Olivenöl – der Saft des Lebensbaums

Der Ursprung des Olivenbaums liegt in den östlichen Mittelmeerregionen und er wurde schon ca. 4000 Jahre vor Chr. kultiviert. Schon die Assyrer stellten vermutlich Olivenöl her und verwendeten es als Brennmaterial für ihre Lampen. Als die Ägypter schließlich begannen Olivenöl als Heil- und Pflegemittel zu verwenden, war aus dem ursprünglichen Busch ein ansehnlicher Baum geworden.

Heute gehört der Olivenbaum zu den ältesten Kulturpflanzen der Erde. Noch immer liegt das Hauptanbaugebiet im Mittelmeerraum. Inzwischen gibt es allein im Mittelmeerraum über 1.000 verschiedene Olivenbaumarten, welche für eine ähnlich große Geschmacksvielfalt wie bei Wein sorgen. Aber nicht nur die Sorte ist hierfür ausschlaggebend, sondern hinzu kommen Faktoren wie das Klima, das Anbaugebiet, also die Bodenbeschaffenheit, die Art und Weise des Anbaus und der Reifegrad der Frucht. All das führt dann zu Olivenölen in verschiedenen Farbtönen, von verschiedener Qualität und natürlich diversen Geschmacksrichtungen.

Erntezeit und Weiterverarbeitung

Ein Olivenbaum trägt im Schnitt 20 Kilogramm Früchte, aus denen ungefähr drei bis vier Liter Öl gewonnen werden können. Der Erntezeitpunkt richtet sich klar nach dem Reifegrad der Oliven, denn hiervon sind die Qualität und die Menge des gewonnenen Öls abhängig. Die Oliven sind erntereif, wenn ihre Farbe von Grün zu Violett wechselt. Je nachdem welche Art und wo angebaut, liegt dieser Zeitraum zwischen Oktober und Februar. Die im grünen Zustand geernteten Oliven geben ein etwas geschmacksintensiveres und leicht bitteres Öl, während vollreife oder leicht überreife Oliven ein eher süßliches Öl ergeben. Letztendlich ausschlaggebend für den Geschmack ist aber natürlich eine Mischung aller Faktoren.

Von der Ernte der Oliven bis zur Pressung vergehen normalerweise nicht mehr als drei Tage, da sonst auf Grund der Empfindlichkeit der Frucht die Qualität des Öls leidet. Heute gibt es nur noch eine Pressung, die bei Körpertemperatur oder kühler durchgeführt wird. Mit „Kaltgepresst“ oder „erste Kaltpressung“ dürfen nur noch Öle versehen werden, die mit einer maximalen Temperatur von 27°C gepresst werden. Bei dieser Pressung werden die Oliven zunächst zu einem Brei zermahlen, um dann mittels einer Presse ausgedrückt zu werden. Die hierbei entstehende Flüssigkeit wird schließlich mit Hilfe einer Zentrifuge in Fruchtwasser und Olivenöl getrennt.

Verschiedene Güteklassen

Auf dem europäischen Markt unterscheiden wir zwischen drei verschiedenen Olivenöl Kategorien. Die erste Kategorie ist „Natives Olivenöl extra“, welches die erste Güteklasse ist und direkt aus Oliven ausschließlich mit mechanischen Verfahren gewonnen wird. Zudem darf dieses Öl nur einen maximalen Ölsäuregehalt von 0,8% besitzen. Die zweite Kategorie ist das „native Olivenöl“ welches unter den gleichen Bedingungen gewonnen wird, aber bis zu 2% Ölsäure enthalten darf, was auf die nicht 100%ige Versehrtheit der verarbeiteten Oliven zurückzuführen ist. Als letzte Kategorie gibt es noch das normale Olivenöl, welches eine Mischung aus raffiniertem Olivenöl und nativem Olivenöl darstellt. Der Vorteil des letztgenannten Öls liegt übrigens in der Hitzebeständigkeit. Während die beiden anderen Öle nur bis 180°C erhitzt werden sollten, eignet sich das normale Olivenöl auch für eine Brattemperatur bis 210°C.

Olivenöl selber verfeinern

Der einzigartige Olivenölgeschmack lässt sich hervorragend mit diversen Aromen mediterraner Kräuter kombinieren. Gerade in Öl können sich die Aromastoffe wesentlich besser entfalten als in Wasser. Besorgen Sie sich zwei bis drei Zweige Rosmarin, andere Kräuter, Zitronenscheiben oder Chilischoten und füllen Sie diese mit gutem Olivenöl in eine schöne Flasche zum Zukorken. Das Ergebnis kann sich nicht nur sehen lassen, sondern schmeckt auch noch ganz vorzüglich. Und das nächste Geburtstagsgeschenk hat man damit auch schon.

Auch wenn es hin und wieder Meldungen gibt, dass Olivenöl nicht so gesund wie angenommen sei, ist genau das Gegenteil der Fall. Wenn Öl, dann Olivenöl. Vermutlich gibt es auf Kreta nicht ohne Grund weniger Herzinfarkte und Krebserkrankungen als im restlichen Europa. Ein Grund hierfür wird im hohen Olivenölverbrauch von durchschnittlich 31 L pro Jahr pro Kopf vermutet. Neben der mediterranen bietet auch die japanische Küche verschiedene Gerichte, die nicht nur den Gaumen erfreuen, sondern auch jung halten, das Gedächtnis verbessern und das allgemeine Wohlbefinden steigern. Hochwertige und traditionelle Nahrungsmittel sind also nicht nur ein Fest für die Sinne, sondern können Ihnen auch ein langes und gesundes Leben bescheren.

Wer sich näher mit dem Thema Olivenöl auseinander setzen möchte oder weitere Informationen sucht, dem sei die Internetseite www.olivenoel-info.net näher ans Herz gelegt.

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