche Mittel zum Süßen von Speisen. Honig wird von Bienen aus dem Nektar der Blüten oder aus dem sogenannten Honigtau hergestellt. Jahrtausendelang war er das einzig intensiv schmeckende Produkt, das den Menschen zur Verfügung stand. Honig besteht zu großen Teilen aus Invertzucker, organischen Säuren, Dextrin, Enzymen, Eiweiß, Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitamin B2 und Carotin. Trotzdem besteht Honig zu etwa 80 Prozent aus Zucker und ist demnach auch zahnschädigend, wenn man zu viel Honig isst. Diese Wirkung wird vor allem durch die klebrige Konsistenz des süßen Blütennektars begünstigt.

Stevia

Den Namen „Stevia“ hat man vielleicht noch in Erinnerung aus den Schlagzeilen, den der natürliche Süßstoff kürzlich machte: Die EU-Kommission in Brüssel hat den Einsatz des natürlichen Süßungsmittels Steviolglycosid aus der Stevia-Pflanze in Lebensmitteln genehmigt. Die Hauptinhaltsstoffe der in Brasilien und Paraguay beheimateten Pflanze, die Stevioside, sind bis zu 300 Mal süßer als Haushaltszucker. Steviaprodukte in gemahlener Form weisen eine etwa 15 Mal höhere Süßkraft als Zucker auf, sie beeinflussen den Blutzuckerspiegel jedoch nicht und sind praktisch kalorienfrei. Damit ist Stevia auch für Diabetiker besonders geeignet. Stevia hat keine Karies verursachende Wirkung. Stevia ist in Form von Pulver, getrockneten Blättern oder als Flüssigkeit im Reformhaus erhältlich und eignet sich sehr gut zum Süßen von Backwaren und Desserts.

Trockenobst

Getrocknete Feigen, Datteln, Äpfel, Aprikosen und Rosinen bekommt man eigentlich überall. Zwar enthalten die schrumpeligen Früchtchen mehr Zucker als frisches Obst und weniger Vitamine als solches, der Griff in die Trockenobsttüte ist jedoch allemal gesünder als Gummitiere oder Schokolade, denn neben Trauben- und Fruchtzucker enthält Trockenobst auch die Mineral- und gesundheitsfördernden Ballaststoffe. Trockenobst enthält außerdem nur etwa die Hälfte der Kalorien eines Schokoriegels.

Dicksaft

Dicksäfte sind hochkonzentrierte Säfte mit einem Fruchtzuckeranteil von bis zu 65 Prozent. Fruchtzucker lässt den Blutzuckerspiegel weniger stark ansteigen, Heißhungerattacken werden so vermieden. Dicksäfte haben einen typischen Fruchtgeschmack und sind nicht jedermanns Sache. Am neutralsten schmeckt Agavendicksaft, der sich im Blütenschaft der Agavenpflanze bildet. Dicksäfte eignen sich besonders zum Würzen von Joghurt, Quark, Müsli, Getränken, Konfitüren, Salaten und können durch die flüssige Konsistenz auch beim Kochen verwendet werden.

Süßungsmittel

Zu den Süßungsmitteln gehören sowohl Süßstoffe als auch Zuckeraustauschstoffe. Süßungsmittel haben allgemein weniger Kalorien als Zucker. So finden sich Süßstoffe vor allem in Light-Getränken, Zuckeraustauschstoffe werden hingegen in zuckerfreien Kaugummis, Konfitüren und Eis verwendet. Süßstoffe sind natürliche oder künstliche Substanzen, die im Vergleich zu normalem Industriezucker pro Gramm eine höhere Süßkraft haben. Süßstoffe haben keinen Einfluss auf den Energiehaushalt. Ob sie jedoch beim Abnehmen helfen oder den Heißhunger nach Süßem sogar anregen, ist umstritten. Insgesamt sind neun verschiedene Süßstoffe zugelassen, zum Beispiel Aspartam.

Zuckeraustauschstoffe  haben eine ähnliche Süßkraft wie Zucker, sie liefern jedoch weniger Kalorien. Im Volumen und geschmacklich ähneln sie Industriezucker und lassen sich auch wie normaler Zucker verarbeiten. Zugelassen sind sieben Zuckeraustauschstoffe, darunter Lactit und Xylit. Streng genommen zählt auch Fructose zu den Zuckeraustauschstoffen. Sie ist jedoch kein Lebensmittelzusatzstoff, sondern eine Lebensmittelzutat, da sie in Obst und Gemüse natürlich vorkommt. Auch Fruchtzucker hat eine höhere Süßkraft als Zucker, die Verwendung spart jedoch keine Kalorien.

Schon lange werden eventuelle Gesundheitsrisiken und sogar die Möglichkeit einer krebssteigernden Wirkung durch Süßstoffe diskutiert. Anfang 2011 bewertete die europäische Lebensmittelbehörde EFSA den Süßstoff Aspartam neu, der vor allem im Verdacht stand, Krebserkrankungen zu begünstigen. Die Untersuchungen konnten keine Belege für diese Vermutungen finden und so gelten die in Deutschland zugelassenen Süßstoffe weiterhin als unbedenklich.

Bewusst genießen

Ihren Geschmackssinn für Süßes können Sie durchaus „trainieren“. Reduzieren Sie doch einmal den Zucker in allen Rezepten, die sie kochen oder backen, um 30 Prozent. Ersetzen Sie die Joghurts aus dem Supermarkt durch Naturjoghurt, in den Sie einen halben Löffel Konfitüre einrühren und versuchen Sie, Süßes bewusst und in Maßen zu genießen. Sie werden sehen, dass Sie die Süße bald intensiver schmecken werden und Ihnen viele Fertigprodukte bald zu süß sind.

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