Korkenzieher – worauf Sie achten sollten

Das Problem ist alt: Wie schafft man es, einen Korken schnell und möglichst einfach aus der Flasche zu ziehen, ohne den Korken dabei zu beschädigen, sodass der Korken nicht zerbröselt und im Wein landet? Auf dem Markt gibt es die unterschiedlichsten Systeme für das Öffnen einer Weinflasche: Vom einfachen T-Griff bis hin zum halbautomatischen Luxusöffner ist alles dabei. Doch lohnt es sich, 180 Euro für einen Korkenzieher auszugeben? Oder tun es auch die günstigen Modelle für fünf Euro? Wir stellen Ihnen die gängigsten Modelle vor.

Für Kräftige: Der T-Griff-Korkenzieher

T-Griff-Korkenzieher sind überaus gängig, um damit Weinflaschen schnell zu öffnen: An einer sogenannten Wendel ist ein Griff – meist aus Holz – befestigt. Einige Modelle haben in der Mitte der Wendel einen Freiraum, die sogenannte Seele, die für einen besseren Halt des Korkenziehers im Korken sorgen und verhindern soll, dass der Korken beim Herausziehen krümelt. Eine schraubenförmig geschliffene Wendel kann jedoch besonders bei festsitzenden Korken mehr Kraft übertragen. Der Kraftaufwand bei T-Korkenziehern, die immer noch zu den meistverkauften Modellen gehören, ist relativ groß. Einen Fackelmann-Korkenzieher mit T-Griff bekommt man schon ab zwei Euro. In einer Testreihe von Stiftung Warentest, in der Korkenzieher getestet wurden, erhielt dieser allerdings nur die Note „Befriedigend“ (3,4). Bemängelt wurden hier vor allem die ungünstige Ergonomie, der erhöhte Kraftaufwand beim Entfernen des Korkens und das mühselige Entfernen des Korkens vom Korkenzieher.

Einfach, aber genial: Das Kellnerbesteck

Der Klassiker unter den Korkenziehern. Die Funktionsweise beruht auf Hebelwirkung: Die Spirale wird in den Korken hineingedreht und das ausklappbare Ende des Griffs wird auf den Flaschenhals aufgesetzt. Durch die Hebelwirkung gleitet der Korken mühelos aus der Flasche, eine einfache und äußerst wirkungsvolle Mechanik. Der Rolls Roys unter den Kellnerbestecken ist zweifelsohne der „Forge de Laguiole Sommelier Korkenzieher“ von Laguiole. Mit saftigen 125 Euro im Schnitt keine billige Anschaffung, mit Sicherheit aber eine fürs Leben. Und eine sehr schöne noch dazu.

Der Hebelkorkenzieher

Er ist mit einer Glocke versehen, die auf den Flaschenhals aufgesetzt wird. Dadurch ist es leicht, die Wendel in der Mitte des Korkens einzustechen. Achten Sie darauf, dass die Glocke nicht ganz geschlossen ist, dann bekommen Sie den Korken nur schwer wieder heraus, nachdem er aus der Flasche entfernt wurde. Im Test schnitt der Hebelkorkenzieher „Fino“ von Monopol mit der Gesamtnote „Gut“ (2,0) ab. Der Hebelkorkenzieher von Wenco erhielt ebenfalls „Gut“ (2,3). Der „Trudeau Trulever Elite“ von Adhoc, ein Korkenzieher mit Hebelautomatik, war übrigens Testsieger bei der Stiftung Warentest: Der Standkorkenzieher, der mit etwa 99 Euro auch nicht ganz billig ist, öffnet Ihre Weinflasche aber äußerst zuverlässig und sicher. Er erhielt die Note „Gut“ (1,7).

Sonderbares und Überflüssiges

Überdruck-Korkenzieher arbeiten mit einer Hohlnadel, die durch den Korken in die Flasche gestoßen wird. Durch Pumpbewegungen oder durch eine Druckluftpatrone wird Luft in die Flasche gepumpt und durch den entstandenen Überdruck wird der Korken aus der Flasche gedrückt. Grenzwertig: Der „Corck-Express“ von Fackelmann arbeitet mit einer Gaskartusche, die nach dem Öffnen von etwa sieben Weinflaschen schon leer ist – eine neue kostet sechs Euro, also ein teures Vergnügen.

Kaum eine Anschaffung wert ist auch der „Ah-So“ von Monopol: Ganz ohne Wendel kommt der Korkenzieher aus, stattdessen werden zwei Stahlfederzungen zwischen Korken und Flasche geschoben, die sich jedoch oft in den Korken eingraben. Für Prosecco-Flaschen ist der Korkenzieher gänzlich ungeeignet. Im Test fiel der Korkenzieher schon ab 12 Euro zu haben ist, komplett durch: „Mangelhaft“ (4,6) lautete das Urteil.

Auf Qualität achten

Ein Blick auf die verschiedenen Preisklassen und Korkenzieherarten hat gezeigt, dass man doch mehr investieren sollte – es lohnt sich. Billigkorkenzieher halten einfach nicht, was sie versprechen. Achten Sie darauf, dass wichtige Teile des Korkenziehers möglichst aus stabilem Metall sind, nicht aus Kunststoff. Ein Kapselschneider oder ein kleines, integriertes Messer wie beim Kellnerbesteck sind praktisch. Es müssen ja nicht gleich Unsummen sein, die Sie für einen Korkenzieher ausgeben: Der „Matt Steel“ von Brabantia ist schon für etwa 15 Euro zu haben und erhielt im Test die Note „Gut“ (2,0). Ebenfalls mit „Gut“ bewertet wurde der „Fino“ von Monopol, der mit 35 Euro auch noch erschwinglich ist.

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