Austern – Perlen des Genusses

Etwas Lebendiges zu essen ist wohl nicht nur für Vegetarier unvorstellbar. Dennoch macht gerade diese Tatsache den Genuss von Austern zu einem besonderen Erlebnis, denn die Meerestiere gelten nahezu weltweit als besondere Delikatesse. Ihr korrekter Verzehr jedoch stellt für den ein oder anderen eine große Herausforderung dar.

Meeresbewohner mit Geschichte

Die Menschen haben Austern  bereits in der Steinzeit verzehrt, denn in Küstenregionen mit ausgeprägten Gezeiten konnten die Muscheln bei Ebbe einfach und gefahrlos eingesammelt werden. Seit dem 4. Jahrhundert vor Christus züchteten die Griechen die Meeresfrüchte gezielt: Sie hatten herausgefunden, dass Austern sich besonders gern an der rauen Oberfläche von Tonscherben ansiedelten, die von den Griechen zunächst als Abfall ins Meer geworfen wurden. Heutzutage werden Gourmet-Austern vor allem in Frankreich verspeist aber auch in asiatischen Ländern erfreuen sich die Meeresfrüchte zunehmender Beliebtheit.

Still alive?

Wer frische Austern kauft, der sollte unbedingt darauf achten, dass diese gut verschlossen sind, denn nur dann sind die Tiere noch am Leben. Wer Austern im Restaurant bestellt und unsicher ist, ob die Austern genießbar sind, der kann einen einfachen Test anwenden: Traditionell wird zu Austern ein Stück Zitrone gereicht. Beträufelt man den äußeren Rand des Tieres, den sogenannten Bart, mit Zitronensaft, sollte sich dieser bei einer lebenden Auster leicht zusammen ziehen. Ansonsten gilt, sofort das Weite zu suchen! Denn tote Austern können mitunter zu lebensgefährlichen Vergiftungen führen.

Sesam öffne dich!

Austern essen will gelernt sein! Wer sich dem krustigen Meeresbewohner mit einem herkömmlichen Messer oder anderem ungeeigneten Schneidwerkzeug nähert, wird nicht der erste sein, der nach einem „Kampf“ mit einer Auster die Notaufnahme aufsuchen muss. Wichtig ist es ein spezielles Austernmesser zu verwenden. Ganz Vorbildliche machen sich an die Aufgabe des Austern Öffnens zudem nur mit einem Spezialhandschuh aus Stahlgewebe.

Die Auster sollte zunächst auf einer stabilen Oberfläche fixiert werden und mit ihrer bauchigen Schale auf der Oberfläche aufliegen – das Scharnier zum Körper zeigend. Stechen Sie mit der Spitze des Austernmessers vorsichtig in das Scharnier der Schale und drehen Sie es herum bis das Scharnier bricht. Anschließend wird das Messer tief in die Schale hinein gestochen und die Klinge an der oberen Schalenhälfte entlang des Schließmuskels bewegt. Dieser befindet sich etwa in der Mitte der Auster etwas rechts von der vertikalen Mittellinie. Er wird mit einem sanften Druck des Messers durchtrennt. Wichtig: Das Fleisch der Auster darf dabei nicht verletzt werden.

Es darf geschlürft werden

Von Angesicht zu Angesicht mit der halbnackten Auster kann man nun endlich zur Austerngabel greifen und das saftige, weiche Fleisch der Auster aus der unteren Schale herauslösen und es in einem Stück verzehren. Das Meerwasser, welches sich in der unteren Schale befindet, darf gern mitgeschlürft werden.

Die Auster kann vor dem Verzehr auch mit Salz, Pfeffer oder Zitronensaft gewürzt werden. Viele Austernkenner lehnen dies jedoch mit dem Argument ab, dass die Würze den sanften und zurückhaltenden Geschmack der Meeresfrüchte überdecken und verdrängen würde.

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