Mann schmückt sich – Hosenträger, Fliege und Co. sind zurück

Lange Zeit galten Herren-Accessoires jenseits von Krawatte und Gürtel als altbacken und alles andere als modern. Doch wie jedes Jahr werden alte Trends zu neuen Trends und erleben durch sogenannte Retro-Wellen ein modisches Comeback. Genauso ergeht es derzeit den, eher aus Opa´s Kleiderschrank bekannten, Accessoires wie Fliege, Hosenträger und Co.

Krawatten haben ihren Platz in der Businessmode fest eingenommen und können modisch nur noch durch eine Variation der Breite oder durch ausgefallene Farben und Muster punkten. So sind zwar schmale Krawatten gerade auch in der Partymode sehr angesagt, aber wesentlich individueller und vor allem mutiger wirkt ein Outfit erst durch eine stylische Fliege. Der Hemdschmuck muss dazu nicht einmal besonders extravagant in seiner Größe oder Farbgebung daher kommen, sondern wirkt von ganz allein und vor allem durch eine kontrastreiche Kombination.

Die Fliege als höchster Dresscode

In der Regel wurde die Fliege nur zu offiziellen oder feierlichen Anlässen angelegt und es wurde penibel darauf geachtet welche Farbe zu welchem Anlass getragen wurde. Schließlich wollte man nicht mit dem Kellner verwechselt werden. Zum höchsten Dresscode gehört die weiße Fliege, die klassisch nicht aus Seide, sondern aus Baumwoll-Pikee gefertigt ist. Sie wird traditionell zum Frack getragen, während zum Smoking die schwarze Seidenfliege Pflicht war und bei sehr konservativen Anlässen bis heute Pflicht ist. Selbst bei Sportturnieren wie den Snooker-Meisterschaften ist eine schwarze Fliege vorgeschrieben.

Prominente Fliegenträger wie der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill, der Satiriker Oliver Kalkofe oder die Filmlegende James Bond haben es vorgemacht. Männer mit Fliege bleiben im Gedächtnis und drücken Individualität und Stil aus, wenn auch in ganz unterschiedlichen Rollen. In Kombination mit der Fliege ist heute jedoch ganz und gar nicht mehr ausschließlich nur der Anzug oder der Smoking denkbar. Aufgepeppt wird das klassische Accessoire beispielsweise durch karierte Hemden oder ein schlichtes weißes Shirt.

Stilbrüche

Das Zauberwort lautet sowohl bei Fliege, Krawatte oder Hosenträger eindeutig Stilbruch – vorausgesetzt der Stil soll jugendlich frisch und nicht wie sonst üblich konservativ wirken. Zum schlichten T-Shirt passen neben der Fliege nämlich auch bestens Hosenträger, die das legere Outfit stilvoll aufwerten und für stylische Blickfänge sorgen. In dieser Kombination hat der Hosenträger keine Chance angestaubt oder gar unvorteilhaft zu wirken – wobei hier gesagt sein muss, dass Hosenträger zwar als Gürtelersatz dienen, aber nicht zur Aufgabe haben, Ihre Hose unter den Achseln zu halten. Was jedoch erlaubt und sogar erwünscht ist, ist der sogenannte „Hochwasser“-Look, der durch das Krempeln der Hosenbeine bei Chinos, Jeans und Co. erreicht werden kann. Dazu ein paar lässige Chucks oder elegante Lackschuhe et voilà, das Outfit passt.

Aber nicht nur die Fliege und die Hosenträger sind in der Herrenmode groß im Kommen. Auch ein weiterer Hemd- und Jackett-Schmuck findet zurück auf die Laufstege und somit in die Mode. Die Rede ist von Manschettenknöpfen und Einstecktüchern. Warum einen langweiligen Anzug nicht einmal mit einem extravaganten Einstecktuch passend zur Krawatte aufpeppen? Comic-Drucke bieten sich dafür genauso gut an, wie klassische Schottenkaros oder witzige Punktmuster. Und auch Manschettenknöpfe haben heute nicht mehr viel mit den klobigen Steinen zu tun, die eher einen Altmänner-Charme als modische Raffinesse versprühen. Witzige Details wie eingelassene Uhrwerke, ein Kompass oder rustikal geflochtene Lederbänder sind jugendlich moderne und dennoch elegante Akzente an einem klassischen oder lässigen Hemd.

Also lassen Sie sich ruhig von den Laufstegen oder unseren Empfehlungen inspirieren und sorgen Sie mit „alten“ Accessoires für frischen Wind in Ihrer Garderobe. Gut sortierte Herrenausstatter bieten die stilechten Accessoires gleich passend zur restlichen Garderobe an. Wer es etwas individueller Mag sollte die Augen nach reduzierter Mode in Form von Vintage-Teilen offen halten – sofern der Großvater nicht auch noch ein paar Schätze im Schrank versteckt.

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Leserbriefe

7 Kommentare

[…] der Dress Code eine Krawatte jedoch vorsieht, dann kann ein unifarbenes Leinenhemd durchaus mit Krawatte und einem legeren Jackett kombiniert […]

Antworten

[…] beherrsche ich die verschiedensten Krawattenknoten – und habe seitdem nie mehr eine Fliege getragen. Obwohl ich jetzt eigentlich reif genug wäre, das wieder zu tun. Und zwar eben diesmal, […]

Antworten

Krawatten und Tücher #

18. Februar 2013 // 13:03

Finde es auch super, dass es neben den klassischen Krawatten und Tüchern mal etwas Abwechslung gibt :)

Antworten

Piet #

22. Februar 2013 // 17:05

Hey erstmal klasse Artikel!
Ich habe eine Frage zu den unteren Fotos, und zwar von wem ist der graue Anzug links im Bild (Foto 4)?
Danke im vorraus 😉

Antworten

Jasmin #

22. Februar 2013 // 17:53

Hallo Piet,

der graue Anzug auf Bild 4 ist von Sisley!

Viele Grüße
Jasmin

Antworten

Anita #

27. April 2015 // 15:37

Hallo!
Ich besitze einen kleinen Vintageladen in Wien und ich möchte sehr gerne auch Vintagemode für Herren verkaufen.
Habt Ihr Ratschläge für mich, wo ich gut und günstig einkaufen kann?
Leider finde ich im Internet unter Vintagemode für Herren fast nur karierte Hemden!!!
Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.
Liebe Grüße,
Anita

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    Tim #

    28. April 2015 // 20:41

    Schau mal ob du vielleicht bei Laco oder Pelo fündig wirst.

    Antworten

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