Bier – Ein Gebräu mit Geschichte

Wenn sich jemand mit Bier auskennen sollte, dann doch die Deutschen, schließlich steht ein Drittel aller Brauereien der Welt in Deutschland, und das deutsche Reinheitsgebot sorgt seit fast 500 Jahren für eine hervorragende Qualität einheimischer Biere.

Von pfloppendem Flens bis zum O’zapft

Während oben an der Küste die herbsten Flaschen Reihe stehen, wird im Süden der Republik in den süß-süffig gefüllten Maßkrug gestarrt. Die Jecken der Nation trinken Kölsch und Alt und der gemeine Berliner an sich, hat’s gerade im Sommer gerne fruchtig-säuerlich und färbt sich seine Weiße pink oder grün. Nebenbei erfreut sich der deutsche Bierkonsument noch der Geschmacksvielfalt an Bockbier, Weihnachtsbier, Wiesnbier, Märzenbier und vielen anderen Sorten.

Schon hier zeigt sich, dass ein Bier eben nicht gleich ein Bier ist. Rein statistisch betrachtet ist Deutschland Pilsland, aber die meisten Brauereien finden wir im Süden unserer Nation. Alleine in Bayern sind es 627 an der Zahl, gefolgt von Baden-Württemberg mit 180 Brauereien. Hier wird natürlich hauptsächlich Hefeweizen oder Helles gebraut und eben kein Pils.

Ein kleiner Exkurs

Pils, Lager und Exportbier sind untergärig gebraut: Hierfür wird eine Hefe verwendet, die für die Gärung eine Temperatur zwischen 4 und 9 Grad Celsius benötigt. Früher konnte dieses Bier nur in kalten Wintern gebraut werden und erst seit knapp 170 Jahren gibt es Pils. Die Massenproduktion dieser eher herben Variante begann mit der Erfindung der industriellen Kühlung im Jahre 1876. Davor waren alle ganzjährig gebrauten Biere obergärig: Hierfür wird eine andere Hefe verwendet, die bei höheren Temperaturen gärt. Das daraus entstehende Gebräu ist eher süffig und süß, so wie Hefeweizen und Helles.

Trotz ca. 5.000 verschiedenen Biermarken und über 1.200 Brauereien ist die Bierbraukunst übrigens keine Deutsche Erfindung. Nachweislich stammt das erste Bier aus dem heutigen Irak und Syrien, dem damaligen Mesopotamien. Die Sumerer erfanden ca. 6000 v. Chr. das erste bierähnliche Getränk. Vermutlich wollte jemand Brot in Wasser aufweichen um es einem Kranken einzuflößen, allerdings vergaß derjenige das Gemisch und nach ein paar Tagen hatte die Gärung eingesetzt. Hiermit ist dann hoffentlich auch der Begriff Flüssigbrot erklärt.

Das bedeutet jetzt aber nicht, dass unser Bier aus dem Irak kommt. Es gibt einige Nachweise, die dafür sprechen, dass Bier an mehreren Orten erfunden wurde. In Südostasien das Reisbier, in Afrika das Hirsebier und in Amerika das Maisbier. Selbst die unzivilisierten Germanen konsumierten schon vor 3500 Jahren ein bierähnliches Getränk.

Ein Hoch auf die Missionierung

Der Ursprung der Deutschen Braukunst ist wohl im Frühmittelalter anzusiedeln und den Mönchen zu verdanken. Grund hierfür war die Suche nach einem nahrhaften und leckeren Getränk, welches die kargen Mahlzeiten, insbesondere in der Fastenzeit, unterstützen sollte. Frei nach dem Motto: „Liquida non frangunt ieunum“ – Flüssiges bricht das Fasten nicht, war Bier also erlaubt. Schon nach kurzer Zeit wurde nicht mehr nur für den Eigenbedarf gebraut, sondern auch für den Rest der Bevölkerung.

Wen diesen Sommer die „langweiligen“ normalen Biere nicht mehr fesseln, der kann aus einem riesengroßen Pool verschiedenster Biersorten schöpfen. Die weltweit größte Auswahl an Biersorten bekommt man unter anderem im Biermarkt Maruhn in Darmstadt-Eberstadt. Unter den 1250 verschiedenen Biersorten aus 68 Ländern wird sich bestimmt die eine oder andere exotische Perle verbergen.

Aber alleine in Deutschland dürfte es genügend Auswahl an einheimischen Biersorten geben. Wenn man jeden Tag ein anderes Bier probieren würde, wäre man damit mehr als 13 Jahre beschäftigt.

Nebenbei: Das stärkste Bier der Welt ist das schottische Bier „The End of History“ von Brewdog mit einem Alkoholgehalt von sageundschreibe 55%. Das perlt!!!

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Leserbriefe

4 Kommentare

Alexander #

19. April 2011 // 19:23

Interessante Hinweise! Ich werde mich damit mal intensiver beschäftigen! Warte auf weitere Posts!

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[…] der Zubereitung. Gerade in der warmen Jahreszeit sind Oliven der ideale Begleiter zu Wein, kühlem Bier oder […]

Antworten

[…] In meiner Brauerei wird jedoch viel Wert auf beste Qualität bei den Rohstoffen gelegt. Das Bier hat außerdem ausreichend Zeit für eine saubere Vergärung und Lagerung – so braucht man am […]

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[…] wäre das Münchener Oktoberfest ohne Bier? Für das Fest brauen die Münchener Brauereien ein spezielles Bier, das sogenannte Wiesn Märzen […]

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