Honig – traditionell bis exotisch

Schon in der Steinzeit haben die Menschen Honig für sich entdeckt. Der süßen und zumeist goldenen Delikatesse konnten weder Mensch noch Tier wiederstehen und so wurde schon vor tausenden Jahren Honig gesammelt und zum Teil als Lockmittel für Beutetiere, wie Bären eingesetzt.

Auch die alten Ägypter schätzten Honig, entweder als Süßungsmittel für ihre Speisen, als Heilmittel in der Medizin oder als Geheimrezept für die Schönheit. Überlieferungen zufolge soll Kleopatra ihre Schönheit einem täglichen Bad in Milch und Honig verdankt haben.

Direkt aus der Natur

Honig wird von Bienen aus dem Nektar von Blüten gewonnen und zur eigenen Nahrungsversorgung hergestellt. Er entsteht, indem Honigbienen den Nektar von verschiedenen Pflanzen aufnehmen, diesen mit körpereigenen Stoffen anreichern und in vorher angefertigten Waben speichern und reifen lassen.

Der fertige Honig besteht aus ungefähr 200 verschiedenen Inhaltsstoffen, deren Zusammensetzung je nach Honigsorte sehr unterschiedlich sein kann. Die größten Anteile im Honig bilden der Fruchtzucker sowie Traubenzucker, deren Verhältnis auch darüber entscheidet ob ein Honig eher flüssig oder fest bzw. kristallisiert ist. Weitere Bestandteile sind Vitamine, Aminosäuren, Pollen, Enzyme sowie Aroma- und Mineralstoffe.

Die Qualitätsanforderungen werden in Deutschland durch die sogenannte Honigverordnung geregelt, die vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Januar 2004 erlassen wurde. Demnach dürfen dem Bienenhonig keine Stoffe hinzugefügt oder entzogen werden, mit der Ausnahme von gefiltertem Honig, dem die Pollen entzogen werden. Dieser darf jedoch auch nur mit der Kennzeichnung „gefiltert“ in den Handel gebracht werden.

Mehr als der übliche Brotaufstrich

Auch wenn das Wort Honig nach indogermanischer Abstammung den „Goldfarbenen“ beschreibt, hat das Naturprodukt neben vielfältigen Duft- und Geschmacksvariationen auch eine breite Farbpalette. Von fast schneeweiß, über zitronengelb bis tiefschwarz haben die weltweiten Honigsorten einiges zu bieten.

In Deutschland sind vorrangig die milden Blütenhonigsorten, wie Akazien- oder Rapshonig geläufig und werden auch am häufigsten konsumiert. Doch wie bei jeder Delikatesse gibt es auch einige Raritäten und für den heimischen Gaumen ungewohnte Geschmacksrichtungen.

Dabei sind Sorten wie der dunkle Waldhonig oder der grünliche Tannenhonig zwar optisch gewöhnungsbedürftig, haben aber den gewohnt süßen Geschmack. Buchweizen- oder Edelkastanienhonig hingegen schmeckt eher zartbitter. Internationale Honigsorten haben neben einer meist ungewöhnlichen Optik auch ganz eigene Geschmacksnuancen. So schmeckt der Avocadohonig nach Pflaumen bzw. Backobst, der Baumheidehonig nach Marzipan und Kokos, der Kaffeeblütenhonig seinem Namen entsprechend nach Kaffee und der Eukalyptushonig unerwarteter Weise nach Karamell.

Exotische Spezialitäten

Der vom neuseeländischen Kamahibaum stammende Kamahihonig überrascht mit einer zitronengelben Farbe und einer zartcremigen Konsistenz. Sein Geschmack wird als leicht buttrig beschrieben. Ebenfalls aus Neuseeland stammt der Pohutukawabaum. Er blüht zu Weihnachten und verwandelt die Strände Neuseelands in ein rotes Blütenmeer. Dieser helle, dickflüssige Honig ist eine sehr seltene Delikatesse und deshalb auch etwas preisintensiver.

Selten ist auch der Ratahonig aus der feuerroten Southern Rata Blüte, die nur alle paar Jahre blüht. Dieser außergewöhnlich helle und leicht salzig schmeckende Honig wird von Kennern zu den besten Honigsorten der Welt gezählt.

Länder wie Australien, Asien oder Amerika konsumieren nicht nur den Honig der westlichen Honigbiene, die auch bei uns heimisch ist, sondern schätzen auch, die als seltene Spezialitäten geltenden, Honigsorten exotischer Bienenarten. Allerdings sind diese leider bis dato kaum in den internationalen Handel gelangt.

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