Schokolade – süße Sünde?

Für die alten Azteken diente Schokolade vor allem als Zahlungsmittel, während die braune Masse bei den frühen Einwohnern Europas als Heilmittel galt. Erhältlich war sie nur in teuren Apotheken. Und bis ins 19. Jahrhundert hinein wurde der Schokolade eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben.

Die zartschmelzende Süßigkeit gibt es heute in unzähligen Formen und Ausführungen. Die dunkle und herbe Variante des braunen Genusses enthält sogar gesundheitsfördernde Stoffe.

Schokolade ist nicht gleich Schokolade

Schokolade ist im Wesentlichen eine Mischung aus Kakaoerzeugnissen und verschiedenen beigemengten Zuckerarten. Zugelassene Zusätze für die Zucker-Kakaomasse sind Mandeln, Milch, Nüsse oder auch Mokka. Schokolade von guter Qualität herzustellen ist eine Kunst für sich: Neben ausgesuchten Rohstoffen und hochwertigen Verarbeitungsgeräten ist ein gutes Stück Erfahrung vonnöten, damit das Ergebnis den Qualitätsansprüchen genügt.

Ein Blick auf die Rückseite der Tafel gibt Auskunft über die Qualität der Schokolade: Je höher der Kakaomasseanteil, desto besser ist der Geschmack und dunkler das Produkt. Laut EG-Richtlinien muss die Kakaotrockenmasse bei mindestens 35 Prozent liegen, wovon wiederum mindestens 18 Prozent Kakaobutter und 14 Prozent fettfreie Kakaotrockenmasse sein müssen. Einzige Ausnahme bildet die Milchschokolade: Hier muss der Kakaotrockenmasseanteil bei mindestens 25 Prozent liegen.

Wen gerade im Winter die Schokogelüste überfallen, der darf ruhig zugreifen. Diverse Studien, die sich mit möglichen gesundheitsfördernden Wirkungen von Schokolade beschäftigten, gelangten zum gleichen Ergebnis: Neben einem möglichen Gehalt an unerwünschtem Cadmium enthält Schokolade eine Reihe von Substanzen, die das Herz-Kreislaufsystem schützen und eine blutdrucksenkende Wirkung haben.

Je dunkler, desto besser

Besonders dunkle Schokolade, die auch Bitterschokolade genannt wird und einen Kakaomasseanteil von mindestens 50 Prozent haben muss, hat aufgrund ihres hohen Gehalts an sekundären Pflanzenstoffen wie Epicatechin eine gesundheitsfördernde Wirkung. Der Gefäßschutz bei Bitterschokolade beruht auf deren hohen Phenolgehalt, der eine antioxidative Wirkung hervorruft, welche mit der von Rotwein verglichen werden kann. Weiße Schokolade, die ohne Kakaomasse und nur mit Kakaobutter hergestellt wird, hat keine antioxidative Wirkung.

Schokolade – reine Damensache?

Zwar gilt Schokolade allgemein als Naschwerk, dem nur die Damen reihenweise verfallen, jedoch produzierte die Firma Suchard in der Schweiz bereits in den 1870er Jahren ein Kakaopulver, das als Trinkschokolade für die Armee diente und „Militärschokolade“ hieß. Um 1900 war Schokolade dann Bestandteil der Notrationen europäischer Armeen. Der Begriff „Herrenschokolade“ wurde Ende des 19. Jahrhunderts vermutlich von Stollwerk eingeführt. Die heute unter dem Namen „Herrenschokolade“ von der Firma Sarotti vertriebene Schokolade hat einen Kakaoanteil von 60 Prozent – hier darf also gern genascht werden. Das macht umso mehr Spaß, wenn man den herben Schokogenuss ganz traditionell erst aus einer Papierverpackung und dann aus einem Stück Alufolie wickeln muss. Doch bedenken Sie: Auch wenn Schokolade durchaus die Gesundheit fördern kann, so sollte sie dennoch nur in Maßen genossen werden.

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